AKTUELLE AUSGABE

Heft 11/2017

Aus dem Inhalt dieser Ausgabe:

Sonderteil STEEL 2017

  • Application of soft reduction to improve the quality of long ­products for automotive parts
  • Bar mill cost benchmarking in the European Union, North ­America and Eastern Europe
  • Installation of world-first DQ system downstream plate/Steckel mill: Direct quenching innovations at Nucor Tuscaloosa
  • Innovative coating for best-in-class mould wear resistance: ­Improved product quality in slab, bloom and billet casting

Technik + Trends

  • Entkarbonisierung – weit mehr als nur eine technologische ­Herausforderung
  • Hadeed modernisiert Stahlwerk für das digitale Zeitalter
  • Neue Condition-Monitoring-Anwendung in der Stahlerzeugung
  • Neue Leichtbaustudie als Basis zukünftiger Stahlwerkstoffe für den Einsatz in der Karosserie

Innovation

  • Clevere Systeme für hochgenaue Fertigungsüberwachung
  • Timken präsentiert neuartige Quick-Flex-Kupplungen mit einfacher Montage und störungsfreier Wartung

Unternehmen + Märkte

  • Deutscher Stahlrohrmarkt im Jahr 2016 und Ausblick auf 2017: Neue Herausforderungen für die deutsche Stahlrohrindustrie
  • Fluid Bag – eine neue Verpackung für Schmierstoffe: Die effiziente Alternative zum klassischen Fettfass

Sonderteil STEEL 2017

Application of soft reduction to improve the quality of long products for automotive parts

Ralf Thome, Karl-Georg Doppler, Mark Bleymehl, Saarstahl AG, Völklingen.

Long products with a more uniform microstructure and equal distribution of alloying elements over the cross section and also larger rolled sizes with sound centers are increasingly requested by customers. To fulfill these requirements, the use of soft reduction in continuous casting is the process technology of choice because both the center segregation and the center porosity are effectively reduced. For the investigated steel grades 100Cr6, 42CrMoS4 and C4C the evolution of the microstructure in relation to the measured segregation and porosity values illustrates the quality improvement from the cast bloom and billet to the finished product when applying soft reduction.

Bar mill cost benchmarking in the European Union, North America and Eastern Europe

Sven-Erik Lundberg, University of Gävle, Gävle, Sweden.

Benchmarking is a method to compare similar plants. Several problems arise in the evaluation of the similarity. Therefore the actual benchmarking was divided into three areas, the European Union, North America and Eastern Europe. The transformation cost was compared for new mills rolling 750000 t/a. The costs are of the same order in the different areas. The advantage of low hourly wages in Eastern Europe is lost due to the larger mill crew. Higher mill capacity give lower cost. This is a threat to many EU-located bar mills. A model to calculate the transformation cost as a function of the capacity was developed. The model give fairly good predictions. Comparison of the calculated cost to the costs in the investigated new mills show sufficient conformity. The weakest point is the estimation of the capital cost, which is not technologically determined. This is probably the main reason for deviations in transformation costs shown for similar plants.

Installation of world-first DQ system downstream plate/Steckel mill: Direct quenching innovations at Nucor Tuscaloosa

Alessandro Stenico, Danieli Germany, Düsseldorf, Germany; William Tami, Danieli & C. SpA, Buttrio, Italy.

The world’s first installation of a direct quenching system downstream of a plate/Steckel mill has started full industrial production at Nucor Steel Tuscaloosa after the Final Acceptance Certificate was released in March. Also included in the package is the CQE (Coil Quality Estimator) system, a mathematical model for predicting product’s mechanical properties in real time. Hot tests and commissioning were carried out during normal production.

Innovative coating for best-in-class mould wear resistance: Improved product quality in slab, bloom and billet casting

Mould coatings are a crucial part in continuously improving product quality and reducing operating costs in the continuous steel casting process. Monitor Coatings – a UK-based Castolin Eutectic company first developed a unique, ceramic composite coating technology, XuperCoat, which has produced best-in-class results in terms of mould life time, cast product quality and caster operating costs. 30 years of experience are a proven record for this coating type and continuous developments of the technology now allow the application of such coatings on all types of moulds including bloom and billet tubes. Furthermore, with increasing environment restrictions on hexavalent chromium compounds XuperCoat is the most efficient reliable alternative for steel casters moving away from electroplating solutions.

Technik + Trends

Entkarbonisierung – weit mehr als nur eine technologische Herausforderung

Johann Prammer, voestalpine AG, Linz, Österreich.

Klimaschutz ist für energieintensive Industrien nicht nur eine technologische Aufgabe, sondern untrennbar mit energie- und industriepolitischen Themen verbunden. Entscheidend für das tatsächliche Gelingen der „Entkarbonisierung“ ist daher der politische Rahmen, und zwar nicht nur auf nationaler Ebene. Eine besondere Herausforderung stellt dies für die Stahlindustrie dar, die unverzichtbarer Teil einer langfristigen Lösung ist.

Hadeed modernisiert Stahlwerk für das digitale Zeitalter

Wilfried Runde; Michael Bruns; Bernd Weber; Binay K. Choudhary; Mario Ufermann, SMS group GmbH, Düsseldorf, Deutschland; Said Gadhib-Al, Saudi Iron and Steel Company (Hadeed), Al Jubail al-Sinaiyah, Saudi-Arabien.

Kann man ein Stahlwerk und Stranggießanlagen, deren Automationstechnik teilweise aus den 1980er-Jahren stammt, fit für die Industrie 4.0 machen? Ja, es geht. Für den Kunden Saudi Iron and Steel Company (Hadeed) in Saudi-Arabien haben Spezialisten innerhalb kürzester Zeit eine hochmoderne Automationstechnologie implementiert. Die Besonderheit: Die neuen, einheitlichen Systeme nutzen den großen vorhandenen Datenbestand mit intelligenten Analysetools. Diese Kombination aus empirischem Erfahrungsschatz und selbstlernenden Prozessmodellen führt bei Hadeed zu einer deutlichen Kostensenkung bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung. Hinzu kommt, dass Hadeed mit der Modernisierung durch Virtualisierungstechniken unabhängiger von Hardwarekomponenten und flexibler bei der Ersatzteilversorgung wird.

Neue Condition-Monitoring-Anwendung in der Stahlerzeugung

Anna Mayrhofer, Franz Hartl, Andreas Rohrhofer, Klaus Stohl, Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich.

Für schnell rotierendes Equipment (Lager, Pumpen, Motoren, Getriebe, etc.) ermöglichen zahlreiche Condition-Monitoring-Techniken, überwiegend Vibrationsanalysen, die Anwendung von Predictive Maintenance. Bei langsam rotierendem Equipment (<1 min-1) liegt eine andere Situation vor. Ein neuer Ansatz zur Überwachung von derartigem Equipment wird in diesem Beitrag beschrieben. Schwingungsüberwachung ist normalerweise nicht möglich, da nicht genügend Energie in den gemessenen und analysierten Schwingungen liegt. Im Gegensatz dazu liefert die Stoßimpulsmethode zum ersten Mal genaue Informationen zum Zustand des Equipments. Die Anwendung dieser Technik wird am Beispiel des Pfannendrehturms und des LD-Konverters für sehr langsam drehendes Equipment im Detail vorgestellt.

Neue Leichtbaustudie als Basis zukünftiger Stahlwerkstoffe für den Einsatz in der Karosserie

Ansgar Hatscher; Dominik Feuer; Philipp Marcks; Astrid Wollenber; Oliver Schauerte, Volkswagen AG, Wolfsburg; Erdeniz Ince, Niklas Günther, Projektingenieur, GNS mbH, Braunschweig.

Stahlhersteller tragen ein hohes Risiko bei der Entwicklung von neuen Stählen, wenn die Erfordernisse der Kunden nicht genau genug bekannt sind. Der Automobilhersteller wird keine neuen Stähle in einer Großserienfertigung einsetzen, wenn diese nicht ausreichend für den Anwendungsfall erprobt sind. Als Kommunikationsbasis wird eine Methodik vorgestellt, die die erforderlichen Materialeigenschaften für eine zielorientiertere Stahlentwicklung aufzeigen kann, unter Berücksichtigung komplexer Beanspruchungssituationen einer Gesamtfahrzeugstruktur.

Innovation

Präzise Dickenmessung mit integrierter Breitenmessung mittels Laserliniensensoren: Clevere Systeme für hochgenaue Fertigungsüberwachung

Achim Sonntag, Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG, Ortenburg.

Die Dicke ist eine der wichtigsten Größen bei der Herstellung von Brammen, Blechen und Coils aus Stahl, da sie für die Weiterverarbeitung von Bedeutung ist. Die Breite spielt unter anderem auch dann eine große Rolle, wenn das Material in einzelne Ringe gespalten wird. Abweichungen in der Produktion würden eine Menge Geld und auch Zeit kosten. Ein absolutes Muss im Produktionsprozess ist daher eine hochgenaue Fertigungsüberwachung, die sich z.B. durch den Einsatz von Laserliniensensoren sicherstellen lässt.

Timken präsentiert neuartige Quick-Flex-Kupplungen: Einfache Montage und störungsfreie Wartung

Nigel Pickford, The Timken Company, Coventry, Großbritannien.

Die Quick-Flex-Kupplung von Timken ist eine zuverlässige, wartungsfreundliche Lösung zur Wellenverbindung. Bei der Entwicklung dieser Kupplung standen die Prinzipien der einfachen Montage und der störungsfreien Wartung im Vordergrund, die mit nur wenigen Komponenten und einem neuartigen Design realisiert wurden.

Unternehmen + Märkte

Deutscher Stahlrohrmarkt im Jahr 2016 und Ausblick auf 2017: Neue Herausforderungen für die deutsche Stahlrohrindustrie

Während die weltweite Stahlrohrproduktion im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 164 Mio. t zurückging, nahm die Produktion in der EU und in Deutschland jeweils um 4 % auf 13 bzw. 2,6 Mio. t zu. Europaweit war das positive Ergebnis auf Produktionssteigerungen bei geschweißten Stahlrohren bis 40,6 cm Außendurchmesser und Großrohren zurückzuführen, wohingegen die Produktion nahtloser Stahlrohre vor allem wegen der anhaltenden Investitionszurückhaltung der Energieindustrie rückläufig war.

Fluid Bag – eine neue Verpackung für Schmierstoffe: Die effiziente Alternative zum klassischen Fettfass

Jana Giermann, Total Deutschland GmbH, Berlin.

In der produzierenden Industrie ist Zeiteffizienz einer der wichtigsten Faktoren für Kostenreduktion und Steigerung der Produktivität. Daher ist es wichtig, neue Alternativen zu traditionellen Produktionsabläufen zu finden. Auch die Beschaffung und Lagerung von Schmierstoffen ist hiervon betroffen. Das ESF-Elbe Stahlwerk Feralpi in Riesa verwendet seit Anfang Januar 2016 eine effiziente Verpackungsmethode für eines der im Werk eingesetzten Fette: den Fluid Bag. Im nachfolgenden Interview wurde der Leiter der Instandhaltung des Walzwerks, Sebastian Herbig, zur Anwendung der Fluid Bags und deren Vorteilen befragt.