AKTUELLE AUSGABE

Titelbild stahl und eisen 2/19

Heft 2 / 2019 (ab dem 26.02)

Das erwartet Sie:

In der derzeitigen Diskussion um den Braunkohle-Ausstieg hat es auch die Stahlindustrie nicht leicht. Immer wieder wird in der Öffentlichkeit der Eindruck geschürt, Stahl gehöre, verzeihen Sie den kleinen Scherz, zum alten Eisen.

Dass Stahl auch ein Werkstoff der Zukunft ist, zeigt hingegen unser Technikbeitrag zum Thema Wärmebehandlung von Grobblechen für Windkraftanlagen. Hier lassen sich nämlich mit einem klassischen Werkstoff und klassischer Technologie Vorteile für die Nachhaltigkeit von morgen erzielen. Konkret geht es um die Auswirkungen von Wärmebehandlung auf die WEZ-Mikrohärte und Bruchfestigkeit von 150-mm-Schweißverbindungen für Offshore-Windkrafttürme. Stahl kann es also noch – und wird auch in Zukunft unverzichtbarer Bestandteil erneuerbarer Energien sein. Mehr hierzu lesen Sie ab S. 24.

Umgekehrt erleben wir in puncto Industrie 4.0 oft, dass Zukunftstechnologien auch im klassischen Stahlwerk enorme Erleichterungen bringen. So hat die SMS group mit ihrem ersten Digital Classroom Neuland betreten und schafft mit großen Schritten Trainingsmöglichkeiten in virtuellen Welten. Das führt dazu, dass Anlagen im laufenden Betrieb von Ingenieuren und Werkern „erlernt“ werden können. Ein Herunterfahren ist nicht nötig, um Wartungsarbeiten einzustudieren – Digitalisierung sei Dank (Bericht auf S. 48).

Doch es muss nicht immer der ganz große Anlagenmaßstab sein, um festzustellen, wie sehr die Vernetzung alter und neuer Technologien derzeit in Windes­ eile neue Möglichkeiten erschließt. Der Roboter-Hersteller Tebulo hat einen neuen Fixierungsroboter für innerste Wicklungen von Stahlcoils geschaffen. Reparaturen, die bisher manuelle menschliche Arbeit erforderten, und das bei einem hohen Unfallrisiko in einem möglicherweise instabilen Stahlcoil, kann nun also „Kollege Roboter“ übernehmen (mehr hierzu auf S. 60).

Apropos Schadensrisiken – ab S. 92 lesen Sie, wie Industrieunternehmen hier- zulande Schäden meistern und sich richtig auf Eventualitäten vorbereiten. Ein Thema, das immer noch zu oft unter dem Motto „es wird schon schiefgehen“ betrachtet wird und über das ernsthafter Austausch de nitiv lohnt. Denn egal ob Feuer, Wasserschaden, Maschinenbruch oder IT­Super­GAU – Notfälle treffen Industrieunternehmen meist unvorbereitet. Ein einziger Großschaden kann schnell die Unternehmensexistenz gefährden. Wer vorsorgt, muss nicht nachsorgen.