AKTUELLE AUSGABE

Heft 9/2017

Aus dem Inhalt dieser Ausgabe:

Metallurgie

  • Low CO2 ironmaking in the blast furnace (In englischer Sprache)
  • Moderne Bodenspülstrategien und -techniken verbessern Konverterprozess

Kokereitechnik

  • Entwicklung eines neuen Steinstopfensystems für Koksofentüren

Anlagentechnik

  • Verkürzte Prozesszeit und bessere Verfügbarkeit durch neue ­Sublanzenmanipulatoren

Werkstoff Stahl

  • Normungsarbeit in der Stahlindustrie

Innovation

  • Partnerschaft mit dem Kunden als Schlüssel zum Erfolg: Turnkey im Wandel
  • Neue Mittel-Mangan-Stähle

Unternehmen + Märke

  • Konferenz über die Digitalisierung in der Stahlindustrie in IJmuiden: Industrie 4.0 – was steckt dahinter?

Technik + Trends

Metallurgie

Roheisenerzeugung im Hochofen mit niedrigen CO2-Emissionen (In englischer Sprache)

Lena Sundqvist Ökvist, Swerea Mefos AB, Luleå, Sweden, and MiMeR, Lulea University of Technology, Luleå, Sweden; Per Lagerwall, SSAB Europe, Luleå, Sweden; Bo Sundelin, SSAB Special Steels, Oxelösund, Sweden; Joel Orre, Mats Brämming, Maria Lundgren, Swerea Mefos AB, Luleå, Sweden.

Die Stahlindustrie trägt zu den globalen Emissionen von fossilem CO2 mit ca. 7 % bei, die hauptsächlich auf den Einsatz von Kohle und Koks im Hochofen (HO) zurückzuführen sind. Gleichzeitig bleibt der Hochofen auf absehbare Zeit die energieeffizienteste Methode für erzbasierte Roheisenerzeugung. Mehrere Forschergruppen haben verschiedene Konzepte untersucht, mit denen sich die CO2-Emissionen minimieren lassen, wie z.B. das ULCOS-Top-Gas-Recycling BF, die Injektion von H2-Gas oder die Verwendung von Biomasseprodukten und HBI. In diesem Beitrag werden verschiedene Optionen und, in einigen Fällen, Kombinationen aus diesen analysiert und im Hinblick auf die Bedingungen im Hochofen sowie ihre Auswirkungen auf die fossilen CO2-Emissionen verglichen.

Moderne Bodenspülstrategien und -techniken verbessern Konverterprozesse

Matthäus Haider, Marcus Kirschen, Roland Ude, Karl-Michael Zettl, RHI AG, Wien, Österreich.

RHI erweiterte das vorhandene Portfolio mit Spülsteinen für sehr hohe Gasvolumenströme und verbesserte die Spülsteinverfügbarkeit, unter anderem bei Schlackenpflegemaßnahmen. Fallstudien zeigen das verbesserte Verschleißverhalten, die höhere Spülerverfügbarkeit und metallurgische Vorteile.

Kokereitechnik

Entwicklung eines neuen Steinstopfensystems für Koksofentüren

Michael Specht, Refratechnik Steel GmbH, Düsseldorf; Andreas Baaske, thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg; Michael Cremer, KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg.

Angestoßen von einem Six-Sigma-Projekt zur Instandsetzungsoptimierung der Koksofentüren der Kokerei Schwelgern, wurde überlegt, wie die Standzeit der Koksofentüren verbessert werden kann. Eine Möglichkeit ist die Verbesserung der Fertigbauteile, die den Türkörper der Ofentüren vor der Temperaturbelastung schützen. Die Fertigbauteile stellen einen wesentlichen Anteil an der Konstruktion der Koksofentüren dar und sind essentiell für deren Funktion und Dichtigkeit. Bei der Weiterentwicklung der Fertigbauteile wurden die Qualitätsmerkmale Temperaturwechselbeständigkeit und Wärmedehnung wesentlich verbessert.

Anlagentechnik

Verkürzte Prozesszeit und bessere Verfügbarkeit durch neue ­Sublanzenmanipulatoren

Martin W. Egger, Joachim Lehner, Hannes Nogratnig, voestalpine Stahl GmbH, Linz, Österreich; Andreas Priesner, Helmut Lechner, Gerhard Wimmer, Primetals Technologies Austria, Linz, Österreich.

Um die Reduktion der Prozesszeit und die Verfügbarkeit der LD-Konverter im Hochleistungsstahlwerk der voestalpine Stahl GmbH in Linz zu erhöhen, war es notwendig, die alten Sublanzenmanipulatoren (von 1987) durch drei neue Sublanzenroboter zu ersetzen. Der Umbau der Sublanzenmanipulatoren erfolgte jeweils während einer fünftägigen Tiegelzustellung. Bereits während der Inbetriebnahmephase konnte eine gefordert hohe Verfügbarkeit >95 % erreicht werden. Diese Roboterlösung stellt mit diesem hohen Automatisierungsgrad einen neuen Standard in der Stahlindustrie dar.

Werkstoff Stahl

70 Jahre Normungsarbeit in der Stahlindustrie

Burkhard Raith, Richard D. Knobloch, Normenausschuss Eisen und Stahl (FES), Düsseldorf.

Der DIN-Normenausschuss Eisen und Stahl (FES) feiert in diesem Jahr das 70. Jubiläum. Aus diesem Anlass möchten wir Sie über historische Hintergründe, die aktuelle Aufstellung sowie die Normungsarbeit des Ausschusses informieren.

Innovation

Partnerschaft mit dem Kunden als Schlüssel zum Erfolg: Turnkey im Wandel

Stephan Nehring, Selcuk Dogulu, Marlene Wagner, SMS group GmbH, Düsseldorf; Sandra Neuser, SMS group GmbH, Hilchenbach.

Industrieunternehmen bzw. Anlagenbetreiber auf der einen und Anlagen- und Maschinenbauer auf der anderen Seite werden die zukünftigen Herausforderungen jeweils allein nicht mehr bewältigen können. Zu hoch ist die Komplexität der Anforderungen, sodass nur enge Partnerschaften und eine intelligente sowie vertrauensvolle Arbeitsteilung den Erfolg im globalisierten Wettbewerb ermöglichen. Wer vor diesem Hintergrund nicht nur auf der Höhe der Zeit bleiben will, sondern an der Spitze des Wettbewerbs stehen möchte bzw. die Entwicklungen maßgeblich beeinflussen will, muss eine Vielzahl von Kompetenzen zusammenführen und bündeln. Das gilt gleichermaßen für den Anlagenbetreiber wie den Anlagenbauer.

Max-Planck-Institut für Eisenforschung präsentiert Forschungsschwerpunkte (9): Neue Mittel-Mangan-Stähle

Dirk Ponge, Alisson Kwiatkowski da Silva, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Mittel-Mangan-Stähle besitzen bei vertretbaren Kosten ein enormes Potenzial, Gefüge mit hoher Festigkeit, Duktilität und Zähigkeit einzustellen. Am Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) wurden relevante Mechanismen geklärt, um nun wissensbasiert dieses Potenzial auszuschöpfen.

Unternehmen + Märke

Konferenz über die Digitalisierung in der Stahlindustrie in IJmuiden: Industrie 4.0 – was steckt dahinter?

Raffael Bilder, PSI metals, Berlin; Kurz Herzog, Primetals Technologies Austria, Linz, Österreich.

Der Begriff Industrie 4.0 ist kein neuer. Kaum eine politische Rede mit wirtschaftlichem Bezug oder kaum ein Forschungsantrag im Bereich Produktion kommt heute ohne dieses Schlagwort aus. Auch die Herleitung des Begriffs mit Bezug zu den vergangenen drei industriellen Revolutionen ist bekannt und bedarf keiner Wiederholung. Diese Bekanntheit hat jedoch einen Beigeschmack; lange konnte man sich vor allem in der Stahlindustrie keinen Reim auf dieses vermeintliche Modewort machen und so wurde Industrie 4.0 rasch in die Marketingnische verbannt. Gut für Forschungsgelder, hieß es, aber sonst sei da nicht viel Neues dahinter. Die Stahlindustrie ist seit Langem hochautomatisiert und Industrie 4.0 sei daher ohnehin nur alter Wein in neuen Schläuchen. Aber ist dem so oder tut man dem Thema Industrie 4.0 unrecht? Wie der Begriff „Industrie 4.0“ selbst sich nicht eindeutig definieren lässt, gibt es auch auf diese Frage keine eindeutige und schon gar nicht einfache Antwort. Es ist notwendig, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, um dieses Phantoms habhaft zu werden.