AKTUELLE AUSGABE

Heft 5 / 2018

Technik + Trends

Anlagentechnik

Tenaris produziert erfolgreich auf neuer PQF-Nahtlosrohranlage

Michael Wilms, SMS group, Mönchengladbach

Tenaris hat in ihrer Nahtlosrohranlage in Bay City, USA, rd. 130 km südwestlich von Houston, erfolgreich die Produktion aufgenommen. Insgesamt investierte das Unternehmen 1,8 Mrd. $ in die Anlage, die sich in der Nähe des aktivsten Schiefergebietes der Vereinigten Staaten befi ndet. Das Werk produziert vergütete Ölfeldrohre (OCTG-Rohre), die zur Erdgas- und Erdölförderung eingesetzt werden. Das neue von der SMS group errichtete PQF-Rohrwerk ist in der Lage, jährlich 600 000 t präzise Nahtlosrohre mit Durchmessern von bis zu 244,5 mm herzustellen.

Simulation und Optimierung eines Banddurchlaufofens

Carsten Rein, Bernhart Stranzinger, Rigo Giese, VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH, Düsseldorf

Das VDEh-Betriebsforschungsinstitut nutzt seit Jahren die Kombination von numeri-schen Simulationen, Messungen am Prüfstand und Betriebsmessungen in der Anlage zur Optimierung von Thermoprozessen. Ein Beispiel stellt hierbei die Optimierung eines unterstöchiometrisch betriebenen Vorwärmofens einer Feuerverzinkungsanlage dar. Vor der Verzinkung wird das Band in einem unterstöchiometrisch betriebenen
Banddurchlaufofen auf ca. 800 °C aufgeheizt. Zur Sicherstellung einer defi nierten Ofenatmosphäre in den einzelnen Ofenzonen und zur Senkung des Energiebedarfs wurden der Banddurchlaufofen sowie die eingesetzten Brenner experimentell und numerisch untersucht. Basierend auf diesen Ergebnissen wurden Ansatzpunkte für Verbesserungen am Ofen identifi ziert und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Beheizungsprozesses erarbeitet.

Digitalisierung

Wie digitale Verfahren die Wertschöpfungsketten von Stahl- und Metallherstellern revolutionieren können

Rainer Schuster, Nicole Voigt, Gaurav Nath, Nanne Louw, The Boston Consulting Group, München, Düsseldorf, London

Digitale Technologien bieten Stahl- und Metallherstellern die Chance, ihre Wertschöpfungskette substantiell zu verbessern und dabei gleichzeitig ihren Kundenservice, ihre Gewinnmargen und ihre Bestände zu optimieren. Zudem erfordert die Realisierung dieser Vorteile keine umfassende IT-Transformation. Vielmehr können Unternehmen durch agile Pilotierung schnell von neuen Technologien wie Predictive Analytics und Data Lakes profi tieren und innerhalb von Wochen erste Ergebnisse erzielen, zu einem Bruchteil der Kosten bisheriger Transformationen.

Innovation

Elektromobilität: voestalpine startet mit Innovationen durch

Peter Felsbach, voestalpine AG, Linz, Österreich

Der Technologie- und Industriegüterkonzern voestalpine sichert sich zunehmend eine zentrale Position im weltweit dynamisch wachsenden Industriezweig der Elektromobilität. Neben höchstfestem und gleichzeitig immer leichterem Stahl als Werkstoff für Karosserie oder Batteriegehäuse, revolutioniert die voestalpine den Elektromobilitätsmarkt mit innovativen Produktlösungen für E-Motoren. Der aktuellste Durchbruch gelang mit dem Verfahren „compacore“, bei dem hochwertiges Elektroband zu Rotorpaketen – dem zentralen Element eines Elektromotors – auf Basis neuester Technologien verklebt und damit die Effizienz der Motoren nachhaltig gesteigert wird. Die Nachfrage der Premiumautomobilkunden ist groß: voestalpine investierte zuletzt in eine neue Serienanlage in Nagold, Deutschland, die mit vier Aufträgen im Umfang von 30 Mio. € bereits bis 2021 voll ausgelastet ist.

thyssenkrupp ersetzt Konstruktion an der Sinterabgas-Anlage in Duisburg-Schwelgern: Neues Ventilatorlaufrad für das größte Stahlwerk Europas

Tobias Möldner, München

Die thyssenkrupp Steel Europe AG betreibt in Duisburg den größten Stahlproduktionsstandort in Europa. Nach einer Prozessanpassung zum Zweck der Staubemissionsreduktion wurden bei einem regelmäßigen Anlagencheck, der zweimal im Jahr durchgeführt wird, am Laufrad des Sinterabgasventilators von Sinterband III Verschleißerscheinungen festgestellt. Um die Funktionstüchtigkeit der Anlage zur erhalten, wurde das Laufrad deshalb kurzfristig durch einen bereitstehenden Ersatzrotor aus dem Magazin ausgetauscht, dessen Montage innerhalb von fünf Tagen mit einem 20 Mann starken Team erfolgte. Im Anschluss wurde ein neues Laufrad bestellt. Eine der Herausforderungen bei diesem Projekt war, dass
die noch intakte Welle beibehalten und das Laufrad dazu passend konstruiert werden sollte.

Fraunhofer IWM entwickelt neues Simulationsmodell für die Kaltmassivumformung: Komplexe Bauteilherstellung virtuell und kostengünstig designen

Maksim Zapara, Eva Augenstein, Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, Freiburg

Bauteile für Automobile und Maschinen werden häufig in mehreren Massivumformschritten hergestellt. Dabei können die Werkstoffe bis an die Grenze ihrer Verformbarkeit belastet werden und unsichtbare Schäden auftreten, die wichtig für die Lebensdauervorhersage eines Bauteils sind. Bisher gebräuchliche Computersimulationen zur Auslegung eines Bauteils können die Schädigungsentwicklung in mehrstufigen Prozessen nicht immer präzise genug berechnen, um Ort und Zeitpunkt eines Materialversagens vorherzusagen. Dies leistet nun ein neues Simulationsmodell, das am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg entwickelt wurde.

Unternehmen + Märkte

Digitalisierung bei ArcelorMittal: Optimierte Prozesse und umfassende Transparenz Wettbewerbsvorteil durch digitale Zwillinge

Perry Reisewitz, Compass Communications GmbH, Starnberg

Effizienter, transparenter, flexibler, kostengünstiger und sicherer – die Anforderungen an die Digitalisierung in der Stahlbranche sind groß. ArcelorMittal, das weltgrößte Stahl- und Bergbauunternehmen, setzt mit einem umfassenden Paket an Projekten auf digitale Lösungen: Die Effizienz wird durch den Einsatz von Drohnen gesteigert, für seine Coils plant das Unternehmen digitale Zwillinge, mit intelligenten Videoanalysen können Unfälle vermieden werden.