Stahl erlebt eine Renaissance in der Fahrradwelt

 

Der bislang letzte Triumph für den Stahl bei der Tour de France: Miguel Indurain gewann 1994 das Etappenrennen auf einem Stahlrad. Foto: DenP Images/Creative Commons

Vor 25 Jahren gelang es dem spanischen Radrennfahrer Miguel Indurain die Tour de France des Jahres 1994 für sich zu entscheiden – als bislang letzter Athlet der Geschichte auf einem Siegerrad mit Stahlkonstruktion. Heute wird der Markt maßgeblich von Karbon-Rädern dominiert. Doch speziell in der Nische sind viele Hersteller dem traditionellen Werkstoff treu geblieben und verfolgen weiterhin die Kunst des Rahmenbaus aus Stahl.

Von Niklas Reiprich

Zwischen dem ersten Siegerfahrrad der Tour de France und dem bisher letzten aus Stahl liegen nicht nur 91 Jahre, sondern auch 9 kg Gewichtsunterschied. Trotz der immensen Fortschritte beim Fahrradbau mit Stahl begannen die Hersteller bereits in den 1980er Jahren mit anderen Materialien als Stahl zu experimentieren. Es dauerte jedoch bis Mitte der 1990er Jahre bis der erste Toursieg auf einem Aluminiumfahrrad eingefahren wurde. Die Ära der Aluminiumrahmen war aber nur von kurzer Dauer. Bereits 1999 fuhr Lance Armstrong auf einem Vollkarbonrahmen zum Gesamtsieg. Auch wenn Armstrong im Nachhinein aufgrund von Dopingvergehen nicht mehr in den Siegerlisten geführt wird, war dies der Startschuss für den Siegeszug der Karbonfahrräder – nicht nur im Rennsport. Maßgeblich für diese Entwicklung sind die Vorteile des Werkstoffes Karbon, denn dieser ist führend in der Steifigkeits-Gewichtsrelation. Insbesondere bei der Verwindungssteifigkeit kann zumindest flexibler Stahl mit Karbon kaum mithalten.

 

Maurice Garin, Gewinner der ersten Tour de France im Jahr 1903 mit seinem 18 kg schwerem Stahlrad. Foto: Jules Beau [Public domain]

Max von Senger entwirft in Berlin unter der Marke „Standert“ Rennräder mit Rahmen aus Stahl. Foto: Standert

Beim Berliner Radhändler „Standert“ wird auch heute noch auf traditionelle Stahlrahmen gesetzt. Foto: Standert

Modernes Comeback

Einige Fahrradhersteller blieben dem scheinbar veraltetem Werkstoff Stahl treu oder entdeckten ihn wieder. Stahl kann im Fahrradbau durchaus einige Pluspunkte für sich verbuchen, Robustheit und unkomplizierte Verarbeitung sind hier zu nennen. Um die hochwertigen Eigenschaften von Stahl weiß auch Max von Senger, Gründer des seit 2012 in Berlin bestehenden Rennradhandels „Standert“. Für ihn besteht kein Grund zur Materialdiskussion …

Den vollständigen Artikel über die Renaissance des Stahls im Fahrradbau lesen Sie in der August-Ausgabe von stahl und eisen.

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