Archiv Heftbeiträge

stahl und eisen 10/2018

TECHNIK + TRENDS

Anlagentechnik

Arvedi ESP beweist Flexibilität bei Rizhao Steel
Andreas Jungbauer, Roman Winkler, Andreas Viehböck
Primetals Technologies Austria, Linz, Österreich

Bei Rizhao Steel stellt das Arvedi ESP-Verfahren seine Flexibilität sowohl im Betrieb als auch hinsichtlich des Platzbedarfs unter Beweis. Die ESP-Linie 4, die ursprünglich in einem bestehenden Stahlwerk mit geringerer Pfannengröße eingeplant war, wurde zum Stahlwerk der ESP-Linien 1 bis 3 hinzugefügt und musste während des laufenden Projekts in einem engen Zwischenraum eingepasst werden. Weitere Merkmale für eine erweiterte Flexibilität dieser ESP-Linie sind der Inline-Arbeitswalzenwechsel, der bei vollem Linienbetrieb ohne Produktionsunterbrechung durchgeführt werden kann.

Vollautomatische Ebenheitscharakterisierung von Grobblechen
Marvin Laugwitz, Johannes Lohmar, Gerhard Hirt, Simon Seuren, Martin Jochum
Institut für Bildsame Formgebung der RWTH Aachen University, Aachen; Saarstahl AG, Völklingen; AG der Dillinger Hüttenwerke, Dillingen/Saar

Ebenheit stellt ein wesentliches Qualitätsmerkmal bei der Herstellung hochwertiger Grobbleche dar, welche durch einen Richtprozess sichergestellt wird. Zur Prozessoptimierung und Berücksichtigung von Ebenheitsfehlern im Richtprozess ist es notwendig, die für das erfahrene Bedienpersonal leicht zu erkennenden Ebenheitsfehler anhand von charakteristischen Kennwerten zu beschreiben. Da alle Prozessparameter in einer Datenbank archiviert werden, können Fehlerklassen gezielt Produktionsbedingungen zugeordnet und der Richtprozess dementsprechend optimiert werden.

Elektroband produzieren und vom E-Mobility-Trend profitieren
Markus Jaenecke, Thomas Pfeiffer, Michael Haentjes, Caesar Sasse, Andreas Böttcher
SMS group GmbH, Düsseldorf; MET/Con GmbH, Düsseldorf

Viele Fahrzeughersteller und Länder kündigen an, in naher Zukunft keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zu produzieren oder zuzulassen und unterstützen den Trend zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Elektroband (auch Siliziumstahl genannt) ist zwingend erforderlich, um die notwendigen elektrischen Antriebssysteme und die entsprechende Infrastruktur mit einem dichten Netz aus Ladestationen bereitzustellen. Dieser Artikel vermittelt einen Überblick über den Markt und die Anwendungen für Elektroband. Des Weiteren zeigt er die erforderlichen Anpassungen (Chemie, Prozesse, zusätzliche Anlagen) im Hinblick auf die Produktion von Elektroband in bereits vorhandenen Stahlwerken auf und die Lösungen der SMS group dazu.

INNOVATION

Innovation von Tebulo erhöht die Arbeitssicherheit: Neue Roboterlösung für sichere Bandschnitte im Stahlbereich
Henriëtte van Norel van Norel Journalistiek & Communicatie, Maarn, Niederlande

Tebulo hat eine innovative Roboterlösung für den Einsatz in der Stahlindustrie entwickelt. Jeden Tag müssen die Mitarbeiter in Stahlwerken die Reparaturstation benutzen, um beschädigte Teile von Stahlcoils abzuschneiden, bevor die Bearbeitung der Bänder fortgesetzt werden kann. Da die Arbeit in diesem Bereich nicht ungefährlich ist, bat der französische Kunde ArcelorMittal Tebulo Industrial Robotics, eine Roboterlösung für diesen Bereich zu entwickeln. Dieser Beitrag Informiert über die neu installierte roboterunterstützte Reparaturstation mit Plasmaschneider.

Zwei neue Verfahren optimieren die Randschichthärtung von Bauteilen: Laserhärten ohne Anlasszonen
Mario Leichnitz Laserline GmbH, Mülheim-Kärlich

Das Laserhärten hat sich beim selektiven Randschichthärten von Oberflächen bewährt. Durch Wärmeleitung in angrenzende Härtespuren entstehen beim Laserhärten oft unerwünschte Anlasszonen. Zwei neue diodenlaserbasierte Verfahren ermöglichen jetzt erstmals ein anlassfreies Laserhärten – bei hohen Härten von über 800 HV1.

Integration von Datenmanagement, Wissensmanagement und Modellbildung: Werkstoffdatensystem EDA stabilisiert und optimiert Produktionsprozesse
Dr. Uwe Diekmann Matplus GmbH, Wuppertal

EDA ist ein flexibel einsetzbares Informationssystem für die Werkstofftechnik. Das System ermöglicht eine nahtlose Integration von Datenmanagement, Wissensmanagement und Modellbildung. Die moderne Webanwendung kann im Intranet über übliche Webbrowser genutzt werden kann. Mit der neuen Version 2 kann der Einfluss von Analysenschwankungen auf Werkstoffeigenschaften noch besser analysiert und bewertet werden. Tabellarische und statistische Sichten auf Daten können einfach konfiguriert, mit Lesezeichen versehen und wiederverwendet werden.

UNTERNEHMEN + MÄRKTE

Härterei-Kongress HK 2018: Werkstoffe und Wärmebehandlung für die Elektromobilität

Beim diesjährigen 74. Härterei-Kongress (16.–18. Oktober 2018 in Köln) befasst sich das begleitende Diskussionsforum mit Werkstoffen und Wärmebehandlungen für die Elektromobilität. Die deutsche Automobilindustrie ist heute weltweit führend im Bau von hochqualitativen, leistungsstarken und effizienten Premiumfahrzeugen. Dieser Erfolg stützt sich vor allem auf drei Pfeiler: die enge Verzahnung mit Wissenschaft und Forschung, die starke Vernetzung mit der Zulieferindustrie und dem Maschinen- und Anlagenbau sowie die hohe Konzentration von OEMs und Zulieferern am Standort Deutschland.

stahl und eisen 9/2018

TECHNIK + TRENDS

Metallurgie

Vergleich der Hochofenbetriebsweisen in der Welt
Hans Bodo Lüngen, Peter Schmöle
Stahlinstitut VDEh, Düsseldorf; thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg

Der Hochofen ist weltweit der dominante Lieferant von metallischem Vorprodukt für die Rohstahlerzeugung. Er hat einen extrem hohen technologischen Standard mit großer Effizienz und niedrigen Reduktionsmittelverbräuchen erreicht. Unabhängig von der Tatsache, dass der Hochofen weitgehend im theoretischen Minimum des Energieverbrauchs arbeitet, ermöglicht er den Betreibern eine große Bandbreite an Betriebseinstellungen mit hoher Bandbreite. Diese Flexibilität variiert je nach regionalen und anderen Begleiterscheinungen in umfangreichen Möglichkeiten bezüglich Eisenerzmöllerstruktur, Reduktionsmittelverbrauch sowie Einsatz von Ersatzreduktionsmitteln und Koksverbräuchen, Produktionsleistungen und Sauerstoffzusätzen sowie der Dauer von Hochofenreisen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Anforderung an die Qualität der Eisenerzmöllerstoffe und den Hochofenkoks.

Anlagentechnik

Hightech-Produktionsplanung mit X-Pact MES 4.0 bei Big River Steel
Wilfried Runde, Franck Adjogble
SMS group, Düsseldorf; SMS group Inc., Pittsburgh, USA

Durch Digitalisierungsansätze ergänzte Manufacturing Execution Systeme helfen dabei die heutigen Herausforderungen in der Stahlindustrie zu meistern und sich zu einem intelligenten, selbstlernenden Stahlwerk hinzuentwickeln. Die anlagenweite Echtzeit-Materialverfolgung, flexible Produktionsplanung und kontinuierliche Leistungsoptimierung unterstützen das Unternehmen bei der Erreichung der strategischen Kennzahlen, wie kürzere Lieferzeiten mit einer hohen Lieferzuverlässigkeit, maximale Erträge, hohe Anlagenauslastung und eine wettbewerbsfähige Kostenorientierung. Bei Big River Steel in den USA zeigen die Digitalisierungsansätze im MES-System bereits jetzt ihre hohen Potenziale.

Neues Lösungstool für Prozessmanagement von Edelstählen und Nickellegierungen
Klaus Neugebauer
AfÖ. Agentur für Öffentlichkeitsarbeit, Ditzingen

Wenn man ein Unternehmen als Organisation von Prozessen versteht, gewinnt es. Natürlich besteht ein Unternehmen der Stahlindustrie wie die BGH Edelstahlwerke GmbH nicht nur aus Prozessen. Aber bestimmte Bereiche gewinnen an Klarheit und Transparenz, seitdem man sie als Prozesse organisiert. Als Beispiel wird die neue Organisation für das hauseigene Managementsysteme, das Auditmanagement sowie die Bereich Beschaffung für die Produktion von Edelstählen und Nickellegierungen vorgestellt.

INNOVATION

Additive Fertigung: Das Zukunftsthema der Produktionstechnik: Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt setzen auf
3-D-Druck

Messe Düsseldorf, Düsseldorf

Additive Fertigung ist das große Zukunftsthema der Produktionstechnik. Der dreidimensionale Druck ergänzt immer stärker herkömmliche Fertigungstechniken und ist in vielen anspruchsvollen Industrien wie der Medizintechnik, der Automobilindustrie und der Luft- und Raumfahrt bereits erfolgreich im Einsatz. Auch Gießereiindustrie, Stahl- und Aluminiumbranche haben das Potenzial des 3-D-Drucks erkannt. Das Düsseldorfer Messequartett GIFA, METEC, THERMPROCESS, NEWCAST 2019 (25.−29. Juni 2019) widmet dem Thema „Additive Manufacturing“ aus diesem Grund eine eigene Sonderschau.

Additive Manufacturing bei SMS group: Leichter, mobiler, kostengünstiger und sicherer
SMS group, Düsseldorf

Die SMS group beschäftigt sich bereits seit Jahren intensiv mit dem Thema der additiven Fertigung. Ein junges, engagiertes Forschungs- und Entwicklungsteam treibt innerhalb des Unternehmens die innovative Technologie voran. Vorgestellt werden erste Ergebnisse bei der Entwicklung neuartiger Sprühköpfe für die Gesenkschmiedeindustrie und Injektoren für den Konverterprozess.

Studie der Universitäten Kaiserslautern und Mainz zur Werkstoffprüfung: Schäden innichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren
Technische Universität Kaiserslautern

Verschleiß, Korrosion, Materialermüdung – diese Abnutzungserscheinungen sind den meisten Werkstoffen gemein. Umso wichtiger ist es, Schäden früh zu entdecken, am besten schon im Mikrobereich. Dazu werden oft magnetische Prüfverfahren verwendet. Bei nichtmagnetischem Stahl war das bislang unmöglich. Forscher aus Kaiserslautern und Mainz haben nun ein Verfahren entwickelt, bei dem sie eine dünne magnetische Schicht auf Stahl auf bringen. Änderungen in der Mikrostruktur lassen sich so durch Veränderungen magnetischer Effekte aufspüren.

Wichtiger Rohstoff Schrott für Elektrostahlerzeugung: Effizienterer Schmelzbetrieb durch „sauberen“ Schrott
Boris Geyersbach
Sicon GmbH, Hilchenbach

Schrott ist der mit Abstand wichtigste Rohstoff in der Elektrostahlherstellung. Über 70 % der direkten Kosten werden durch den Schrotteinkauf verursacht. Rechnet man noch die Kosten für elektrische Energie, Elektrodenverbrauch und Feuerfestmaterial hinzu, die stark durch Art und Qualität des Schrotts bestimmt werden, so wird die besondere Bedeutung von Schrott noch offensichtlicher.

Ascometal stellt neuen bainitischer Stahl für die Automobilindustrie vor: Splitasco XS optimiert Leichtbauweise von Pleuelstangen
Schmolz + Bickenbach Gruppe

Ascometal hat eine neue Variante seiner beliebten Stahlsorte Splitasco HC entwickelt. Diese Stahlsorte wird seit Jahren erfolgreich als effiziente Möglichkeit zur mechanischen Optimierung von Standard-C70-Pleuelstangen vertrieben. In Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für die Pleuelfertigung konnte Ascometal nun den Splitasco XS entwickeln. Die neue Sorte verbessert zum einen die Leichtbauweise der Pleuel und ermöglicht zudem eine höhere Lastübertragung bei deutlich reduziertem CO2-Ausstoß.

UNTERNEHMEN + MÄRKTE

Nachhaltige Sicherung des Energiebedarfs aus Solaranlagen: Konzept für subventionsfreien Strom für die Stahlbranche
Julia Eckelt
Bestfall GmbH, Mainz

Das Unternehmen Bejulo hat sich auf nachhaltige, rentable Geschäftsmodelle zur Stromerzeugung und -nutzung aus Solarenergie spezialisiert, die ohne Subventionen auskommen. Es läutet damit auch für die Stahl produzierende und verarbeitende Industrie die „nächste Generation“ der Stromerzeugung ein und realisiert langfristig günstige Energie aus Solaranlagen.

Seit über 90 Jahren Drahtgewebekonstruktionen von Gebr. Kufferath AG: Globale Bedürfnisse mit Kreativität und Innovationen beantworten
Ursula Herrling-Tusch
impetus.PR, Aachen

Außergewöhnliche Lösungen für Industrie und Architektur: Mit diesem Anspruch entwickelt die Gebr. Kufferath AG (GKD) in Düren seit über 90 Jahren Drahtgewebekonstruktionen, die einen Beitrag für eine gesunde, saubere und sichere Welt leisten. Ob Filter- und Abscheideprozesse in der mechanischen Verfahrenstechnik, Schlüsselfunktionen von Prozessbändern in einer Vielzahl industrieller Anwendungen oder Aufgaben der Gebäudeoptimierung: Mit einzigartiger Breite des Know-how-Spektrums sichert sich die technische Weberei ihre weltweit führende Marktposition als Hightech-Dienstleister für anspruchsvolle Nischenmärkte. Durch globale Präsenz, innovative Technologien und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle überträgt GKD konsequent Marktbedürfnisse in nachhaltigen Kundenerfolg. So setzt das in dritter Generation geführte Familienunternehmen mit führender Kompetenz und leidenschaftlichem Gestaltungswillen weltweit regelmäßig neue Standards. Langfristiges Denken und verantwortungsbewusstes Handeln machen die unabhängige mittelständische Weberei dabei auch in Zeiten dynamischen Wandels zum verlässlichen Partner.

stahl und eisen 8/2018

Technik + Trends

Metallurgie

Kostenoptimierung bei der Stahlerzeugung durch Stoff- und Elementbilanzen

Kağan Keler, Isa Keskin, Jürgen Cappel
Ereğli Demir ve Çelik Fabrikalari T.A.Ş, Ereğli, Türkei; CSC Cappel Stahl Consulting GmbH, Meerbusch, Deutschland

Das Recycling von Kreislaufstoffen, wie Staub und Schlamm aus Abgasreinigungsanlagen und/oder metallurgischen Schlacken mit den Zielen Ausbringensverbesserung und Vermeidung von Deponierung, ist gängige Praxis in den Hüttenwerken weltweit. Auch wenn die heute verfügbaren Technologien zum Recycling längst bekannt und beherrscht sind, so ist doch immer wieder zu beobachten, dass durch Rohstoffauswahl oder Recycling von Kreislaufmaterial an ungünstigen Stellen der Prozesskette unerwünschte Elementanreicherungen entstehen. Derartige Effekte können durch die Methode der durchgängigen Stoff- und Elementbilanzen vermieden werden. Eine Erweiterung der reinen Elementbilanz durch dynamische Umsetzungsfunktionen ermöglicht auch eine Kostenbewertung alternativer Prozessrouten. Die Methodik wird mithilfe der Beispiele für Phosphor und Schwefel erläutert. Beim türkischen Stahlerzeuger Erdemir konnte so die metallurgische Effizienz in seinem Werk Ereğli optimiert werden.

Anlagentechnik

Innengasdruckmessungen im Kokslabor im Vergleich zur industriellen Messung an der Kokerei Schwelgern

Marc Andre Schulten, Viktor Stiskala, Matthias Grimm, thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg

Der Einsatz von neuen Kokskohlen in industriellen Kokereien setzt eine intensive Bewertung durch Testprogramme voraus, um das Auftreten von kritischen Situationen während des industriellen Einsatzes zu verhindern. Diese Bewertung kann nur erfolgreich sein, wenn die produzierten Testergebnisse verlässlich und reproduzierbar sind. Daher wurden in den letzten Jahren im Kokereitechnikum der thyssenkrupp Steel Europe AG die Öfen zur Bewertung von Kokskohlen dahingehend optimiert, um verlässliche Werte für den Hauptpartner die Kokerei Schwelgern zu erzielen.

3-D-Inspektion auf Brammen und Grobblechen steigert Qualität von Stahlerzeugnissen

Steffen Burkhardt, Isra Parsytec GmbH, Aachen

Flachstahldefekte wie Risse, Rillen, Verformungen oder Schwingungsspuren haben ihre Ursachen häufig bereits in den frühesten Stufen der Stahlherstellung. Für ein effektives Qualitätsmanagement gewinnt die automatische Oberfl ächeninspektion daher zunehmend an Bedeutung. Leistungsfähige 2-D- und 3-D-Kombisysteme erkennen heute bei optischen Inspektionen und topografi schen Messungen höchst zuverlässig alle gängigen Defekte auf Brammen und Grobblechen, klar abgegrenzt von sogenannten Pseudodefekten. In Verbindung mit einer hochaufl ösenden Dimensionsvermessung wird der Produktionsprozess besser und genauer denn je und verspricht deutliche Steigerungspotentiale für hochwertigen Ertrag.

INNOVATION

Torsionssteife Lamellenkupplungen als wartungsarme Alternative: Anlagenverfügbarkeit erhöhen

Sina Cerny, R+W Antriebselemente GmbH, Klingenberg

Die Stahlerzeugung ist als ein kontinuierlicher Prozess angelegt. Daher ist sie auf Anlagen und Komponenten angewiesen, die eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit haben. Rollbahnantriebe zum Beispiel sind bislang häufig mit drehelastischen Kupplungen ausgestattet. Diese sind allerdings anfällig für Verschleiß, der Wartungsaufwand ist zudem hoch. Torsionssteife Lamellenkupplungen könnten eine interessante Alternative sein.

Deutsche Edelstahlwerke entwicklet neuen Werkstoff Corrodur 4418 Mod für leistungsfähige Bohrwerkzeuge: Spezialstahl für die Öl- und Gasindustrie

Rüdiger Ehrhardt, Daniel Kipp, Peter Grüneberg, Deutsche Edelstahlwerke Specialty Steel GmbH, Deutsche Edelstahlwerke Sales GmbH & Co. KG, Witten

Bei der Öl- und Gasgewinnung greifen korrosive Medien bei hohen Temperaturen permanent die Fördertechnik an. Mit dem Spezialstahl Corrodur 4418 Mod (auch bekannt als Super 13 Cr) bieten die Deutschen Edelstahlwerke Anwendern eine Werkstofflösung, die konventionelle Chromstähle in ihrer Leistungsfähigkeit übertrifft. Alleinstellungsmerkmale sind eine hohe Festigkeit, eine hervorragende Zähigkeit sowie eine gute Beständigkeit gegen Loch- und Spannungsrisskorrosion. Dadurch eignet sich der Spezialstahl optimal, um die Lebensdauer von sogenannten „Completion Tools“ zu erhöhen.

UNTERNEHMEN + MÄRKTE

Statement von Prof. Dr. Dieter Hundt zur deutsch-chinesischen Zusammenarbeit:
Deutsche Wirtschaft begrüßt Öffnung Chinas

Dieter Hundt
Zhongde Metal Group GmbH, Berlin

Mitte Juni fand die 4. Deutsch-Chinesische Mittelstandskonferenz in der südchinesischen Metropole Jieyang statt. 200 Teilnehmer aus Deutschland und anderen Ländern Europas kamen zu Kooperationsgesprächen zusammen. Die Bedeutung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen, die Herausforderungen und Chancen, die deutschen Mittelständlern in China begegnen, rückt Prof. Dr. Dieter Hundt, Ehrenpräsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), in einem Statement in den Fokus.

US-Exportkontrolle betrifft auch deutsche Unternehmen: Die USA bitten zur Kasse

Rabbijah Guder, Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner, Bruchsal
Aufgrund der Politik der Trump-Regierung in den USA müssen sich deutsche Unternehmen, um Sanktionen zu vermeiden, verstärkt mit einem Thema befassen, das sie bisher vernachlässigt haben: die US-Exportkontrolle. Der Beitrag informiert über aktuelle Fälle.

Steigende Nachfrage nach Grafitelektroden: Grafitpreise in Europa auf Achterbahnfahrt

Benjamin Sarközy, GES Europe GmbH, Gelnhausen

Produkte aus Grafit werden in der Stahlindustrie und Automobilbranche eingesetzt. Neben den „klassischen“ Märkten finden sich auch neue und immer noch wachsende Märkte, wie etwa für Lithium-Ionen-Batterien. Der Bedarf an diesen Batterien wächst durch die Megatrends Digitalisierung und dem Internet der Dinge enorm. Die Preise für Grafitelektroden sind in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen.

stahl und eisen 7/2018

Technik + Trends

Metallurgie

Produktion von Premiumstahl mit der 150-t-RH-Anlage bei Big River Steel

Thomas Eichert, Dieter Tembergen, Jochen Schlüter, Volker Wiegmann, Adam Beasley, Ray Garrison, SMS Mevac GmbH, Essen; Big River Steel, Osceola, USA

Im Sommer 2014 erhielt die SMS group den Auftrag zur Errichtung eines neuen Stahlwerkskomplexes bei Big River Steel LLC in Osceola, Arkansas, USA. Big River Steel produziert Rohrsorten und moderne hochfeste Sorten für die Automobilindustrie in den USA. Ein wesentlicher Bereich des integrierten Pfannenmetallurgiezentrums ist die neue 150-t-RH-Anlage von SMS Mevac GmbH. Die RH-Anlage bei Big River Steel dient zur Produktion von kornorientiertem sowie nicht kornorientiertem Siliciumstahl für elektrotechnische Anwendungen wie z. B. rotierende Teile in Motoren und stationären Transformatoren.

Nachhaltige Ressourcenschonung durch die Verwendung von LD-Schlacke

Michael Dohlen, Christian Dierks, thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH, Oberhausen; Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, Alzenau

Aus Gründen einer nachhaltigen und gesellschaftlich gewollten Ressourcenschonung ist die Verwendung von Sekundärrohstoffen ökologisch sinnvoll, um beispielsweise die Inanspruchnahme von Gesteinsrohstoffen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Zur Abschätzung der Umweltwirkungen durch die Verwendung von LD-Schlacke erstellte die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS eine Ökobilanz. Das Ergebnis der Studie ist, dass die aktuellen Nutzungswege der LD-Schlacke von thyssenkrupp Steel Europe AG positiver zu sehen sind als ein Verzicht auf die Verwendung und den zusätzlichen Einsatz von Primärrohstoffen.

Anlagentechnik

Neue RH-Anlage bei Ternium in Brasilien – ein Schritt in Richtung Industrie 4.0

Andrea Pezza, Beatriz Lopes, Heber Gomes, Leonardo Demuner, Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt, Deutschland; Ternium Brasil Ltda., Rio de Janeiro, Brasilien

Die neue RH-Anlage bei Ternium ist Teil der 330-t-Stahlerzeugungslinie des integrierten Stahlwerks mit zwei Entschwefelungsanlagen, zwei Konvertern, einem Aluminiumheizofen (AHF), zwei RH-Anlagen und 2×2 Stranggießanlagen in Rio de Janeiro, Brasilien. Mit der neuen RH-Anlage wird die erste, eine einzelne RH-Position umfassende Projektphase abgeschlossen. In ihrer finalen Konfiguration ist die Anlage eine vollintegrierte Zwillingslösung. Die neue Anlage wird mit den bestehenden Teilen in wenigen Kernteilen verbunden: Legierungsbunkersystem, Saugleitung und Vakuumpumpe. Die Basiskonfiguration erfordert völlig unabhängige Anlagen. Die Produktion hochwertiger Sorten wird sich erhöhen – von durchschnittlich 20 auf 33 Schmelzen pro Tag (etwa 11000 t Flüssigstahl/Tag) bei einer Jahreskapazität von annähernd 4 Mio. t. Die neue Anlagenkonfiguration bietet die Möglichkeit, mehr hochwertige Sorten, insbesondere Tiefziehqualitäten, zu produzieren.

Innovation

SMS group nimmt Pulververdüsungsanlage erfolgreich in Betrieb − ein Blick in die Zukunft: Anlage zur Herstellung von Metallpulver für Additive Manufacturing

Thilo Sagermann, SMS group GmbH, Düsseldorf

Es ist ein feines, graues Pulver, das eigentlich völlig unspektakulär aussieht. Doch dieses Metallpulver besitzt Eigenschaften, auf denen eine komplett neue Wachstumsbranche aufbaut. Das metallene, extrem homogene Pulver ist die Basis für das Additive Manufacturing – dem 3-D-Druck mit Metall. Es besteht aus winzigen, präzise runden Kugeln mit einer Größe von nur 15 bis 45 µm. Kaum vorzustellen, dass diese mikroskopisch feinen Partikel in einer 13 m hohen, komplexen Anlage unter höchstem technischen Aufwand hergestellt werden. Die SMS group hat jüngst eine von der SMS Mevac entwickelte Pilotanlage zur Pulverherstellung im industriellen Maßstab erfolgreich in Betrieb genommen.

Umlauf-Bridles regeln den Bandlauf präzise und erzeugen hohen Bandzug: Last but not least: Das Aufwickeln

Norbert Umlauf, BTU Bridle Technology GmbH & Co. KG, Hagen

Das Aufwickeln von Band steht zwar in vielen Prozessen am Ende der Produktionskette, ist deshalb aber nicht weniger bedeutend als die Prozessschritte davor: Exakt gewickelte Coils sind oft ein wichtiger Indikator für gute Qualität. Umlauf-Bridles stellen das exakte Aufwickeln in Bezug auf die Kantenlage und den Bandzug sicher. Doch auch in anderen Stufen des Prozesses der Herstellung und Behandlung von Band bieten sie zusätzlichen Nutzen: Sie steigern die Prozesssicherheit, erhöhen den Anlagendurchsatz und vereinfachen die Anlagentechnik.

Risiko „Wasserstoffversprödung“ bewerten: Neue Simulation zur Kaltrissbildung bei hochfesten Stählen

Katharina Hien, Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, Freiburg

Hochfeste Stähle spielen im modernen Fahrzeug- und Maschinenbau eine wesentliche Rolle. Werden diese Stähle bei der Herstellung von Bauteilen geschweißt, können bewegliche Wasserstoff-Atome im Material Probleme verursachen: Die Atome sammeln sich langsam an Bauteilbereichen mit hohen Eigenspannungen an und machen dort den Stahl spröde. Die Folge sind sogenannte Kaltrisse, die für Bauteilausschuss sorgen können. Am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM wurde nun eine Simulationsmethodik entwickelt, mit der Bauteilhersteller diese Kaltrissneigung bewerten und ihre Produktion entsprechend anpassen können.

Unternehmen + Märkte

Frachtkostenerhöhung in der Speditionsbranche: Hintergründe und Dynamik der branchenweiten Preiserhöhungen

Melanie Biskup, marktplan Agentur für Kommunikation, Wuppertal

Laut Transport-Market-Monitor erreichten Ende 2017 die Preise für Lkw-Frachten europaweit ein Rekordhoch. Eine Eintagsfliege? Keineswegs. Auch im ersten Quartal 2018 bleibt der Trend zu hohen Frachtpreisen ungebrochen. „Die Speditionsbranche befindet sich im Umbruch. Für die kommenden Jahre wird eine jährliche Preissteigerung von 5 bis 10 % prognostiziert“, sagt Marcel Hergarten, Geschäftsführer der Hergarten-Gruppe, einem bundesweit operierenden Full-Service-Logistikanbieter für die Stahlbranche. Wir sprachen mit ihm über die Gründe für die steigenden Frachtpreise.

stahl und eisen 6/2018

Technik + Trends

Anlagentechnik

Wärmebehandlung gewalzter Stahlbänder mit vollautomatischer Haubenglühanlage

Peter Wendt, Malte Fließ, Helmut Mühlnickel, Christian Hagenkord, Heiner Witke, Dieter Winkens, LOI Thermprocess GmbH, Essen; Bilstein Service GmbH, Hagen; Kranbau Köthen GmbH, Köthen; Ludwig Bönnhoff GmbH,
Wetter

Mit der jüngsten Erweiterung der Haubenglühanlage hat Bilstein die ursprüngliche Anzahl der Glühsockel verdoppelt. Die Anlage bei Bilstein ist nicht nur die bisher einzige vollautomatische Haubenglühanlage der Welt, sondern auch die leistungsstärkste und energieeffizienteste Anlage ihrer Art.

Alternative zur Wärmebehandlung von Einsatzstählen spart Zeit und Ressourcen

Matthias Schwarz, Daniel Kipp, Deutsche Edelstahlwerke Specialty Steel GmbH & Co. KG, Witten

Die Kaltmassivumformung ist ein bewährtes Verfahren bei der Herstellung rotationssymmetrischer Komponenten für die Automobilindustrie. Um eine gute Umformbarkeit zu ermöglichen, werden Einsatzstähle Ferrit-Perlit(FP)- oder auf kugeligem Zementit (GKZ) geglüht. Diese Art der Wärmebehandlung ist jedoch sehr energie- und zeitintensiv. Zudem sind die Nachbehandlungen für eine anforderungsgerechte Geradheit und Oberflächenqualität des Stahls aufwendig. Für die Weiterverarbeitung zu einsatzgehärteten Präzisionsteilen sind diese Verfahren wichtige Voraussetzungen. Daher haben die Deutschen Edelstahlwerke gemeinsam mit Kaltfließpresswerken ein alternatives Verfahren zur klassischen
Wärmebehandlung entwickelt. Das Ergebnis: Deutlich schlankere Prozessketten und verbesserte Materialeigenschaften.

Digitalisierung

Cyber Security für die Prozessindustrie

David Petry, Siemens AG, Erlangen

Um den Schutz von Industrieunternehmen vor Cyberattacken zu erhöhen, kooperiert Siemens mit dem IT-Security-Unternehmen Palo Alto Networks. Hierfür wird Siemens die innovativen Firewalls (Next Generation Firewalls) von Palo Alto Networks bei Unternehmen der Fertigungs- und Prozessindustrie einsetzen. Die Firewalls sollen die zunehmend komplexen Schnittstellen zwischen Büro- und Automatisierungsnetzwerken auf einem hohen Sicherheitsniveau absichern. Die Kunden können aus einer Vielzahl an Schutzstufen auswählen und diese entsprchend ihren Anforderungen einstellen. Die Firewalls ergänzen die Industrial Security Appliances Scalance S von Siemens, die für den Schutz von Geräten und Netzwerksegmenten eingesetzt werden.

Innovation

Qualitätsprüfung von Warmband: Zerstörungsfreie Detektion von oberfl ächennahen Fehlern

Tanja Eisele, Hermann Lücken, Philipp Skoda Hochschule Esslingen, Esslingen; Deutsches Kupferinstitut Berufsverband e.V., Düsseldorf

In diesem Beitrag wird der derzeitige Stand der Entwicklung im Bereich der zerstörungsfreien Prüfung von Flachstahlhalbzeugen im Hinblick auf oberflächennahe Oxidschichten aufgezeigt. Die Detektion dieser Fehlstellen kann unter Laborbedingungen problemlos durchgeführt werden. Jedoch stellt die Übertragung des Verfahrens auf Bandgeschwindigkeiten von mehr als 5 m/s eine Herausforderung dar. Onlinedetektionsverfahren erfordern robuste Messtechnik, die in der Lage ist, Fehler zuverlässig und unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens zu detektieren.

Vernetzte Produktionsstätten ermöglichen schlankere und kostengünstigere Prozesse: Feuerraum 4.0 – vernetzt, selbstoptimierend und vorausschauend?

Andreas Fieberg, Moog Pieper, Schwerte

In den vergangenen Jahren hat sich der asiatische Markt vom Importeur zum größten Hersteller von Stahl entwickelt. Der durch staatliche Kredite und Steuerbefreiungen subventionierte Stahl bringt europäische Unternehmen unter Druck. Um unabhängig von politischen Rahmenbedingungen konkurrenzfähiger zu werden, bedarf es nicht zuletzt transparenter und schlanker Prozesse und Kostenstrukturen. Ein Weg zu mehr Qualität bei sinkenden Kosten können moderne, vernetzte Produktionsstätten sein.

Tebulo Industrial Robotics führt innovativen Bindebandentferner ein: Sichere Entfernung von Umreifungsbändern aus hochfestem Stahl

Henriëtte van Norel, Maan, Niederlande

Die Nachfrage nach hochfestem Stahl wächst in den letzten Jahren stetig, weil durch den Einsatz erhebliche Kosten eingespart werden können. Man denke nur an die Gewichtseinsparungen, die mit diesem Material erreicht werden können sowie an die Tatsache, dass mit diesem Material die Leistung sehr unterschiedlicher Produkte verbessert werden kann. Obwohl die Vorteile für die Anwendung von diesem Material offensichtlich sind, ist zu bedenken, dass an die sichere Arbeit damit andere Anforderungen gestellt werden. Speziell für die spätere Entfernung von Umreifungsbändern müssen besondere Maßnahmen berücksichtigt werden. Für Tebulo Industrial Robotics war dies Anlass, einen neuen Bindebandentferner zu entwickeln.

Unternehmen + Märkte

Wirtschaftliche Abschottung der USA schadet der Weltwirtschaft – und vor allem den USA selbst: Konsequenzen einer protektionistischen Handelspolitik der USA

Thieß Petersen, Ulrich Schoof, Erdal Yalcin, Gabriel Felbermayr, Marina Steininger, Bertelsmann Stiftung Gütersloh; ifo Institut und CESifo, München; ifo Institut und LMU München, München; ifo Institut, München

„Amerika zuerst!“ Mit dieser Parole verkündete der US-Präsident Donald Trump eine Kehrtwende in der amerikanischen Außen- und Handelspolitik. Welche Auswirkungen hätte eine sich abzeichnende wirtschaftliche Abschottung auf die amerikanische Volkswirtschaft und den Rest der Welt? Neue Simulationsergebnisse zeigen: Protektionismus im internationalen Handel ist ein Verlustgeschäft – vor allem auch in den USA. Dies ist das zentrale Ergebnis neuer Simulationsberechnungen zu den weltweiten Auswirkungen einer protektionistischen Handelspolitik der USA, die das ifo Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt hat.

Repräsentative Studie zur digitalen Transformation: Deutsche Großunternehmen wiegen sich bei der digitalen Transformation in Sicherheit

Christian van Alphen, etventure GmbH, München

Zum dritten Mal in Folge liefert die Digitalberatung etventure gemeinsam mit der GfK eine Bestandsaufnahme der digitalen Transformation in deutschen Großunternehmen mit einem Mindestumsatz von jährlich 250 Mio. €. Die Quintessenz der diesjährigen Studie: Die deutschen Unternehmen wiegen sich bei der digitalen Transformation in vermeintlicher Sicherheit. Tech-Giganten wie Google und Amazon werden nicht als Wettbewerber erkannt. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der Eigenwahrnehmung der deutschen Unternehmen und den realen Herausforderungen durch die Digitalisierung.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede;Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Hochschule Anhalt, Köthen; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst; Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande; TU Hamburg-Harburg, Hamburg; VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf.

stahl und eisen 5/2018

Technik + Trends

Anlagentechnik

Tenaris produziert erfolgreich auf neuer PQF-Nahtlosrohranlage

Michael Wilms, SMS group, Mönchengladbach

Tenaris hat in ihrer Nahtlosrohranlage in Bay City, USA, rd. 130 km südwestlich von Houston, erfolgreich die Produktion aufgenommen. Insgesamt investierte das Unternehmen 1,8 Mrd. $ in die Anlage, die sich in der Nähe des aktivsten Schiefergebietes der Vereinigten Staaten befi ndet. Das Werk produziert vergütete Ölfeldrohre (OCTG-Rohre), die zur Erdgas- und Erdölförderung eingesetzt werden. Das neue von der SMS group errichtete PQF-Rohrwerk ist in der Lage, jährlich 600 000 t präzise Nahtlosrohre mit Durchmessern von bis zu 244,5 mm herzustellen.

Simulation und Optimierung eines Banddurchlaufofens

Carsten Rein, Bernhart Stranzinger, Rigo Giese, VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH, Düsseldorf

Das VDEh-Betriebsforschungsinstitut nutzt seit Jahren die Kombination von numeri-schen Simulationen, Messungen am Prüfstand und Betriebsmessungen in der Anlage zur Optimierung von Thermoprozessen. Ein Beispiel stellt hierbei die Optimierung eines unterstöchiometrisch betriebenen Vorwärmofens einer Feuerverzinkungsanlage dar. Vor der Verzinkung wird das Band in einem unterstöchiometrisch betriebenen
Banddurchlaufofen auf ca. 800 °C aufgeheizt. Zur Sicherstellung einer defi nierten Ofenatmosphäre in den einzelnen Ofenzonen und zur Senkung des Energiebedarfs wurden der Banddurchlaufofen sowie die eingesetzten Brenner experimentell und numerisch untersucht. Basierend auf diesen Ergebnissen wurden Ansatzpunkte für Verbesserungen am Ofen identifi ziert und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Beheizungsprozesses erarbeitet.

Digitalisierung

Wie digitale Verfahren die Wertschöpfungsketten von Stahl- und Metallherstellern revolutionieren können

Rainer Schuster, Nicole Voigt, Gaurav Nath, Nanne Louw, The Boston Consulting Group, München, Düsseldorf, London

Digitale Technologien bieten Stahl- und Metallherstellern die Chance, ihre Wertschöpfungskette substantiell zu verbessern und dabei gleichzeitig ihren Kundenservice, ihre Gewinnmargen und ihre Bestände zu optimieren. Zudem erfordert die Realisierung dieser Vorteile keine umfassende IT-Transformation. Vielmehr können Unternehmen durch agile Pilotierung schnell von neuen Technologien wie Predictive Analytics und Data Lakes profi tieren und innerhalb von Wochen erste Ergebnisse erzielen, zu einem Bruchteil der Kosten bisheriger Transformationen.

Innovation

Elektromobilität: voestalpine startet mit Innovationen durch

Peter Felsbach, voestalpine AG, Linz, Österreich

Der Technologie- und Industriegüterkonzern voestalpine sichert sich zunehmend eine zentrale Position im weltweit dynamisch wachsenden Industriezweig der Elektromobilität. Neben höchstfestem und gleichzeitig immer leichterem Stahl als Werkstoff für Karosserie oder Batteriegehäuse, revolutioniert die voestalpine den Elektromobilitätsmarkt mit innovativen Produktlösungen für E-Motoren. Der aktuellste Durchbruch gelang mit dem Verfahren „compacore“, bei dem hochwertiges Elektroband zu Rotorpaketen – dem zentralen Element eines Elektromotors – auf Basis neuester Technologien verklebt und damit die Effizienz der Motoren nachhaltig gesteigert wird. Die Nachfrage der Premiumautomobilkunden ist groß: voestalpine investierte zuletzt in eine neue Serienanlage in Nagold, Deutschland, die mit vier Aufträgen im Umfang von 30 Mio. € bereits bis 2021 voll ausgelastet ist.

thyssenkrupp ersetzt Konstruktion an der Sinterabgas-Anlage in Duisburg-Schwelgern: Neues Ventilatorlaufrad für das größte Stahlwerk Europas

Tobias Möldner, München

Die thyssenkrupp Steel Europe AG betreibt in Duisburg den größten Stahlproduktionsstandort in Europa. Nach einer Prozessanpassung zum Zweck der Staubemissionsreduktion wurden bei einem regelmäßigen Anlagencheck, der zweimal im Jahr durchgeführt wird, am Laufrad des Sinterabgasventilators von Sinterband III Verschleißerscheinungen festgestellt. Um die Funktionstüchtigkeit der Anlage zur erhalten, wurde das Laufrad deshalb kurzfristig durch einen bereitstehenden Ersatzrotor aus dem Magazin ausgetauscht, dessen Montage innerhalb von fünf Tagen mit einem 20 Mann starken Team erfolgte. Im Anschluss wurde ein neues Laufrad bestellt. Eine der Herausforderungen bei diesem Projekt war, dass
die noch intakte Welle beibehalten und das Laufrad dazu passend konstruiert werden sollte.

Fraunhofer IWM entwickelt neues Simulationsmodell für die Kaltmassivumformung: Komplexe Bauteilherstellung virtuell und kostengünstig designen

Maksim Zapara, Eva Augenstein, Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, Freiburg

Bauteile für Automobile und Maschinen werden häufig in mehreren Massivumformschritten hergestellt. Dabei können die Werkstoffe bis an die Grenze ihrer Verformbarkeit belastet werden und unsichtbare Schäden auftreten, die wichtig für die Lebensdauervorhersage eines Bauteils sind. Bisher gebräuchliche Computersimulationen zur Auslegung eines Bauteils können die Schädigungsentwicklung in mehrstufigen Prozessen nicht immer präzise genug berechnen, um Ort und Zeitpunkt eines Materialversagens vorherzusagen. Dies leistet nun ein neues Simulationsmodell, das am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg entwickelt wurde.

Unternehmen + Märkte

Digitalisierung bei ArcelorMittal: Optimierte Prozesse und umfassende Transparenz Wettbewerbsvorteil durch digitale Zwillinge

Perry Reisewitz, Compass Communications GmbH, Starnberg

Effizienter, transparenter, flexibler, kostengünstiger und sicherer – die Anforderungen an die Digitalisierung in der Stahlbranche sind groß. ArcelorMittal, das weltgrößte Stahl- und Bergbauunternehmen, setzt mit einem umfassenden Paket an Projekten auf digitale Lösungen: Die Effizienz wird durch den Einsatz von Drohnen gesteigert, für seine Coils plant das Unternehmen digitale Zwillinge, mit intelligenten Videoanalysen können Unfälle vermieden werden.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede;Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Hochschule Anhalt, Köthen; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst; Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande; TU Hamburg-Harburg, Hamburg; VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf.

stahl und eisen 4/2018

Technik + Trends

Anlagentechnik

Flüssigkeitsfüllstand im Hochofen über Dehnungsmessstreifen messen

Jean-François Stumper, Raffael Mancini, Rongshan Lin

Am Hochofen 5 der ROGESA (Roheisengesellschaft Saar) wurde ein neuartiges Füllstandsmesssystem für die flüssige Schlacke und das Roheisen installiert. Hierbei wird die füllstandsbedingte mechanische Ausdehnung des Ofenpanzers mittels Dehnungsmessstreifen ausgewertet. Das neue System bietet einige Vorteile gegenüber den bestehenden Verfahren: So werden beispielsweise weniger Eingangsdaten als bei Massenbilanzmodellen benötigt und das System verlangt kaum Eingriffe.

Universelle Lösung für das Gießen und Walzen von Flachprodukten bei Shougang

Alessandro Pigani, Paolo Bobig, Mike Knights

Das Dünnbrammen-Gieß- und Walzverfahren hat in den letzten 25 Jahren einen bedeutenden Marktanteil bei der Herstellung von Warmband gewonnen und damit eine Alternative zu konventionellen Walzwerkslinien angeboten. Danieli hat nun eine neue Generation von Dünnbrammen-Gießwalzanlagen entwickelt. Dieses neue innovative Konzept – Danieli Universal Endless (DUE) – ermöglicht es, Coil-Coil-, Semi-Endlos- und Endlos-Walzverfahren innerhalb einer einzigen Anlage durchzuführen. Shougang Jingtang United Iron & Steel Co. Ltd. in China bestellte eine einsträngige DUE-Anlage, um damit zukünftig 2,1 Mio. t / a hochwertige Produkte zu erzeugen.

Technische Lösungen zur sicheren Handhabung hochfester Stahlbunde

Christian Mengel, Ulrich Cramer, Thomas Holzhauer, Andreas Kastner, Adolf Müller, Wolfgang Fuchs

Die Erzeugung von hochfesten Stahlsorten in Warmbandwalzwerken gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Bereich der Kohlenstoffstähle werden Mehrphasenstähle für die Automobilindustrie (DP, TRIP, CP), höherfeste Konstruktionsstähle (S700 bis S1300) für den Kranbau, Röhrenstähle (X70 bis X100) sowie verschleißfeste Stähle (AR400 bis AR500) produziert. Im Segment der Edelstähle sind Duplexstähle sowie Spezialstähle zu nennen. Die Banddicken der oben genannten Materialien erreichen 25,4 mm. Neben den technischen Herausforderungen, diese Materialien auf Warmwalzanlagen herzustellen, ist die weitere sichere Handhabung der Bunde zu berücksichtigen. Speziell bei älteren Warmbandstraßen ist ein Umbau des Bundabtransports mit hohen Investitionskosten und langen Stillstandszeiten verbunden. Der Beitrag erläutert die Problemstellung und stellt technische Lösungsmöglichkeiten vor.

Innovation

Ultraschallanlage kann nahtlose Rohre bei voller Produktionsgeschwindigkeit prüfen

Menne, U.; Peters, R.; Germes, A.; Nitsche, S.; Holzapfel, H.

Vallourec nimmt weltweit erste Anlage mit bahnbrechender Prüftechnik in Betrieb. Vallourec entwickelte in den letzten drei Jahren gemeinsam mit General Electric eine 2D-Phased-Array-Anlage mit ShapeUT-Technik und nimmt weltweit die erste Anlage dieser Art am Standort Düsseldorf-Rath in Betrieb. Diese jüngste Entwicklung der Ultraschalltechnik hat die Möglichkeiten entscheidend verbessert, nahtlose Rohre bei voller Produktionsgeschwindigkeit umfassend zu prüfen.

Herstellung von großen Metallringen mit über 4,5 m Durchmesser: Herr der Riesenringe

Gebhardt, J.; Brodbeck, M.

Wie kann man Metallringe mit über 4,5 m Außendurchmesser schneller und präziser herstellen? Ein schwäbischer Tüftler hat seine Ideen dafür in eine mittlerweile mehrfach patentierte Lösung umgesetzt. Maßgeblichen Anteil an deren Erfolg hat durchgängige Automatisierungstechnik von Siemens, die den Prozess beherrschbar, einfach bedienbar, performant und sicher macht. Ergebnis sind präzise, planparallele Riesenringe mit minimalem Aufmaß, was auch die Endbearbeitung drastisch verkürzt.

SKF nutzt Outokumpu-Stahl für Wärmebehandlungskörbe: Neue Stahlsorte ermöglicht Kostenreduzierung und nachhaltige Langlebigkeit

Bernd Beckers, Outokumpu Deutschland GmbH, Krefeld.

Hitzebeständige Stahlsorten werden in unterschiedlichen Branchen verwendet und erfreuen sich insbesondere in der Metall verarbeitenden Industrie, aber auch in der chemischen Industrie hoher Beliebtheit. Beim international führenden Edelstahlhersteller Outokumpu sind die hitzebeständigen Stähle in der Produktkategorie Therma zusammengefasst. Sie zeichnen sich durch verbesserte Oxidations-, Hochtemperaturkorrosions- und Langzeitkriechbeständigkeit bei Einsatztemperaturen von über 550 °C aus. Der Technologieanbieter SKF hat den Werkstoff Therma 253 MA für sich entdeckt und nutzt diesen nun bereits seit einiger Zeit erfolgreich für seine Wärmebehandlungskörbe.

Universität Kassel bietet Lösung für den 3-D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren und zuverlässigen Stahlprodukten

Mense, S.

Das Drucken von Hochleistungsstahlkomponenten für die Automobiltechnik und die Luft- und Raumfahrt ist einen großen Schritt näher gerückt. Einem Forscher der Universität Kassel ist es erstmals gelungen, mittels „additiver Fertigung“, sprich: in einem speziellen 3-D-Drucker, eine Stahllegierung zu verarbeiten, die eine außergewöhnlich hohe Schadenstoleranz aufweist und somit zukünftige gedruckte Produkte sicherer und zuverlässiger macht.

Unternehmen + Märkte

Maßgeschneiderte Rahmen für Schmiedemanipulatoren von Dango & Dienenthal: Agile Riesen mit Fingerspitzengefühl

Schmickler, C.

Ob im Schwermaschinenbau, in der Energiewirtschaft oder in der Luft- und Raumfahrt: Hier eingesetzte, hoch belastete Bauteile werden in vielen Fällen geschmiedet, um die benötigten mechanischen Eigenschaften zu erhalten. Neben Verformungsleistung und Hubzahl der Pressen kennzeichnen Dynamik und Präzision der Werkstückmanipulation effiziente Schmiedeprozesse. Als Weltmarktführer für Manipulatoren, die in Freiform- und Gesenkschmieden oder in Ringwalzwerken zum Einsatz kommen, leistet die Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH mit Sitz in Siegen hierzu einen wertvollen Beitrag. Beim Bau der tonnenschweren Hauptrahmen dieser Maschinen setzt sie auf die Jebens GmbH aus Korntal-Münchingen, einem führenden Spezialisten für große, schwere Brennteile, mechanische Bearbeitung und komplexe Schweißbaugruppen.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede;Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Hochschule Anhalt, Köthen; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst; Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande; TU Hamburg-Harburg, Hamburg; VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf.

stahl und eisen 3/2018

Technik + Trends

Anlagentechnik

Flüssigkeitsfüllstand im Hochofen über Dehnungsmessstreifen messen

Jean-François Stumper, Raffael Mancini, Rongshan Lin

Am Hochofen 5 der ROGESA (Roheisengesellschaft Saar) wurde ein neuartiges Füllstandsmesssystem für die flüssige Schlacke und das Roheisen installiert. Hierbei wird die füllstandsbedingte mechanische Ausdehnung des Ofenpanzers mittels Dehnungsmessstreifen ausgewertet. Das neue System bietet einige Vorteile gegenüber den bestehenden Verfahren: So werden beispielsweise weniger Eingangsdaten als bei Massenbilanzmodellen benötigt und das System verlangt kaum Eingriffe.

Universelle Lösung für das Gießen und Walzen von Flachprodukten bei Shougang

Alessandro Pigani, Paolo Bobig, Mike Knights

Das Dünnbrammen-Gieß- und Walzverfahren hat in den letzten 25 Jahren einen bedeutenden Marktanteil bei der Herstellung von Warmband gewonnen und damit eine Alternative zu konventionellen Walzwerkslinien angeboten. Danieli hat nun eine neue Generation von Dünnbrammen-Gießwalzanlagen entwickelt. Dieses neue innovative Konzept – Danieli Universal Endless (DUE) – ermöglicht es, Coil-Coil-, Semi-Endlos- und Endlos-Walzverfahren innerhalb einer einzigen Anlage durchzuführen. Shougang Jingtang United Iron & Steel Co. Ltd. in China bestellte eine einsträngige DUE-Anlage, um damit zukünftig 2,1 Mio. t / a hochwertige Produkte zu erzeugen.

Technische Lösungen zur sicheren Handhabung hochfester Stahlbunde

Christian Mengel, Ulrich Cramer, Thomas Holzhauer, Andreas Kastner, Adolf Müller, Wolfgang Fuchs

Die Erzeugung von hochfesten Stahlsorten in Warmbandwalzwerken gewinnt zunehmend an Bedeutung. Im Bereich der Kohlenstoffstähle werden Mehrphasenstähle für die Automobilindustrie (DP, TRIP, CP), höherfeste Konstruktionsstähle (S700 bis S1300) für den Kranbau, Röhrenstähle (X70 bis X100) sowie verschleißfeste Stähle (AR400 bis AR500) produziert. Im Segment der Edelstähle sind Duplexstähle sowie Spezialstähle zu nennen. Die Banddicken der oben genannten Materialien erreichen 25,4 mm. Neben den technischen Herausforderungen, diese Materialien auf Warmwalzanlagen herzustellen, ist die weitere sichere Handhabung der Bunde zu berücksichtigen. Speziell bei älteren Warmbandstraßen ist ein Umbau des Bundabtransports mit hohen Investitionskosten und langen Stillstandszeiten verbunden. Der Beitrag erläutert die Problemstellung und stellt technische Lösungsmöglichkeiten vor.

Innovation

Ultraschallanlage kann nahtlose Rohre bei voller Produktionsgeschwindigkeit prüfen

Menne, U.; Peters, R.; Germes, A.; Nitsche, S.; Holzapfel, H.

Vallourec nimmt weltweit erste Anlage mit bahnbrechender Prüftechnik in Betrieb. Vallourec entwickelte in den letzten drei Jahren gemeinsam mit General Electric eine 2D-Phased-Array-Anlage mit ShapeUT-Technik und nimmt weltweit die erste Anlage dieser Art am Standort Düsseldorf-Rath in Betrieb. Diese jüngste Entwicklung der Ultraschalltechnik hat die Möglichkeiten entscheidend verbessert, nahtlose Rohre bei voller Produktionsgeschwindigkeit umfassend zu prüfen.

Herstellung von großen Metallringen mit über 4,5 m Durchmesser: Herr der Riesenringe

Gebhardt, J.; Brodbeck, M.

Wie kann man Metallringe mit über 4,5 m Außendurchmesser schneller und präziser herstellen? Ein schwäbischer Tüftler hat seine Ideen dafür in eine mittlerweile mehrfach patentierte Lösung umgesetzt. Maßgeblichen Anteil an deren Erfolg hat durchgängige Automatisierungstechnik von Siemens, die den Prozess beherrschbar, einfach bedienbar, performant und sicher macht. Ergebnis sind präzise, planparallele Riesenringe mit minimalem Aufmaß, was auch die Endbearbeitung drastisch verkürzt.

SKF nutzt Outokumpu-Stahl für Wärmebehandlungskörbe: Neue Stahlsorte ermöglicht Kostenreduzierung und nachhaltige Langlebigkeit

Bernd Beckers, Outokumpu Deutschland GmbH, Krefeld.

Hitzebeständige Stahlsorten werden in unterschiedlichen Branchen verwendet und erfreuen sich insbesondere in der Metall verarbeitenden Industrie, aber auch in der chemischen Industrie hoher Beliebtheit. Beim international führenden Edelstahlhersteller Outokumpu sind die hitzebeständigen Stähle in der Produktkategorie Therma zusammengefasst. Sie zeichnen sich durch verbesserte Oxidations-, Hochtemperaturkorrosions- und Langzeitkriechbeständigkeit bei Einsatztemperaturen von über 550 °C aus. Der Technologieanbieter SKF hat den Werkstoff Therma 253 MA für sich entdeckt und nutzt diesen nun bereits seit einiger Zeit erfolgreich für seine Wärmebehandlungskörbe.

Universität Kassel bietet Lösung für den 3-D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren und zuverlässigen Stahlprodukten

Mense, S.

Das Drucken von Hochleistungsstahlkomponenten für die Automobiltechnik und die Luft- und Raumfahrt ist einen großen Schritt näher gerückt. Einem Forscher der Universität Kassel ist es erstmals gelungen, mittels „additiver Fertigung“, sprich: in einem speziellen 3-D-Drucker, eine Stahllegierung zu verarbeiten, die eine außergewöhnlich hohe Schadenstoleranz aufweist und somit zukünftige gedruckte Produkte sicherer und zuverlässiger macht.

Unternehmen + Märkte

Maßgeschneiderte Rahmen für Schmiedemanipulatoren von Dango & Dienenthal: Agile Riesen mit Fingerspitzengefühl

Schmickler, C.

Ob im Schwermaschinenbau, in der Energiewirtschaft oder in der Luft- und Raumfahrt: Hier eingesetzte, hoch belastete Bauteile werden in vielen Fällen geschmiedet, um die benötigten mechanischen Eigenschaften zu erhalten. Neben Verformungsleistung und Hubzahl der Pressen kennzeichnen Dynamik und Präzision der Werkstückmanipulation effiziente Schmiedeprozesse. Als Weltmarktführer für Manipulatoren, die in Freiform- und Gesenkschmieden oder in Ringwalzwerken zum Einsatz kommen, leistet die Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH mit Sitz in Siegen hierzu einen wertvollen Beitrag. Beim Bau der tonnenschweren Hauptrahmen dieser Maschinen setzt sie auf die Jebens GmbH aus Korntal-Münchingen, einem führenden Spezialisten für große, schwere Brennteile, mechanische Bearbeitung und komplexe Schweißbaugruppen.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede;Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Hochschule Anhalt, Köthen; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst; Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande; TU Hamburg-Harburg, Hamburg; VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf.

stahl und eisen 2/2018

Technik + Trends

Anlagentechnik

Agentenbasierter Ansatz für das flexible Stromlastmanagement

Francesca Marchiori, Michele Benini, Silvia Cateni, Valentina Colla, Antonella Vignali, Alexander Ebel, Marcus J. Neuer, Luca Piedimonte

Der Anstieg der erneuerbaren Energieträger führt, bedingt durch die Tag- und Saisoneffekte, zu einer Zunahme der Stromschwankungen im Stromnetz, die sich erheblich auf die Strompreise auswirken können. Gemäß der Aussagen verschiedener Organisationen wie der Smart Grid Initiative oder der Internationalen Energieagentur gilt die flexible Laststeuerung durch intelligentes Demand-Response Management als einer der strategischen Schlüssel für einen zuverlässigen Betrieb der Systeme, die variable erneuerbare Energien nutzen. Tatsächlich setzen Großverbraucher aktive Maßnahmen für den intelligenten Netzzugang um, indem sie Technologien und Verfahren zur flexiblen Laststeuerung einführen. In der Stahlindustrie haben insbesondere Elektrostahlproduktionsanlagen ein sehr hohes Potenzial, um den eigenen Verbrauch zu steuern, und können so zur Netzstabilität beitragen. In diesem Papier wird ein agentenbasierter Ansatz vorgestellt, der es ermöglicht, die Chancen und Herausforderungen des flexiblen Lastmanagements für die Stahlindustrie zu nutzen.

Erhöhte Anlagenverfügbarkeit durch intelligentes Condition Monitoring System

Ahmed Shalaby, Arno Haschke, Bernhard Voglmayr, Markus Ringhofer

Im Zuge der Bestrebungen, das Risiko von ungeplanten Stillständen zu minimieren und die Anlagenverfügbarkeit zu maximieren, setzen die Anlagenbetreiber der Stahlindustrie die Maschinenwartung als oberste Priorität. Somit wird eine zuverlässige Zustandsüberwachung des Werks unausweichlich. Das entwickelte Condition Monitoring System umfasst nicht nur die Überwachung mechatronischer Systeme, sondern auch die der technologischen Regelungen, von Prozessmodellen und Systemen von Drittanbietern. Es ermöglicht eine Reduzierung der Wartungskosten.

Werkstoff und Fertigung

Neue Entwicklungen hochfester mikrolegierter Stähle im Fahrzeugbau

Maximilian Nagel, Johan Driessen, Stephan Kovacs, Ole Pudritz, Andreas Tomitz, Henning Rackow, Heike Denecke-Arnold

Der Einsatz innovativer hoch- und höchstfester Stähle steigert die Fertigungssicherheit von Bauteilen und erlaubt höchste Lebensdauern durch angepasste Werkstoffeigenschaften. Im Fahrzeugbau kommen daher vermehrt hochduktile (HD) mikrolegierte Feinkornbaustähle und bainitisch gewalzte Stähle aus Mittelband zum Tragen. Perlitfreie HD-Stähle erlauben deutlich erweiterte Umformbarkeiten, insbesondere bei Scher- und Biaxialer Belastung. Bainitisch gewalzte Stähle zeichnen sich durch höchste Kantenrissbeständigkeiten und große Schweißbereiche aus.

INNOVATION

Innovatives Messsystem der Zukunft für Stranggießanlagen: Klassifizierung der Innenqualität von gegossenen Produkten

Gusarova, T.; Klein, M.

Die Qualität gegossener Produkte ist der wesentliche wirtschaftliche Faktor für die Hersteller und Verkäufer ebenso wie für die Weiterverarbeiter und Verbraucher. Die SMS group entwickelt qualitätsbestimmende Technik für die mechatronischen Komponenten und für den metallurgischen Prozess in Stranggießanlagen. Damit produzieren die Kunden nachweislich eine hohe Qualität auf ihren Anlagen und setzen mit ihren Produkten auf dem Markt Maßstäbe.

Deutsche Edelstahlwerke stellen neuen Spezialstahl Bainidur 1300 vor: Schmiedeteile verzugsfrei und kosteneffizient fertigen

Schneiders, T.

Mit dem Spezialstahl Bainidur 1300 ebnen die Deutschen Edelstahlwerke den Weg zu einer kosteneffizienten Fertigung innovativer Schmiedeteile. Hochfeste und duktile Komponenten für den Automobilleichtbau lassen sich mit dem Spezialstahl prozesssicher, verzugsfrei und im Ergebnis mit geringer Bearbeitungszugabe fertigen. Dadurch ist der neue bainitische Werkstoff eine zukunftsweisende Alternative zu herkömmlich eingesetzten Stahllösungen. Kundenvorteile sind eine verkürzte Prozesskette und eine dauerhaft reproduzierbar hohe Qualität von leistungsstarken, hochfesten Leichtbaukomponenten.

SKF nutzt Outokumpu-Stahl für Wärmebehandlungskörbe: Neue Stahlsorte ermöglicht Kostenreduzierung und nachhaltige Langlebigkeit

Beckers, B.

Hitzebeständige Stahlsorten werden in unterschiedlichen Branchen verwendet und erfreuen sich insbesondere in der Metall verarbeitenden Industrie, aber auch in der chemischen Industrie hoher Beliebtheit. Beim international führenden Edelstahlhersteller Outokumpu sind die hitzebeständigen Stähle in der Produktkategorie Therma zusammengefasst. Sie zeichnen sich durch verbesserte Oxidations-, Hochtemperaturkorrosions- und Langzeitkriechbeständigkeit bei Einsatztemperaturen von über 550 °C aus. Der Technologieanbieter SKF hat den Werkstoff Therma 253 MA für sich entdeckt und nutzt diesen nun bereits seit einiger Zeit erfolgreich für seine Wärmebehandlungskörbe.

UNTERNEHMEN + MÄRKTE

Studie zur Digitalisierung in der Stahlbranche: Analoge Auftragsabwicklung noch immer bevorzugt

Die Stahlbranche liebt das Papier noch immer – das ist die zentrale Schlussfolgerung einer aktuellen Studie. Trotz entsprechender Angebote durch die Händler ist die elektronische Auftragsabwicklung via EDI erst wenig verbreitet. Ein weiteres Ergebnis: Digitalisierung ist für die befragten Unternehmen aus der Metall be- und verarbeitenden Industrie mehrheitlich ein Trend für die Zukunft. Hoch im Kurs stehen hingegen individuell zugeschnittene Servicekonzepte des Handels.

Forscher der FH Münster behandeln Stahl mit Flüssigstickstoff: Tiefstgekühlte Messer schneiden besser

Ein Messer soll scharf schneiden – das gilt nicht nur in der heimischen Küche, sondern auch in der Industrie. In Papierfabriken beispielsweise schneiden Messer riesige Papierbahnen. Damit die Papierränder nicht ausfransen und der Schnitt extrem sauber ist, braucht es intaktes Schneidewerkzeug. Doch Zeit ist Geld: Stumpfen die Messer zu schnell ab, wird die Arbeit unsauber. Dann müssen die Maschinen gestoppt und die Messer ausgetauscht werden – und das kostet. Mit der Tiefstkühlbehandlung des Stahls mit Flüssigstickstoff kann die Standzeit der scharfen Messer verbessert werden.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede;Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Hochschule Anhalt, Köthen; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst; Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande; TU Hamburg-Harburg, Hamburg; VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf.

Technik + Trends

Anlagentechnik

Agentenbasierter Ansatz für das flexible Stromlastmanagement

Francesca Marchiori, Michele Benini, Silvia Cateni, Valentina Colla, Antonella Vignali, Alexander Ebel, Marcus J. Neuer, Luca Piedimonte

Der Anstieg der erneuerbaren Energieträger führt, bedingt durch die Tag- und Saisoneffekte, zu einer Zunahme der Stromschwankungen im Stromnetz, die sich erheblich auf die Strompreise auswirken können. Gemäß der Aussagen verschiedener Organisationen wie der Smart Grid Initiative oder der Internationalen Energieagentur gilt die flexible Laststeuerung durch intelligentes Demand-Response Management als einer der strategischen Schlüssel für einen zuverlässigen Betrieb der Systeme, die variable erneuerbare Energien nutzen. Tatsächlich setzen Großverbraucher aktive Maßnahmen für den intelligenten Netzzugang um, indem sie Technologien und Verfahren zur flexiblen Laststeuerung einführen. In der Stahlindustrie haben insbesondere Elektrostahlproduktionsanlagen ein sehr hohes Potenzial, um den eigenen Verbrauch zu steuern, und können so zur Netzstabilität beitragen. In diesem Papier wird ein agentenbasierter Ansatz vorgestellt, der es ermöglicht, die Chancen und Herausforderungen des flexiblen Lastmanagements für die Stahlindustrie zu nutzen.

Erhöhte Anlagenverfügbarkeit durch intelligentes Condition Monitoring System

Ahmed Shalaby, Arno Haschke, Bernhard Voglmayr, Markus Ringhofer

Im Zuge der Bestrebungen, das Risiko von ungeplanten Stillständen zu minimieren und die Anlagenverfügbarkeit zu maximieren, setzen die Anlagenbetreiber der Stahlindustrie die Maschinenwartung als oberste Priorität. Somit wird eine zuverlässige Zustandsüberwachung des Werks unausweichlich. Das entwickelte Condition Monitoring System umfasst nicht nur die Überwachung mechatronischer Systeme, sondern auch die der technologischen Regelungen, von Prozessmodellen und Systemen von Drittanbietern. Es ermöglicht eine Reduzierung der Wartungskosten.

Werkstoff und Fertigung

Neue Entwicklungen hochfester mikrolegierter Stähle im Fahrzeugbau

Maximilian Nagel, Johan Driessen, Stephan Kovacs, Ole Pudritz, Andreas Tomitz, Henning Rackow, Heike Denecke-Arnold

Der Einsatz innovativer hoch- und höchstfester Stähle steigert die Fertigungssicherheit von Bauteilen und erlaubt höchste Lebensdauern durch angepasste Werkstoffeigenschaften. Im Fahrzeugbau kommen daher vermehrt hochduktile (HD) mikrolegierte Feinkornbaustähle und bainitisch gewalzte Stähle aus Mittelband zum Tragen. Perlitfreie HD-Stähle erlauben deutlich erweiterte Umformbarkeiten, insbesondere bei Scher- und Biaxialer Belastung. Bainitisch gewalzte Stähle zeichnen sich durch höchste Kantenrissbeständigkeiten und große Schweißbereiche aus.

INNOVATION

Innovatives Messsystem der Zukunft für Stranggießanlagen: Klassifizierung der Innenqualität von gegossenen Produkten

Gusarova, T.; Klein, M.

Die Qualität gegossener Produkte ist der wesentliche wirtschaftliche Faktor für die Hersteller und Verkäufer ebenso wie für die Weiterverarbeiter und Verbraucher. Die SMS group entwickelt qualitätsbestimmende Technik für die mechatronischen Komponenten und für den metallurgischen Prozess in Stranggießanlagen. Damit produzieren die Kunden nachweislich eine hohe Qualität auf ihren Anlagen und setzen mit ihren Produkten auf dem Markt Maßstäbe.

Deutsche Edelstahlwerke stellen neuen Spezialstahl Bainidur 1300 vor: Schmiedeteile verzugsfrei und kosteneffizient fertigen

Schneiders, T.

Mit dem Spezialstahl Bainidur 1300 ebnen die Deutschen Edelstahlwerke den Weg zu einer kosteneffizienten Fertigung innovativer Schmiedeteile. Hochfeste und duktile Komponenten für den Automobilleichtbau lassen sich mit dem Spezialstahl prozesssicher, verzugsfrei und im Ergebnis mit geringer Bearbeitungszugabe fertigen. Dadurch ist der neue bainitische Werkstoff eine zukunftsweisende Alternative zu herkömmlich eingesetzten Stahllösungen. Kundenvorteile sind eine verkürzte Prozesskette und eine dauerhaft reproduzierbar hohe Qualität von leistungsstarken, hochfesten Leichtbaukomponenten.

SKF nutzt Outokumpu-Stahl für Wärmebehandlungskörbe: Neue Stahlsorte ermöglicht Kostenreduzierung und nachhaltige Langlebigkeit

Beckers, B.

Hitzebeständige Stahlsorten werden in unterschiedlichen Branchen verwendet und erfreuen sich insbesondere in der Metall verarbeitenden Industrie, aber auch in der chemischen Industrie hoher Beliebtheit. Beim international führenden Edelstahlhersteller Outokumpu sind die hitzebeständigen Stähle in der Produktkategorie Therma zusammengefasst. Sie zeichnen sich durch verbesserte Oxidations-, Hochtemperaturkorrosions- und Langzeitkriechbeständigkeit bei Einsatztemperaturen von über 550 °C aus. Der Technologieanbieter SKF hat den Werkstoff Therma 253 MA für sich entdeckt und nutzt diesen nun bereits seit einiger Zeit erfolgreich für seine Wärmebehandlungskörbe.

UNTERNEHMEN + MÄRKTE

Studie zur Digitalisierung in der Stahlbranche: Analoge Auftragsabwicklung noch immer bevorzugt

Die Stahlbranche liebt das Papier noch immer – das ist die zentrale Schlussfolgerung einer aktuellen Studie. Trotz entsprechender Angebote durch die Händler ist die elektronische Auftragsabwicklung via EDI erst wenig verbreitet. Ein weiteres Ergebnis: Digitalisierung ist für die befragten Unternehmen aus der Metall be- und verarbeitenden Industrie mehrheitlich ein Trend für die Zukunft. Hoch im Kurs stehen hingegen individuell zugeschnittene Servicekonzepte des Handels.

Forscher der FH Münster behandeln Stahl mit Flüssigstickstoff: Tiefstgekühlte Messer schneiden besser

Ein Messer soll scharf schneiden – das gilt nicht nur in der heimischen Küche, sondern auch in der Industrie. In Papierfabriken beispielsweise schneiden Messer riesige Papierbahnen. Damit die Papierränder nicht ausfransen und der Schnitt extrem sauber ist, braucht es intaktes Schneidewerkzeug. Doch Zeit ist Geld: Stumpfen die Messer zu schnell ab, wird die Arbeit unsauber. Dann müssen die Maschinen gestoppt und die Messer ausgetauscht werden – und das kostet. Mit der Tiefstkühlbehandlung des Stahls mit Flüssigstickstoff kann die Standzeit der scharfen Messer verbessert werden.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede;Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Hochschule Anhalt, Köthen; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst; Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande; TU Hamburg-Harburg, Hamburg; VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf.

stahl und eisen 1/2018

Technik + Trends

Metallurgische Ergebnisse von Vakuumanlagen

Andrea Pezza, Willi Anton Buehler, José David Martínez Cerezo, Michael Reising, Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst.

Während der Inbetriebnahme und Gewährleistung von Anlagen ist es möglich, sehr unterschiedliche metallurgische Daten zu sammeln. Dieser Artikel befasst sich mit diesen Prozessdaten zu verschiedenen Vakuumanlagen, wie VD- oder RH-Typen, und erläutert die verschiedenen Ansätze zur Stahlherstellung in den jeweiligen Anlagen sowie die metallurgischen Ergebnisse entsprechend der mechanischen Performance. Über die Daten­bankanalyse hinaus werden mögliche Trends für die Stahlherstellung in der Zukunft analysiert.

Automatisierung beginnt bei der Ankunft der Torpedowagen im Stahlwerk (In englischer Sprache)

Bob Schaap; Paul Coster; Cees Brockhus; Hans Pronk, Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande.

Im Blasstahlwerk von Tata Steel in IJmuiden ist der Roheisengießprozess vollständig automatisiert. Nach der Verbindung des Torpedos über der Roheisengrube durch den Lokführer werden alle Bewegungen von Torpedos und Transferwagen von Computern durchgeführt. Verriegelungen mit Ladekranen, die Vermeidung von Überfüllung von Gießpfannen, die Beschädigung der Torpedoschienen und Erkennung der Torpedowagennummer werden durch redundante Messungen oder Kamerasysteme überwacht. Der Bediener der Entschwefelungsanlage überwacht diesen Prozess. Dieser Beitrag gibt einen Überblick, wie wir begonnen und welche Schritte wir unternommen haben, um dieses Projekt erfolgreich zu machen.

Simulation der Prozesskette für einen Ventilstahl

Hans-Peter Jung; Dirk Leuverink, Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Uwe Grafe; Michael Hönig; Uwe Plociennik; Markus Reifferscheid, SMS group GmbH, Düsseldorf.

Zur Unterstützung der Stahlhersteller bei der Verbesserung der Produktqualität und der Reduzierung der Herstellungskosten hat die SMS group das Modellpaket „Prozesskette“ entwickelt. Es wurde von den Deutschen Edelstahlwerken Specialty Steel GmbH & Co. KG im Werk Siegen auf die Fertigung eines Ventilstahls X45CrSi9-3 (1.4718) bis zum Halbzeug Stabstahl angewandt mit dem Ziel, die Produktqualität durch Variation der Prozessparameter zu verbessern.

Reduzierte Wärmeverluste in Bandverzinkungsanlagen durch reflektierende Beschichtungen

Carsten Rein; Emanuel Thienpont; Wolfgang Adler; Bernhart Stranzinger, VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf; Eckehardt Specht; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Fabian Herz, Hochschule Anhalt, Köthen.

Für die Betreiber von Bandverzinkungsanlagen sind die energieeffiziente Produktion und eine hohe Produktqualität wichtige Ziele. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens und einer Promotion wurden die Wärmeverluste durch die wassergekühlten Ofenrollen in Vorwärmöfen von Bandverzinkungsanlagen untersucht. Ziel ist die langfristige Reduzierung der Kühlverluste, die mit bis zu 300 kW pro Ofenrolle einen Wärmeverlust von etwa 6 − 8 % der Leistung des Gesamtofens verursachen. Hierzu wurden die mechanischen und thermischen Belastungen der Ofenrollen untersucht und optimierte Rollenkonzepte entwickelt. Durch Beschichtung der Rollen mit Materialien, die einen niedrigeren Emissionsgrad aufweisen als der verwendete Stahl, konnten die Wärmeverluste und die Belastungen der Rollen im Technikum gesenkt werden.

INNOVATION

Predictive Quality erweitert Prozessüberwachung und Materialverfolgung: Neue Standards in der Langstahlproduktion

Joachim Graefe, Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz.

Qualitätsrisiken ausschließen, bevor Mängel entstehen. Kunden eine Null-Fehler-Qualität bieten. Einzelne Stahlkomponenten bis zu ihrer Entstehung rückverfolgen und alle qualitätsrelevanten Prozessparameter nachvollziehen. Das sind die Zukunftstrends im Bereich sicherheitskritischer Bauteile, beispielsweise für die Automobilindustrie. Um die steigenden Kundenanforderungen der Originalteilehersteller zu erfüllen, müssen die Zulieferer ihre Prozesse digitalisieren. Als einer der ersten Langstahlhersteller weltweit stellt sich die Schmolz + Bickenbach Gruppe dieser Herausforderung und setzt Predictive Quality Management in allen Bereichen am Schweizer Produktionsstandort Emmenbrücke ein: vom Schrotteinsatz über das Stahl- und Walzwerk bis zum Blankstahlziehen des Walzdrahtes.

Strategische und operative Optimierung der Anlagenwirtschaft: Wissensbasierte und mobile Instandhaltung

Günther Pawellek, TU Hamburg-Harburg, Hamburg.

Das Hamburger Forschungsinstitut für Logistik (FIL) entwickelt Methoden und Tools zur Optimierung der Instandhaltung und Ersatzteillogistik für Auftraggeber aus anlagenintensiven Unternehmen. Vorgestellt wird ein neu entwickeltes Entscheidungsunterstützungssystem, das ein situatives flexibles Planungsvorgehen bei unterschiedlichsten Problemstellungen erlaubt.

UNTERNEHMEN + MÄRKTE

Lager- und Transportmanagement auf dem Weg zu Industrie 4.0: Werksweite Vernetzung von Lagerung und Transport

Thomas Niepmann, 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede.

Das effiziente Lagern von Brammen, Coils und Blechen ist seit jeher eine Herausforderung in der Stahlindustrie. Durch Themen wie „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung“ gewinnt außerdem die Vernetzung aller Informationen entlang der Herstellung und Verarbeitung von Halbzeugen aus Stahl immer mehr an Bedeutung. Diesem Trend entspricht 3tn mit hallen- und werksübergreifenden Lösungen für das effiziente Lager- und Transportmanagement bis hin zum vollautomatischen Kranbetrieb.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede;Deutsche Edelstahlwerke, Siegen; Hochschule Anhalt, Köthen; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg; Primetals Technologies Germany GmbH, Willstätt-Legelshurst; Schmolz + Bickenbach Gruppe, Emmenbrücke, Schweiz; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe, IJmuiden, Niederlande; TU Hamburg-Harburg, Hamburg; VDEh-Betriebsforschungsinstitut GmbH (BFI), Düsseldorf.

stahl und eisen 12/2017

Technik + Trends

Metallurgische Qualität von hitzebeständigen Grobblechen aus niedriglegiertem Molybdänstahl (In englischer Sprache)

Eugene Goli-Oglu; PhD Zibrandt Greisen; Yuriy Bokachev, NLMK DanSteel A/S, Frederiksvaerk, Denmark.

Die Analyse der metallurgischen Qualität von Grobblech im Dickenbereich von 80 bis 150 mm, hergestellt aus C-Mn-Si-Mo-Stahl (Sorte 16Mo3 gemäß EN10028-2), erfolgte auf der Grundlage der Ergebnisse der Forschungstests und der Inbetriebnahme. Die Stahlsorte 16Mo3 wird in der Energiewirtschaft zur Herstellung von Gehäusen für Gas- und Dampfturbinen eingesetzt. Die untersuchten Stahlplatten wurden bei NLMK DanSteel in einem 4200-mm-Walzwerk durch Warmwalzen und Normalisieren hergestellt. Der Artikel stellt Daten über Änderungen der Korngröße und der Gleichförmigkeit der Mikrostruktur in Abhängigkeit von der Dicke der Platte vor.

Inlinemessung elektromagnetischer Parameter von Stahlband und deren Bedeutung für die Materialeigenschaften

Alois Koppler, Helmut Hlobil, Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich; Karsten Lothar Feiste, Fortec Forschungstechnik GmbH, Wunstorf, Deutschland; Christian Wulfert; Thomas Boehm, thyssenkrupp Steel Europe AG, Bochum, Deutschland.

Die zerstörungsfreie Inlinemessung von mechanischen und magnetischen Eigenschaften von Stahlband kann mit dem PropertyMon-System von Primetals durchgeführt werden. Mittels Messung der Hysteresekurve und linearer Regression werden Materialwerte kontinuierlich indirekt ermittelt. Ein Testaufbau an einer Glühlinie von thyssenkrupp für nicht kornorientiertes Elektroband zeigt die gleichzeitige, richtungsabhängige Detektion verschiedener anisotroper Eigenschaften mit hoher Genauigkeit.

Zukunftsweisende Modernisierungskonzepte mit bewährter Technologie für Stranggießanlagen (In englischer Sprache)

Lothar Fischer; Jörg Bausch; Ina Hüllen; Christian Fröhling; Michael Rzepczyk, SMS group GmbH, Düsseldorf; Thorsten Brand; Ingo Knopp; Heinz-Günter Brass, thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg.

Seit vielen Jahren modernisiert SMS group Stranggießanlagen und rüstet sie mit zukunftsorientierter Technologie aus. Das reicht von kleinen Optimierungen bis hin zu weitreichenden Veränderungen der Stranggießanlagen. SMS group hat gemeinsam mit thyssenkrupp Steel Europe ein Konzept für die umfangreiche Modernisierung der Stranggießanlage Nr. 1 entwickelt. Dabei standen eine verbesserte Brammenqualität, die Erweiterung der Produktpalette bei verbesserter Prozesssicherheit sowie der Schutz der Umwelt durch energieeffiziente Lösungen im Fokus.

Wärmebehandlungsanlagen für neue höchstfeste Automobilstähle

Peter Seemann; Matthias Brenninger, Ebner Industrieofenbau, Leonding, Österreich.

Um den Anforderungen der Automobilindustrie nach Leichtbauweise gerecht zu werden, findet eine intensive Entwicklung neuer Stahlsorten statt. Dies erfordert wiederum komplexere Wärmebehandlungsmöglichkeiten, um mit günstigen Legierungskonzepten die nötigen mechanischen Eigenschaften zu erreichen. Die Wunschliste für eine entsprechende Wärmebehandlungsanlage ist lang: höhere Glühtemperaturen, höhere Kühlraten mit dennoch guter Gleichmäßigkeit über Länge und Breite eines Bandes, gute Bandform und die Möglichkeit einer Wiedererwärmung und isothermer Umwandlung sowie beste Atmosphäre. Vorgestellt wird eine Behandlungslinie für Breitband, in der komplexe Temperaturkurven für die nötigen Umwandlungsvorgänge gefahren werden können: die Hicon/H2Q CAL.

Innovation

Schnelle virtuelle Inbetriebnahme in der „digitalen Fabrik“ beschleunigt die Hochlaufphase: Hohe Zeitersparnis bei der Inbetriebnahme der Automatisierungstechnik

Friedhelm Bösche, Küttner Automation GmbH, Trier.

Die „virtuelle Inbetriebnahme“ ermöglicht es, bei Umbau und Modernisierung von Anlagen in der Stahlindustrie schon vor der „realen“ Inbetriebnahme die einwandfreie Funktion der Automatisierungstechnik zu prüfen sowie Steuerungsabläufe und Prozessschritte zu optimieren. Mehrere erfolgreiche Projekte bei der voestalpine Stahl GmbH belegen, dass die Simulation in der „digitalen Fabrik“ den Zeitaufwand für die Inbetriebnahme deutlich reduziert.

Unternehmen + Märkte

Stahl als Treiber des schnellen Umstiegs auf elektrische Antriebe: Elektrisch in eine nachhaltige Zukunft?

Henrik Adam, Tata Steel Europe Limited, IJmuiden, Niederlande.

Die Entwicklung hin zu elektrischen Antrieben ist nicht aufzuhalten und Stahl wird ein entscheidender Treiber dieses Prozesses sein. So helfen die Eigenschaften von Stahl dabei, nachhaltig Gewicht zu reduzieren, Batterien zu entwickeln und elektrische Motoren zu verbessern. Stahlhersteller wie Tata Steel Europe bieten passende Lösungen für die Elektrifizierung unserer Fahrzeuge an, weshalb das Unternehmen eine Roadmap erstellt hat, die zeigt, wie sich elektrische Antriebssysteme bis 2050 entwickeln werden. Denn Stahl wird eine maßgebliche Rolle in der größten Veränderungsphase in der Geschichte der Automobilindustrie spielen.

Tags: Ebner Industrieofenbau, Leonding, Österreich; Fortec Forschungstechnik GmbH, Wunstorf ; Küttner Automation GmbH, Trier; NLMK DanSteel A/S, Frederiksvaerk, Dänemark; Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich; SMS group GmbH, Düsseldorf; Tata Steel Europe Limited, IJmuiden, Niederlande; thyssenkrupp Steel Europe AG, Bochum; thyssenkrupp Steel Europe AG, Duisburg.

stahl und eisen 11/2017

Sonderteil STEEL 2017

Application of soft reduction to improve the quality of long products for automotive parts

Ralf Thome, Karl-Georg Doppler, Mark Bleymehl, Saarstahl AG, Völklingen.

Long products with a more uniform microstructure and equal distribution of alloying elements over the cross section and also larger rolled sizes with sound centers are increasingly requested by customers. To fulfill these requirements, the use of soft reduction in continuous casting is the process technology of choice because both the center segregation and the center porosity are effectively reduced. For the investigated steel grades 100Cr6, 42CrMoS4 and C4C the evolution of the microstructure in relation to the measured segregation and porosity values illustrates the quality improvement from the cast bloom and billet to the finished product when applying soft reduction.

Bar mill cost benchmarking in the European Union, North America and Eastern Europe

Sven-Erik Lundberg, University of Gävle, Gävle, Sweden.

Benchmarking is a method to compare similar plants. Several problems arise in the evaluation of the similarity. Therefore the actual benchmarking was divided into three areas, the European Union, North America and Eastern Europe. The transformation cost was compared for new mills rolling 750000 t/a. The costs are of the same order in the different areas. The advantage of low hourly wages in Eastern Europe is lost due to the larger mill crew. Higher mill capacity give lower cost. This is a threat to many EU-located bar mills. A model to calculate the transformation cost as a function of the capacity was developed. The model give fairly good predictions. Comparison of the calculated cost to the costs in the investigated new mills show sufficient conformity. The weakest point is the estimation of the capital cost, which is not technologically determined. This is probably the main reason for deviations in transformation costs shown for similar plants.

Installation of world-first DQ system downstream plate/Steckel mill: Direct quenching innovations at Nucor Tuscaloosa

Alessandro Stenico, Danieli Germany, Düsseldorf, Germany; William Tami, Danieli & C. SpA, Buttrio, Italy.

The world’s first installation of a direct quenching system downstream of a plate/Steckel mill has started full industrial production at Nucor Steel Tuscaloosa after the Final Acceptance Certificate was released in March. Also included in the package is the CQE (Coil Quality Estimator) system, a mathematical model for predicting product’s mechanical properties in real time. Hot tests and commissioning were carried out during normal production.

Innovative coating for best-in-class mould wear resistance: Improved product quality in slab, bloom and billet casting

Mould coatings are a crucial part in continuously improving product quality and reducing operating costs in the continuous steel casting process. Monitor Coatings – a UK-based Castolin Eutectic company first developed a unique, ceramic composite coating technology, XuperCoat, which has produced best-in-class results in terms of mould life time, cast product quality and caster operating costs. 30 years of experience are a proven record for this coating type and continuous developments of the technology now allow the application of such coatings on all types of moulds including bloom and billet tubes. Furthermore, with increasing environment restrictions on hexavalent chromium compounds XuperCoat is the most efficient reliable alternative for steel casters moving away from electroplating solutions.

Technik + Trends

Entkarbonisierung – weit mehr als nur eine technologische Herausforderung

Johann Prammer, voestalpine AG, Linz, Österreich.

Klimaschutz ist für energieintensive Industrien nicht nur eine technologische Aufgabe, sondern untrennbar mit energie- und industriepolitischen Themen verbunden. Entscheidend für das tatsächliche Gelingen der „Entkarbonisierung“ ist daher der politische Rahmen, und zwar nicht nur auf nationaler Ebene. Eine besondere Herausforderung stellt dies für die Stahlindustrie dar, die unverzichtbarer Teil einer langfristigen Lösung ist.

Hadeed modernisiert Stahlwerk für das digitale Zeitalter

Wilfried Runde; Michael Bruns; Bernd Weber; Binay K. Choudhary; Mario Ufermann, SMS group GmbH, Düsseldorf, Deutschland; Said Gadhib-Al, Saudi Iron and Steel Company (Hadeed), Al Jubail al-Sinaiyah, Saudi-Arabien.

Kann man ein Stahlwerk und Stranggießanlagen, deren Automationstechnik teilweise aus den 1980er-Jahren stammt, fit für die Industrie 4.0 machen? Ja, es geht. Für den Kunden Saudi Iron and Steel Company (Hadeed) in Saudi-Arabien haben Spezialisten innerhalb kürzester Zeit eine hochmoderne Automationstechnologie implementiert. Die Besonderheit: Die neuen, einheitlichen Systeme nutzen den großen vorhandenen Datenbestand mit intelligenten Analysetools. Diese Kombination aus empirischem Erfahrungsschatz und selbstlernenden Prozessmodellen führt bei Hadeed zu einer deutlichen Kostensenkung bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung. Hinzu kommt, dass Hadeed mit der Modernisierung durch Virtualisierungstechniken unabhängiger von Hardwarekomponenten und flexibler bei der Ersatzteilversorgung wird.

Neue Condition-Monitoring-Anwendung in der Stahlerzeugung

Anna Mayrhofer, Franz Hartl, Andreas Rohrhofer, Klaus Stohl, Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich.

Für schnell rotierendes Equipment (Lager, Pumpen, Motoren, Getriebe, etc.) ermöglichen zahlreiche Condition-Monitoring-Techniken, überwiegend Vibrationsanalysen, die Anwendung von Predictive Maintenance. Bei langsam rotierendem Equipment (<1 min-1) liegt eine andere Situation vor. Ein neuer Ansatz zur Überwachung von derartigem Equipment wird in diesem Beitrag beschrieben. Schwingungsüberwachung ist normalerweise nicht möglich, da nicht genügend Energie in den gemessenen und analysierten Schwingungen liegt. Im Gegensatz dazu liefert die Stoßimpulsmethode zum ersten Mal genaue Informationen zum Zustand des Equipments. Die Anwendung dieser Technik wird am Beispiel des Pfannendrehturms und des LD-Konverters für sehr langsam drehendes Equipment im Detail vorgestellt.

Neue Leichtbaustudie als Basis zukünftiger Stahlwerkstoffe für den Einsatz in der Karosserie

Ansgar Hatscher; Dominik Feuer; Philipp Marcks; Astrid Wollenber; Oliver Schauerte, Volkswagen AG, Wolfsburg; Erdeniz Ince, Niklas Günther, Projektingenieur, GNS mbH, Braunschweig.

Stahlhersteller tragen ein hohes Risiko bei der Entwicklung von neuen Stählen, wenn die Erfordernisse der Kunden nicht genau genug bekannt sind. Der Automobilhersteller wird keine neuen Stähle in einer Großserienfertigung einsetzen, wenn diese nicht ausreichend für den Anwendungsfall erprobt sind. Als Kommunikationsbasis wird eine Methodik vorgestellt, die die erforderlichen Materialeigenschaften für eine zielorientiertere Stahlentwicklung aufzeigen kann, unter Berücksichtigung komplexer Beanspruchungssituationen einer Gesamtfahrzeugstruktur.

Innovation

Präzise Dickenmessung mit integrierter Breitenmessung mittels Laserliniensensoren: Clevere Systeme für hochgenaue Fertigungsüberwachung

Achim Sonntag, Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG, Ortenburg.

Die Dicke ist eine der wichtigsten Größen bei der Herstellung von Brammen, Blechen und Coils aus Stahl, da sie für die Weiterverarbeitung von Bedeutung ist. Die Breite spielt unter anderem auch dann eine große Rolle, wenn das Material in einzelne Ringe gespalten wird. Abweichungen in der Produktion würden eine Menge Geld und auch Zeit kosten. Ein absolutes Muss im Produktionsprozess ist daher eine hochgenaue Fertigungsüberwachung, die sich z.B. durch den Einsatz von Laserliniensensoren sicherstellen lässt.

Timken präsentiert neuartige Quick-Flex-Kupplungen: Einfache Montage und störungsfreie Wartung

Nigel Pickford, The Timken Company, Coventry, Großbritannien.

Die Quick-Flex-Kupplung von Timken ist eine zuverlässige, wartungsfreundliche Lösung zur Wellenverbindung. Bei der Entwicklung dieser Kupplung standen die Prinzipien der einfachen Montage und der störungsfreien Wartung im Vordergrund, die mit nur wenigen Komponenten und einem neuartigen Design realisiert wurden.

Unternehmen + Märkte

Deutscher Stahlrohrmarkt im Jahr 2016 und Ausblick auf 2017: Neue Herausforderungen für die deutsche Stahlrohrindustrie

Während die weltweite Stahlrohrproduktion im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 164 Mio. t zurückging, nahm die Produktion in der EU und in Deutschland jeweils um 4 % auf 13 bzw. 2,6 Mio. t zu. Europaweit war das positive Ergebnis auf Produktionssteigerungen bei geschweißten Stahlrohren bis 40,6 cm Außendurchmesser und Großrohren zurückzuführen, wohingegen die Produktion nahtloser Stahlrohre vor allem wegen der anhaltenden Investitionszurückhaltung der Energieindustrie rückläufig war.

Fluid Bag – eine neue Verpackung für Schmierstoffe: Die effiziente Alternative zum klassischen Fettfass

Jana Giermann, Total Deutschland GmbH, Berlin.

In der produzierenden Industrie ist Zeiteffizienz einer der wichtigsten Faktoren für Kostenreduktion und Steigerung der Produktivität. Daher ist es wichtig, neue Alternativen zu traditionellen Produktionsabläufen zu finden. Auch die Beschaffung und Lagerung von Schmierstoffen ist hiervon betroffen. Das ESF-Elbe Stahlwerk Feralpi in Riesa verwendet seit Anfang Januar 2016 eine effiziente Verpackungsmethode für eines der im Werk eingesetzten Fette: den Fluid Bag. Im nachfolgenden Interview wurde der Leiter der Instandhaltung des Walzwerks, Sebastian Herbig, zur Anwendung der Fluid Bags und deren Vorteilen befragt.

Tags: Danieli Germany, Düsseldorf; Danieli & C. SpA, Buttrio, Italy; GNS mbH, Braunschweig; Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG, Ortenburg; Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich; Saarstahl AG, Völklingen; Saudi Iron and Steel Company (Hadeed), Al Jubail al-Sinaiyah, Saudi Arabia; SMS group GmbH, Düsseldorf; The Timken Company, Coventry, Great Britain; Total Deutschland GmbH, Berlin; University of Gävle, Gävle, Sweden; voestalpine AG, Linz, Österreich; Volkswagen AG, Wolfsburg.

Sonderteil STEEL 2017

Application of soft reduction to improve the quality of long products for automotive parts

Ralf Thome, Karl-Georg Doppler, Mark Bleymehl, Saarstahl AG, Völklingen.

Long products with a more uniform microstructure and equal distribution of alloying elements over the cross section and also larger rolled sizes with sound centers are increasingly requested by customers. To fulfill these requirements, the use of soft reduction in continuous casting is the process technology of choice because both the center segregation and the center porosity are effectively reduced. For the investigated steel grades 100Cr6, 42CrMoS4 and C4C the evolution of the microstructure in relation to the measured segregation and porosity values illustrates the quality improvement from the cast bloom and billet to the finished product when applying soft reduction.

Bar mill cost benchmarking in the European Union, North America and Eastern Europe

Sven-Erik Lundberg, University of Gävle, Gävle, Sweden.

Benchmarking is a method to compare similar plants. Several problems arise in the evaluation of the similarity. Therefore the actual benchmarking was divided into three areas, the European Union, North America and Eastern Europe. The transformation cost was compared for new mills rolling 750000 t/a. The costs are of the same order in the different areas. The advantage of low hourly wages in Eastern Europe is lost due to the larger mill crew. Higher mill capacity give lower cost. This is a threat to many EU-located bar mills. A model to calculate the transformation cost as a function of the capacity was developed. The model give fairly good predictions. Comparison of the calculated cost to the costs in the investigated new mills show sufficient conformity. The weakest point is the estimation of the capital cost, which is not technologically determined. This is probably the main reason for deviations in transformation costs shown for similar plants.

Installation of world-first DQ system downstream plate/Steckel mill: Direct quenching innovations at Nucor Tuscaloosa

Alessandro Stenico, Danieli Germany, Düsseldorf, Germany; William Tami, Danieli & C. SpA, Buttrio, Italy.

The world’s first installation of a direct quenching system downstream of a plate/Steckel mill has started full industrial production at Nucor Steel Tuscaloosa after the Final Acceptance Certificate was released in March. Also included in the package is the CQE (Coil Quality Estimator) system, a mathematical model for predicting product’s mechanical properties in real time. Hot tests and commissioning were carried out during normal production.

Innovative coating for best-in-class mould wear resistance: Improved product quality in slab, bloom and billet casting

Mould coatings are a crucial part in continuously improving product quality and reducing operating costs in the continuous steel casting process. Monitor Coatings – a UK-based Castolin Eutectic company first developed a unique, ceramic composite coating technology, XuperCoat, which has produced best-in-class results in terms of mould life time, cast product quality and caster operating costs. 30 years of experience are a proven record for this coating type and continuous developments of the technology now allow the application of such coatings on all types of moulds including bloom and billet tubes. Furthermore, with increasing environment restrictions on hexavalent chromium compounds XuperCoat is the most efficient reliable alternative for steel casters moving away from electroplating solutions.

Technik + Trends

Entkarbonisierung – weit mehr als nur eine technologische Herausforderung

Johann Prammer, voestalpine AG, Linz, Österreich.

Klimaschutz ist für energieintensive Industrien nicht nur eine technologische Aufgabe, sondern untrennbar mit energie- und industriepolitischen Themen verbunden. Entscheidend für das tatsächliche Gelingen der „Entkarbonisierung“ ist daher der politische Rahmen, und zwar nicht nur auf nationaler Ebene. Eine besondere Herausforderung stellt dies für die Stahlindustrie dar, die unverzichtbarer Teil einer langfristigen Lösung ist.

Hadeed modernisiert Stahlwerk für das digitale Zeitalter

Wilfried Runde; Michael Bruns; Bernd Weber; Binay K. Choudhary; Mario Ufermann, SMS group GmbH, Düsseldorf, Deutschland; Said Gadhib-Al, Saudi Iron and Steel Company (Hadeed), Al Jubail al-Sinaiyah, Saudi-Arabien.

Kann man ein Stahlwerk und Stranggießanlagen, deren Automationstechnik teilweise aus den 1980er-Jahren stammt, fit für die Industrie 4.0 machen? Ja, es geht. Für den Kunden Saudi Iron and Steel Company (Hadeed) in Saudi-Arabien haben Spezialisten innerhalb kürzester Zeit eine hochmoderne Automationstechnologie implementiert. Die Besonderheit: Die neuen, einheitlichen Systeme nutzen den großen vorhandenen Datenbestand mit intelligenten Analysetools. Diese Kombination aus empirischem Erfahrungsschatz und selbstlernenden Prozessmodellen führt bei Hadeed zu einer deutlichen Kostensenkung bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung. Hinzu kommt, dass Hadeed mit der Modernisierung durch Virtualisierungstechniken unabhängiger von Hardwarekomponenten und flexibler bei der Ersatzteilversorgung wird.

Neue Condition-Monitoring-Anwendung in der Stahlerzeugung

Anna Mayrhofer, Franz Hartl, Andreas Rohrhofer, Klaus Stohl, Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich.

Für schnell rotierendes Equipment (Lager, Pumpen, Motoren, Getriebe, etc.) ermöglichen zahlreiche Condition-Monitoring-Techniken, überwiegend Vibrationsanalysen, die Anwendung von Predictive Maintenance. Bei langsam rotierendem Equipment (<1 min-1) liegt eine andere Situation vor. Ein neuer Ansatz zur Überwachung von derartigem Equipment wird in diesem Beitrag beschrieben. Schwingungsüberwachung ist normalerweise nicht möglich, da nicht genügend Energie in den gemessenen und analysierten Schwingungen liegt. Im Gegensatz dazu liefert die Stoßimpulsmethode zum ersten Mal genaue Informationen zum Zustand des Equipments. Die Anwendung dieser Technik wird am Beispiel des Pfannendrehturms und des LD-Konverters für sehr langsam drehendes Equipment im Detail vorgestellt.

Neue Leichtbaustudie als Basis zukünftiger Stahlwerkstoffe für den Einsatz in der Karosserie

Ansgar Hatscher; Dominik Feuer; Philipp Marcks; Astrid Wollenber; Oliver Schauerte, Volkswagen AG, Wolfsburg; Erdeniz Ince, Niklas Günther, Projektingenieur, GNS mbH, Braunschweig.

Stahlhersteller tragen ein hohes Risiko bei der Entwicklung von neuen Stählen, wenn die Erfordernisse der Kunden nicht genau genug bekannt sind. Der Automobilhersteller wird keine neuen Stähle in einer Großserienfertigung einsetzen, wenn diese nicht ausreichend für den Anwendungsfall erprobt sind. Als Kommunikationsbasis wird eine Methodik vorgestellt, die die erforderlichen Materialeigenschaften für eine zielorientiertere Stahlentwicklung aufzeigen kann, unter Berücksichtigung komplexer Beanspruchungssituationen einer Gesamtfahrzeugstruktur.

Innovation

Präzise Dickenmessung mit integrierter Breitenmessung mittels Laserliniensensoren: Clevere Systeme für hochgenaue Fertigungsüberwachung

Achim Sonntag, Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG, Ortenburg.

Die Dicke ist eine der wichtigsten Größen bei der Herstellung von Brammen, Blechen und Coils aus Stahl, da sie für die Weiterverarbeitung von Bedeutung ist. Die Breite spielt unter anderem auch dann eine große Rolle, wenn das Material in einzelne Ringe gespalten wird. Abweichungen in der Produktion würden eine Menge Geld und auch Zeit kosten. Ein absolutes Muss im Produktionsprozess ist daher eine hochgenaue Fertigungsüberwachung, die sich z.B. durch den Einsatz von Laserliniensensoren sicherstellen lässt.

Timken präsentiert neuartige Quick-Flex-Kupplungen: Einfache Montage und störungsfreie Wartung

Nigel Pickford, The Timken Company, Coventry, Großbritannien.

Die Quick-Flex-Kupplung von Timken ist eine zuverlässige, wartungsfreundliche Lösung zur Wellenverbindung. Bei der Entwicklung dieser Kupplung standen die Prinzipien der einfachen Montage und der störungsfreien Wartung im Vordergrund, die mit nur wenigen Komponenten und einem neuartigen Design realisiert wurden.

Unternehmen + Märkte

Deutscher Stahlrohrmarkt im Jahr 2016 und Ausblick auf 2017: Neue Herausforderungen für die deutsche Stahlrohrindustrie

Während die weltweite Stahlrohrproduktion im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 3 % auf 164 Mio. t zurückging, nahm die Produktion in der EU und in Deutschland jeweils um 4 % auf 13 bzw. 2,6 Mio. t zu. Europaweit war das positive Ergebnis auf Produktionssteigerungen bei geschweißten Stahlrohren bis 40,6 cm Außendurchmesser und Großrohren zurückzuführen, wohingegen die Produktion nahtloser Stahlrohre vor allem wegen der anhaltenden Investitionszurückhaltung der Energieindustrie rückläufig war.

Fluid Bag – eine neue Verpackung für Schmierstoffe: Die effiziente Alternative zum klassischen Fettfass

Jana Giermann, Total Deutschland GmbH, Berlin.

In der produzierenden Industrie ist Zeiteffizienz einer der wichtigsten Faktoren für Kostenreduktion und Steigerung der Produktivität. Daher ist es wichtig, neue Alternativen zu traditionellen Produktionsabläufen zu finden. Auch die Beschaffung und Lagerung von Schmierstoffen ist hiervon betroffen. Das ESF-Elbe Stahlwerk Feralpi in Riesa verwendet seit Anfang Januar 2016 eine effiziente Verpackungsmethode für eines der im Werk eingesetzten Fette: den Fluid Bag. Im nachfolgenden Interview wurde der Leiter der Instandhaltung des Walzwerks, Sebastian Herbig, zur Anwendung der Fluid Bags und deren Vorteilen befragt.

Tags: Danieli Germany, Düsseldorf; Danieli & C. SpA, Buttrio, Italy; GNS mbH, Braunschweig; Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG, Ortenburg; Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich; Saarstahl AG, Völklingen; Saudi Iron and Steel Company (Hadeed), Al Jubail al-Sinaiyah, Saudi Arabia; SMS group GmbH, Düsseldorf; The Timken Company, Coventry, Great Britain; Total Deutschland GmbH, Berlin; University of Gävle, Gävle, Sweden; voestalpine AG, Linz, Österreich; Volkswagen AG, Wolfsburg.

stahl und eisen 10/2017

Technik + Trends

Metallurgie

Nutzungsmöglichkeiten von Elektroofenschlacke als Basis hydraulischer Bindemittel

David Algermissen, Andreas Ehrenberg, FEhS − Institut für Baustoff-Forschung e.V., Duisburg.

Im Gegensatz zu Hüttensand oder Portlandzementklinker weist Elektroofenschlacke keine (latent) hydraulischen Eigenschaften auf, sodass eine unmittelbare Anwendung von EOS als Bindemittelkomponente ausscheidet. Durch Konvertierung schmelzflüssiger Elektroofenschlacke lassen sich potenziell im Gegensatz zur klassischen Bindemittelherstellung Energie einsparen und CO2-Emissionen vermeiden, da eine Entsäuerung, wie sie für Kalkstein notwendig ist, entfällt, wobei gleichzeitig natürliche Ressourcen geschont werden.

Umformtechnik

Mit der Kraft der drei Walzen – das neue Schrägwalzwerk für die Pilgerstraße von Vallourec

Julian Briselat, Christoph Bem, Timo Walther, Gabriel Pereira, Vallourec Deutschland GmbH, Düsseldorf.

Schneller, zuverlässiger, hochwertiger: Im Februar 2017 begann für die Pilgerstraße in Düsseldorf-Rath ein neues Produktionszeitalter. Vallourec nahm ein neues, leistungsstarkes Schrägwalzwerk in Betrieb – das weltweit größte und modernste seiner Art. Gemeinsam mit Danieli, einem der führenden Anlagenbauer, entwickelte das Düsseldorfer Projektteam eine Anlage, die optimal gerüstet ist für die schnelle, wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Produktion von nahtlosen warmgefertigten Stahlrohren. Im Fokus: das immer stärker nachgefragte Segment der höher- und hochfesten Premiumstähle.

Anlagentechnik

Modernisierte Kokille verbessert Produktion an DSP-Gießanlage bei Tata Steel

Ronald Schimmel, Tata Steel, IJmuiden, Niederlande; Michael Kirchner, SMS group GmbH, Düsseldorf, Deutschland.

Die Dünnbrammen(DSP)-Gießanlage bei Tata Steel in IJmuiden, Niederlande, (ehemals Hoogovens/Corus) wurde im Jahr 2000 in Betrieb genommen und produziert bei einer Gießgeschwindigkeit von bis zu 6 m/min 70-mm-Dünnbrammen in Breiten zwischen 1000 mm und 1560 mm. Die Anlage verfügt über eine 90-mm-Trichterkokille und sieben Segmente, mit denen die Brammendicke im Liquid-Core-Reduction-Verfahren (LCR1) auf 70 mm reduziert wird. Das Produktspektrum umfasst Stahlsorten mit niedrigem Kohlenstoffgehalt, HSLA- und Elektrostahl.

Radarsensoren zur präzisen Breitenbestimmung unter widrigsten Bedingungen

Bettina Fischer, Horst Krauthäuser, IMS Messsysteme GmbH, Heiligenhaus; Christian Krebs, Sabine Gütgemann, Dirk Nüßler, Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR), Wachtberg.

Unter den rauen Umgebungsbedingungen in Warmbandstraßen können konventionelle Messsysteme häufig nicht eingesetzt werden. Die IMS Messsysteme GmbH hat daher ein Breitenmesssystem, basierend auf Radartechnik, entwickelt, das erstmals eine stabile und genaue Breitenmessung unter widrigsten Bedingungen ermöglicht. Zusätzliche Vorteile des Systems sind die hohe Robustheit, der kompakte Aufbau und der sehr geringe Wartungsaufwand. Des Weiteren kann das System ohne Sicherheitsmaßnahmen betrieben werden.

Innovation

Neue Anlagentechnik von thyssenkrupp ermöglicht Kunden Gewichtseinsparungen von bis zu 50 %: Töpfern mit Stahl – die neue Drückwalzanlage

Thomas Flöth, thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg.

Im Forschungsbereich von thyssenkrupp wird Stahl „zum Fließen“ gebracht: Mit der neuen Warmdrückwalzanlage können ab sofort besonders präzise und gewichtseinsparende Stahlbauteile entwickelt und sollen zukünftig in Serie produziert werden. Dies ist dank der einzigartigen Kombination aus Drückwalzen und Erwärmen möglich. Erste Kooperationen mit Kunden wurden bereits geschlossen.

Additive Fertigung ermöglicht Innovationsschub bei der Herstellung von Sprühköpfen: 3-D-Sprühköpfe senken die Taktzeit beim Gesenkschmieden

Thilo Sagermann, SMS group, Düsseldorf.

Bei der Herstellung der neuen 3-D-Sprühköpfe für Gesenkschmiede­pressen nutzt die SMS group die Möglich­keiten der additiven Fertigung. Der 3-D-Druck macht es möglich, extrem leichte und kompakte neue Sprühköpfe herzustellen, die individuell an die Gegebenheiten einzelner Gesenke angepasst sind. Die Kombination von flexibler Ansteuerung der einzelnen Düsen, schnellem Handling und einem homogen verteilten Sprühnebel reduziert die Taktzeiten der Presse und verlängert die Standzeit der Gesenke.

Gegen Ablagerungen im Ölbad bei der Wärmebehandlung: Neuer Filter verdoppelt die Lebensdauer des Abschrecköls

Roland Caminades, Avion Europa GmbH & Co. KG, Hagen.

Für die Wärmebehandlungs- und die Härtereibranche ist sauberes Öl von entscheidender Bedeutung für einen optimal funktionierenden Abschreckprozess. Viele Härtereibetriebe verzichten allerdings aus Kostengründen darauf, einen Ölfilter zu installieren oder nachzurüsten. Ohne Filter können sich aber Reststoffe im Ölbecken ablagern und dadurch die Ölpumpe oder sogar die behandelten Werkstücke beschädigt werden. Mit dem „SmartFilter“ wurde nun eine einfach zu installierende Nachrüstlösung entwickelt, mit der Rückstände effizient aus dem Abschrecköl gefiltert werden können.

Max-Planck-Institut für Eisenforschung präsentiert Forschungsschwerpunkte (10): Korrosion – mehr als nur rostiges Eisen

Michael Rohwerder, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Korrosion bestimmt häufig die Lebensdauer eines Bauteils. Nur ein grundlegendes Verständnis der Korrosionsprozesse ermöglicht die Entwicklung neuer Strategien für den Korrosionsschutz und ist Voraussetzung für eine zuverlässige Schadensvorhersage. Das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) hat hier eine weltweit führende Rolle.

Unternehmen + Märkte

Alternative Modelle in Finanzierungsmix einbauen: Endlich Durchblick in Liquiditätsfragen

Werner Weiß, Tec7, München.

„Ohne Moos nix los?“ – Unternehmer können dieses Sprichwort sicherlich nicht mehr hören. Dennoch beschreibt es mit seinen vier Worten, wie die Realität im Businessalltag aussieht. Für krisengebeutelte Unternehmen ein Reizthema. Selbst Geschäftsführer erfolgreicher Unternehmen sollten sich aber nicht in Sicherheit wähnen – so wie derzeit in der Stahlbranche, die nach aktuellen Zahlen wieder in Aufbruchstimmung ist. Fakt ist: Ob Gründung, Wachstum, Nachfolge, Restrukturierung oder Sanierung – Liquiditätsbedarf gibt es in jeder Phase.

Tags: Avion Europa GmbH & Co. KG, Hagen; FEhS − Institut für Baustoff-Forschung e.V., Duisburg; Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR), Wachtberg; IMS Messsysteme GmbH, Heiligenhaus; Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf; SMS group GmbH, Düsseldorf;  Tata Steel, IJmuiden, Niederlande; Tec7, München; thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg; Vallourec Deutschland GmbH, Düsseldorf.

 

stahl und eisen 9/2017

Technik + Trends

Metallurgie

Roheisenerzeugung im Hochofen mit niedrigen CO2-Emissionen (In englischer Sprache)

Lena Sundqvist Ökvist, Swerea Mefos AB, Luleå, Sweden, and MiMeR, Lulea University of Technology, Luleå, Sweden; Per Lagerwall, SSAB Europe, Luleå, Sweden; Bo Sundelin, SSAB Special Steels, Oxelösund, Sweden; Joel Orre, Mats Brämming, Maria Lundgren, Swerea Mefos AB, Luleå, Sweden.

Die Stahlindustrie trägt zu den globalen Emissionen von fossilem CO2 mit ca. 7 % bei, die hauptsächlich auf den Einsatz von Kohle und Koks im Hochofen (HO) zurückzuführen sind. Gleichzeitig bleibt der Hochofen auf absehbare Zeit die energieeffizienteste Methode für erzbasierte Roheisenerzeugung. Mehrere Forschergruppen haben verschiedene Konzepte untersucht, mit denen sich die CO2-Emissionen minimieren lassen, wie z.B. das ULCOS-Top-Gas-Recycling BF, die Injektion von H2-Gas oder die Verwendung von Biomasseprodukten und HBI. In diesem Beitrag werden verschiedene Optionen und, in einigen Fällen, Kombinationen aus diesen analysiert und im Hinblick auf die Bedingungen im Hochofen sowie ihre Auswirkungen auf die fossilen CO2-Emissionen verglichen.

Moderne Bodenspülstrategien und -techniken verbessern Konverterprozesse

Matthäus Haider, Marcus Kirschen, Roland Ude, Karl-Michael Zettl, RHI AG, Wien, Österreich.

RHI erweiterte das vorhandene Portfolio mit Spülsteinen für sehr hohe Gasvolumenströme und verbesserte die Spülsteinverfügbarkeit, unter anderem bei Schlackenpflegemaßnahmen. Fallstudien zeigen das verbesserte Verschleißverhalten, die höhere Spülerverfügbarkeit und metallurgische Vorteile.

Kokereitechnik

Entwicklung eines neuen Steinstopfensystems für Koksofentüren

Michael Specht, Refratechnik Steel GmbH, Düsseldorf; Andreas Baaske, thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg; Michael Cremer, KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg.

Angestoßen von einem Six-Sigma-Projekt zur Instandsetzungsoptimierung der Koksofentüren der Kokerei Schwelgern, wurde überlegt, wie die Standzeit der Koksofentüren verbessert werden kann. Eine Möglichkeit ist die Verbesserung der Fertigbauteile, die den Türkörper der Ofentüren vor der Temperaturbelastung schützen. Die Fertigbauteile stellen einen wesentlichen Anteil an der Konstruktion der Koksofentüren dar und sind essentiell für deren Funktion und Dichtigkeit. Bei der Weiterentwicklung der Fertigbauteile wurden die Qualitätsmerkmale Temperaturwechselbeständigkeit und Wärmedehnung wesentlich verbessert.

Anlagentechnik

Verkürzte Prozesszeit und bessere Verfügbarkeit durch neue ­Sublanzenmanipulatoren

Martin W. Egger, Joachim Lehner, Hannes Nogratnig, voestalpine Stahl GmbH, Linz, Österreich; Andreas Priesner, Helmut Lechner, Gerhard Wimmer, Primetals Technologies Austria, Linz, Österreich.

Um die Reduktion der Prozesszeit und die Verfügbarkeit der LD-Konverter im Hochleistungsstahlwerk der voestalpine Stahl GmbH in Linz zu erhöhen, war es notwendig, die alten Sublanzenmanipulatoren (von 1987) durch drei neue Sublanzenroboter zu ersetzen. Der Umbau der Sublanzenmanipulatoren erfolgte jeweils während einer fünftägigen Tiegelzustellung. Bereits während der Inbetriebnahmephase konnte eine gefordert hohe Verfügbarkeit >95 % erreicht werden. Diese Roboterlösung stellt mit diesem hohen Automatisierungsgrad einen neuen Standard in der Stahlindustrie dar.

Werkstoff Stahl

70 Jahre Normungsarbeit in der Stahlindustrie

Burkhard Raith, Richard D. Knobloch, Normenausschuss Eisen und Stahl (FES), Düsseldorf.

Der DIN-Normenausschuss Eisen und Stahl (FES) feiert in diesem Jahr das 70. Jubiläum. Aus diesem Anlass möchten wir Sie über historische Hintergründe, die aktuelle Aufstellung sowie die Normungsarbeit des Ausschusses informieren.

Innovation

Partnerschaft mit dem Kunden als Schlüssel zum Erfolg: Turnkey im Wandel

Stephan Nehring, Selcuk Dogulu, Marlene Wagner, SMS group GmbH, Düsseldorf; Sandra Neuser, SMS group GmbH, Hilchenbach.

Industrieunternehmen bzw. Anlagenbetreiber auf der einen und Anlagen- und Maschinenbauer auf der anderen Seite werden die zukünftigen Herausforderungen jeweils allein nicht mehr bewältigen können. Zu hoch ist die Komplexität der Anforderungen, sodass nur enge Partnerschaften und eine intelligente sowie vertrauensvolle Arbeitsteilung den Erfolg im globalisierten Wettbewerb ermöglichen. Wer vor diesem Hintergrund nicht nur auf der Höhe der Zeit bleiben will, sondern an der Spitze des Wettbewerbs stehen möchte bzw. die Entwicklungen maßgeblich beeinflussen will, muss eine Vielzahl von Kompetenzen zusammenführen und bündeln. Das gilt gleichermaßen für den Anlagenbetreiber wie den Anlagenbauer.

MPIE präsentiert Forschungsschwerpunkte (9): Neue Mittel-Mangan-Stähle

Dirk Ponge, Alisson Kwiatkowski da Silva, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Mittel-Mangan-Stähle besitzen bei vertretbaren Kosten ein enormes Potenzial, Gefüge mit hoher Festigkeit, Duktilität und Zähigkeit einzustellen. Am Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) wurden relevante Mechanismen geklärt, um nun wissensbasiert dieses Potenzial auszuschöpfen.

Unternehmen + Märke

Konferenz über die Digitalisierung in der Stahlindustrie in Ijmuiden: Industrie 4.0 – was steckt dahinter?

 Raffael Binder, PSI metals, Berlin; Kurz Herzog, Primetals Technologies Austria, Linz, Österreich.

 Der Begriff Industrie 4.0 ist kein neuer. Kaum eine politische Rede mit wirtschaftlichem Bezug oder kaum ein Forschungsantrag im Bereich Produktion kommt heute ohne dieses Schlagwort aus. Auch die Herleitung des Begriffs mit Bezug zu den vergangenen drei industriellen Revolutionen ist bekannt und bedarf keiner Wiederholung. Diese Bekanntheit hat jedoch einen Beigeschmack; lange konnte man sich vor allem in der Stahlindustrie keinen Reim auf dieses vermeintliche Modewort machen und so wurde Industrie 4.0 rasch in die Marketingnische verbannt. Gut für Forschungsgelder, hieß es, aber sonst sei da nicht viel Neues dahinter. Die Stahlindustrie ist seit Langem hochautomatisiert und Industrie 4.0 sei daher ohnehin nur alter Wein in neuen Schläuchen. Aber ist dem so oder tut man dem Thema Industrie 4.0 unrecht? Wie der Begriff „Industrie 4.0“ selbst sich nicht eindeutig definieren lässt, gibt es auch auf diese Frage keine eindeutige und schon gar nicht einfache Antwort. Es ist notwendig, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, um dieses Phantoms habhaft zu werden.

Tags: KBS Kokereibetriebsgesellschaft Schwelgern GmbH, Duisburg; Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf; MiMeR, Luleå University of Technology, Luleå, Sweden; Normenausschuss Eisen und Stahl (FES), Düsseldorf; Primetals Technologies Austria, Linz, Österreich; PSI metals, Berlin; Refratechnik Steel GmbH, Düsseldorf; RHI AG, Wien, Österreich; SMS group GmbH, Düsseldorf; SMS group GmbH, Hilchenbach; SSAB Europe, Luleå, Sweden; SSAB Special Steels, Oxelösund, Sweden; Swerea Mefos AB, Luleå, Sweden; thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg; voestalpine Stahl GmbH, Linz, Österreich.

stahl und eisen 8/2017

Technik + Trends

Metallurgie

Kein sechswertiges Chrom in Stahlwerksschlacken (In englischer Sprache)

Elizaveta Cheremisina; Prof. Johannes Schenk, Montanuniversität Leoben, Österreich.

Stahlwerksschlacke aus der Qualitätsstahlerzeugung ist ein Nebenprodukt der Stahlerzeugung im LD-Konverter, im Elektrolichtbogenofen oder aus den Aggregaten der metallurgischen Nachbehandlung (Pfannenschlacke). Neben seiner Bedeutung als metallurgisches Instrument wird bereits bei seiner Erzeugung die spätere Nutzung als industrielles Gestein berücksichtigt. In Europa ist die Nutzung dieser industriellen Gesteine weit verbreitet. Nach Statistiken von Euroslag wurden 2014 europaweit rd. 16,5 Mio. t Stahlwerksschlacke in den Bereichen Verkehrsbau, Bodenstabilisierer, Zement, Betonzusatzstoff und Düngemittel vermarktet. Der Einsatz dieser Produkte aus Stahlwerksschlacke erfolgt dabei nach europäischen und nationalen Regelwerken, die physikalische als auch umweltrelevante Aspekte berücksichtigen.

Anlagentechnik

Technologischer Vorsprung durch neue Hochdruck-Intensivkühlstrecke

Martin Moninger, Primetals Technologies Germany, Erlangen; Christian Matten; Alexander Gaganov; Elena Schaffnit, thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg.

Die beschleunigte Abkühlung in der Kühlstrecke ist der wesentliche Prozessschritt innerhalb des Warmbandwalzwerks bei der Herstellung von Warmband für das Erreichen der Materialeigenschaften von Sonderstahlsorten. Primetals Technologies installierte 2010 bei thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg-Beeckerwerth erstmals eine Intensivkühlung in einer konventionellen Warmbreitbandstraße. Vier Jahre später wurde die Kühlung noch einmal erheblich mechanisch erweitert und mit einer neuen Prozessautomatisierung ausgestattet. Ziel der Modernisierungen war, die bestehende Qualitätswarmbandproduktion zu sichern und hoch- und höherfeste Stähle in einem weiten Dickenspektrum herstellen zu können.

Neues Verfahren zur Feuerverzinkung von modernen und hochfesten Stahlsorten

Fritz Brühl, Holger Behrens, Hans Georg Hartung, Caesar Sasse, SMS group, Düsseldorf; Jean-Pierre Crutzen, Drever International, Lüttich, Belgien.

Moderne Stähle beinhalten Legierungselemente, die während des Glühprozesses Oxide ausbilden. Diese Oxide führen beim Verzinkungsprozess zu Benetzungs- und Haftungsproblemen. Mit dem neuen „PrOBOX“-Verfahren bietet SMS group einen sicheren Prozess, der diese Benetzungsprobleme effektiv verhindert. Durch eine gezielte Oxidation wird eine Eisenoxidschicht auf der Bandoberfläche ausgebildet, die anschließend reduziert wird. Es entsteht eine Eisenschicht mit einer guten Benetzbarkeit, auf die sich eine hochwertige und durchgängige Zinkschicht aufbringen lässt. In diesem Bericht wird ein Überblick zu den Stahlsorten, den Benetzungsproblemen sowie den möglichen Lösungen gegeben. Weiterhin wird die PrOBOX-Technik inklusive einiger Referenzanlagen beschrieben.

Flexibilisierung bestehender Ofenanlagen – Ofenführung 4.0

Joachim Denker; Dr. Dirk Zander; Marc Göttsche, Asinco GmbH, Duisburg.

Im aktuellen Umfeld der Energiewende wird es immer wichtiger, ein flexibles Energiemanagement auch während der laufenden Produktion zu gewährleisten. Mit diesem ist es möglich, ökonomisch sinnvolle Strategien zur Partizipation am Regelenergiemarkt zu konzeptionieren und umzusetzen. In einem aktuellen Forschungsprojekt wird ein innovatives hybrides Gesamtmodell induktiv mit fossilen Beheizungskonzepten gekoppelt, um einen optimalen energetischen und qualitativen Wirkungsgrad mit direkter Kommunikation zum „SmartGrid“ zu ermöglichen.

Innovation

Onlinemessung der Chrom(VI)-Konzentration im Abluftstrom einer Verchromungsanlage: Es liegt was in der Luft

Dirk Matusch, Ingenieur Prozess/Projekte, thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach; Lucas Barz, Hochschule Koblenz, Koblenz; Lucia Becker, Deutsche Metrohm Prozessanalytik GmbH & Co. KG, Filderstadt.

Am weltweit größten Produktionsstandort für Verpackungsstahl produziert thyssenkrupp Rasselstein spezialverchromtes Feinstblech für unterschiedlichste Verpackungslösungen. Die Erfüllung höchster Qualitätsstandards und Nachhaltigkeit besitzen dabei oberste Priorität. Für die kontinuierliche Verbesserung von Herstellungsprozessen hat thyssenkrupp Rasselstein ein Onlinemesssystem zur Erfassung der Chrom(VI)-Konzentration im Abluftstrom einer Verchromungsanlage integriert. Durch die direkte Überwachung im Kamin ist ein schnelles Reagieren auf die Messwerte und somit eine präzise Optimierung des Prozesses möglich.

MPIE präsentiert Forschungsschwerpunkte (8): Konkurrenzlose Festigkeit durch extremes Umformen von Stahl

Christoph Kirchlechner, Soundes Djaziri, Yujiao Li, Michael Herbig, Blazej Grabowski, Gholamali Ali Nematollahi, Shoji Goto, Reiner Kirchheim, Jörg Neugebauer, Dierk Raabe,  Gerhard Dehm, Max-Planck-Institut für Eisenforschung, Düsseldorf.

Niedriglegierter Stahldraht ist das derzeit höchstfeste metallische Industriematerial. Selbst für die Grundlagenforschung hat so ein nominell einfaches System noch Überraschungen parat. Wie es zur spontanen Martensitbildung von hochverformtem, nanoskaligen Perlit kommen kann, wurde in den letzten Jahren am Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) untersucht.

Unternehmen + Märkte

Faszination Tunnelbau mit Stahl von Dillinger: Gemeinsamer Dreh ganz großer Räder

Wolfram Hölbling, AG der Dillinger Hüttenwerke, Dillingen.

Im Tunnelbau sind Superlative Standard, regelmäßig werden irgendwo auf der Welt neue Rekorde aufgestellt. Kilometerlange Röhren durch Bergmassive, tief unter dem Meer hindurch oder zentimeternah in Städten an bestehender Infrastruktur vorbei: Mensch und Maschine bohren sich überall erfolgreich durch. In den meisten Fällen sind dabei Tunnelbohrmaschinen (TBM) von Herrenknecht treibende Kraft – maßgeblich unterstützt durch hochleistungsfähige Stähle von Dillinger. Denn ganz gleich, ob für leistungsfähige unterirdische Verkehrsadern oder Versorgungs- und Entsorgungssysteme: Wo Präzision Trumpf ist, müssen sich alle Beteiligten bedingungslos aufeinander verlassen können.

Tags: AG der Dillinger Hüttenwerke, Dillingen; Asinco GmbH, Duisburg; Deutsche Metrohm Prozessanalytik GmbH & Co. KG, Filderstadt; Drever International, Lüttich, Belgien; Hochschule Koblenz, Koblenz; Max-Planck-Institut für Eisenforschung, Düsseldorf; Montanuniversität Leoben, Österreich; Primetals Technologies Germany, Erlangen; SMS group, Düsseldorf; thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg; thyssenkrupp Rasselstein GmbH, Andernach.

stahl und eisen 7/2017

Metallurgie

Zum Verständnis der Reduktions- und Schmelzvorgänge in modernen Hochöfen

Heinrich Spahn, Münster.

Die großen Leistungssteigerungen moderner Hochöfen bei Einsatz von selbstgängigem Sinter sind bekannt und in der Literatur dokumentiert. Es werden Veränderungen der Mikro- und Makrostrukturen von selbstgängigem Sinter bei Temperaturänderungen betrachtet. Aus Wechselwirkungen zwischen Strukturen und Funktionen werden Einflüsse auf physikalische und chemische Vorgänge im Hochofen abgeleitet. Daraus wird ersichtlich, warum in Sinterschichten Reduktions- und Schmelzvorgänge sehr wirkungsvoll und prozessstabil ablaufen, was eine gute metallurgische Arbeit ermöglicht und die hohen  Schmelzleistungen moderner Hochöfen erklärt.

Anlagentechnik

Digitalisierung der Stahlproduktion

Marcus J. Neuer; Alexander Ebel; Jens Brandenburger; Jan Polzer; Andreas Wolff; Moritz Loos; Norbert Holzknecht; Harald Peters, VDEh-Betriebsforschungsinstitut, Düsseldorf.

Der Wandlungsprozess der Digitalisierung führt zu einer neuen industriellen Ära – Industrie 4.0. Sie bedeutet mehr als die vollständige Digitalisierung von Produkten und der Produktionskette. Sie leitet eine ebenso vollständige Integration ein, horizontal und vertikal. Jedem Produkt und jedem Prozess werden digitale Repräsentanten zugeordnet, sogenannte digitale Zwillinge. Die damit verbundene Möglichkeit einer durchgehenden Vernetzung von Produktionsaggregaten lässt neue Möglichkeiten entstehen: Die Produktion kann werksübergreifend und ganzheitlich optimiert werden.

Stabile Prozesse und überlegene Lösungen durch Werkstoffdaten in Wertschöpfungsketten

Udo Mathee, Coesfeld.

Neue Werkstoffe und effiziente Prozessketten sind die Grundlage für Innovationen. Klassische genormte Werkstoffbezeichnungen und zugehörige  Werkstoffdaten stehen allerdings heute nur am Anfang von Entwicklungsprozessen. Im Zuge von Industrie 4.0 ist die Vernetzung von Wertschöpfungsketten gefordert. Der Weg zum Ziel beginnt mit der Nutzung von Werkstoffdatenbanken, führt über eine praxisorientierte Werkstoffsimulation mit Kopplungen zur Prozesssimulation bis hin zur systematischen Optimierung entlang der Prozessketten.

Leistungsstärkste Blankglühlinie bei Outokumpu Nirosta

Sascha Eppensteiner, Ebner Industrieofenbau GmbH, Leonding, Österreich.

Im Jahr 2014 startete Outokumpu ein umfangreiches Modernisierungsprojekt zum Ausbau der Fertigungskapazitäten in Deutschland. Dazu wurde in eine Blankglühlinie zur Herstellung von Spezialedelstahlbändern in hochglänzender Qualität investiert. Ebner lieferte eine Hicon/H2-Blankglühlinie, die durch die hochdynamische Betriebsweise des Wärmebehandlungsteils und präziser Abstimmung aller anderen Anlagenbereiche Durchsatzleistungen bis zu 28 t/h erreicht. Somit handelt es sich um die leistungsstärkste Blankglühanlage der Welt.

Innovation

Wirtschaftlichere Kolbenproduktion aus geschmiedetem Stahl: Neues Schmiedewerkzeug ermöglicht Hinterschnitte

Susann Reichert, IPH − Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH, Hannover.

Ein Werkzeug, das bislang unmögliche Geometrien warm schmieden kann, stellte das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) bei der Hannover Messe vor. Damit lassen sich bereits während des Schmiedens sogenannte Hinterschnitte einbringen – beispielsweise die Kolbenbolzenbohrung bei Motorkolben. Das Hinterschnittschmieden erleichtert die Nachbearbeitung, spart Material und senkt die Herstellungskosten. Dadurch wird die Verwendung von Kolben aus geschmiedetem Stahl wirtschaftlicher und die Kolben werden gleichzeitig belastbarer.

Höhere Produktivität und geringere Kosten durch cleveres Rekonditionierungskonzept: Modulare Rolleneinheiten für Doppelstranggießanlage

SKF GmbH, Schweinfurt.

Der chinesische Stahlhersteller Baowu Steel Group Corporation konnte die Ursache für spontane Ausfälle an seiner neuen Doppelstranggießanlage mit belastbareren Rolleneinheiten beseitigen. Seither ist die Produktivität der Anlage drastisch gestiegen, während die Instandhaltungskosten dank eines cleveren Rekonditionierungskonzepts deutlich sanken. Davon profitiert nicht nur das Stahlwerk selbst, sondern auch die Umwelt.

Proteinadsorption auf Edelstahl in der Lebensmittelindustrie: Gibt es Wege zu foulingresistenten Oberflächen?

Robert Hans Tromp; Sven van Iddekinge, Van’t Hoff Laboratory for Physical and Colloid Chemistry, Debye Institute for Nanomaterials Science, Utrecht University, Utrecht, Niederlande, und Nizo food research, Ede, Niederlande; Petra Ebbinghaus; Martin Rabe; Andreas Erbe, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf, Deutschland, und Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet (NTNU), Institutt for materialteknologi, Trondheim, Norwegen.

Kann die Oberfläche von Edelstahl dazu beitragen, Fouling zu verhindern? Fouling, d.h. Proteinadsorption, in vielen Fällen gefolgt von Mineralablagerung, hat hohe Kosten u.a. in der Lebensmittelindustrie zur Folge. Ansätze aus der Oberflächenchemie können dabei helfen, Adsorptionsmechanismen zu verstehen. Mechanistisches Verständnis kann wiederum zur Entwicklung von Anti-Fouling-Strategien beitragen. Der Stahl selbst könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen.

MPIE präsentiert Forschungsschwerpunkte (7): Den Wasserstoffatomen in Stählen auf der Spur

Tilmann Hickel, Dirk Ponge, Michael Rohwerder, Jörg Neugebauer, Dierk Raabe, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Die lokale Verteilung von Wasserstoff in der Mikrostruktur eines hochfesten Stahls ist schwer nachweisbar, kann aber dramatische Auswirkung auf dessen Eigenschaften haben. Durch eine Kombination moderner Simulations- und Charakterisierungstools arbeitet das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) an der Beseitigung dieses Dilemmas.

Unternehmen + Märkte

Friedrich Vollmer Feinmessgeräte GmbH: Vom Kontaktmessgerät zur Lasermessung

Elke Roller, Friedrich Vollmer Feinmessgerätebau GmbH, Hagen.

Vollmer ist seit Jahrzehnten weltweit als renommierter Hersteller von Kontaktmessgeräten für die Messung der Banddicke im Walzwerk bekannt. Doch das Unternehmen hat sich tiefgreifend gewandelt: Heute stellt Vollmer auch laserbasierte Messsysteme her, realisiert komplexe Dicken- und Planheitsregelungen und modernisiert Walzgerüste.

Tags: Ebner Industrieofenbau GmbH, Leonding, Österreich; Friedrich Vollmer Feinmessgerätebau GmbH, Hagen; IPH − Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH, Hannover; Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf; Nizo food research, Ede, Niederlande; Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet (NTNU), Institutt for materialteknologi, Trondheim, Norwegen; SKF GmbH, Schweinfurt; Van’t Hoff Laboratory for Physical and Colloid Chemistry, Debye Institute for Nanomaterials Science, Utrecht University, Utrecht, Niederlande; VDEh-Betriebsforschungsinstitut, Düsseldorf.

stahl und eisen 6/2017

Metallurgie

Neuartige Rohstoffe für die Roheisenerzeugung (In englischer Sprache)

Dr.-Ing. Alexander Babich, Prof. Dr.-Ing. Dieter Senk, RWTH Aachen University, Aachen, Germany.

Der Beitrag fasst neue Entwicklungen unkonventioneller Eisenträger und Reduktionsmittel zusammen. Der Hintergrund der Entwicklungen und des Einsatzes dieser Rohstoffe ist die Herausforderung an die Stahlmetallurgie bezüglich der immer knapper gewordenen Ressourcen und dem steigendem Druck aufgrund von Umweltbelastungen. Die in dem Beitrag diskutierten Studien zum Einsatz von Biomasse, Kunststoffabfälle, selbstreduzierenden Pellets und Erz-Kohlenstoff-Kompositen, Brech- koks, granularen und vorbehandelten Kohlen, Brikettes für Corex und DRI/LRI für den Hochofen, Mini-Pellets für Sinterverfahren und Gichtgas-Recycling basieren hauptsächlich auf jüngsten Forschungsaktivitäten des IEHK an der RWTH Aachen Universität im Bereich der Ressourcen und Umweltproblematik.

Bewertung der Herstellung von Eisenschwamm unter Verwendung von Wasserstoff

Prof. Dr.-Ing. Marc Hölling, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Hamburg; Dr.-Ing. Matthias Weng; Dr.-Ing. Sebastian Gellert, ArcelorMittal Hamburg GmbH, Hamburg.

Mit den Pariser Verträgen wurden umfangreiche Zusagen zum Klimaschutz getroffen, die auch von der Industrie große Einsparungen fordert. Für die Stahlindustrie stellt die CO2-freie Reduktion von Eisenerz die größte Herausforderung dar. Im vorliegenden Beitrag soll aufgezeigt werden, wie ein solcher Prozess auf Basis von regenerativem Wasserstoff aussehen könnte und welcher Energiebedarf zu erwarten ist. Die erforderlichen Technologien sind vorhanden, sodass es keine technischen Einschränkungen gibt. Eine Abschätzung von Umwandlungskosten macht allerdings deutlich, dass es unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten auf absehbare Zeit keine wirtschaftlichen Anreize geben wird, in einen solchen Prozess zu investieren.

Anlagentechnik

Neue bildbasierte Bandlaufsteuerung für ein Warmbandwalzwerk

Ilhom Gafur, Mirko Tunk, Dr. Matthias Kurz, Primetals Technologies Germany GmbH, Erlangen, Deutschland; Viktor Schlecht, thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg, Deutschland; Helmut Hlobil, Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich.

Die Nachfrage nach hochwertigen Bändern, besonders mit engeren Toleranzen für Profil und Planheit, steigt stetig. Darüber hinaus verlangen Anlagenbetreiber technologische Lösungen zur Vermeidung von Säbelbildungen, die aufgrund zahlreicher Faktoren (Temperaturprofil, ungleichmäßiges Dickenprofil usw.) entstehen können. Beide Effekte beeinflussen nicht nur die Bandqualität, sondern können auch Prozessunterbrechungen verursachen und die Anlage beschädigen. Von Primetals Technologies wurde eine Bandlaufsteuerungslösung entwickelt und zusammen mit thyssenkrupp Steel Europe am Standort Duisburg erprobt. Verschiedene Regelstrategien für automatisches Einfädeln, im eingespannten Zustand und beim Ausfädeln wurden vor Ort sowohl mit Standard- als auch mit anspruchsvollen Flachstahlprodukten untersucht. Erste Versuche an der Anlage haben gezeigt, dass die Anzahl von Prozessstörungen (Hochgeher) deutlich verringert und die Dickenkeilqualität signifikant verbessert werden kann.

Intelligente Ofenfahrweise in kontinuierlichen Glüh- und Feuerverzinkungslinien

Carsten Andreas Klein; Dr. Ulrich Sommers; Dr. Fritz Brühl, SMS group GmbH, Düsseldorf, Deutschland; Alexandre Lhoest, Drever International S.A., Angleur, Liège, Belgien; Ernesto Montagna, Tata Steel Segal S.A., Ivoz-Ramet, Belgien; Willem Beugeling, Tata Steel IJmuiden, Niederlande; Matthias Bärwald, EMG Automation GmbH, Wenden, Deutschland.

Bislang kommen im Glühprozess zumeist allgemeine Glühkurven zum Einsatz und die individuellen Anforderungen eines einzelnen Bandes oder Bandabschnitts finden in aller Regel keine Berücksichtigung. Im Konzept des I-Furnace (Intelligent Furnace) der SMS group werden drei Bausteine miteinander verknüpft, um diese Schwäche zu beheben. Im Zusammenspiel ermöglichen das ImpocPro-Messgerät von EMG, das mathematische Modell von Drever und das Annealing Microstructure Model (AMM) der SMS group, fortschrittliche Stahlsorten einfacher und gleichmäßiger herzustellen.

Kostenoptimierung für ein integriertes Stahlwerk (In englischer Sprache)

Kimmo Kanninen, SW-Development Ltd., Tampere, Finland; Jarmo Lilja, SSAB Europe, Raahe, Finland.

Weltweit versuchen Experten, die Kosteneffizienz bei integrierten Stahlwerken zu verbessern. Für die Optimierung von Teilprozessen gibt es eine breite Palette von Theorie und Praxisanwendungen. Auf dem Markt fehlen jedoch Werkzeuge zur Analyse und Optimierung zur ganzheitlichen Analyse und Optimierung von Stahlwerken. SSAB und SW-Development haben Schritte zur Gesamtoptimierung von Stahlwerken durchgeführt. Das Modell ist in der Lage, komplexe Material- und Energieflüsse in Stahlwerken zu analysieren, um Antworten auf Fragen wie z. B. „Wie groß ist der Nutzwert einer billigeren Kohle in der Mischung“ zu finden. Ziel des Optimierungsmodells ist es, die kostengünstigste Herstellungsmethode zur Erzeugung eines bestimmten Stahlsorten-Portfolios zu finden. Rahmenbedingungen sind hierbei die chemische Analyse der Eingangsmaterialien, die Grenzwerte für Verunreinigungen in Stahlsorten und der Bereich der zulässigen Werte von benutzerdefinierten Parametern.

Innovation

Automobilkunden profitieren von neuem Quality-Tracking-Verfahren

Stahl herzustellen ist eine komplexe Angelegenheit. Kilometerlange Stahlbänder – zu Rollen, sogenannten Coils, aufgewickelt – können daher nicht gänzlich ohne stahltypische Fehlstellen auf den Oberflächen sein. Für die Automobilhersteller ist es jedoch von enormer Bedeutung, dass sie über Unregelmäßigkeiten und wo sich diese befinden, informiert werden. Um diese Anforderung zu erfüllen, wurde das Verfahren „Quality Tracking“ entwickelt: Es erlaubt auf digitalem Weg, die Qualitätsinformationen zu Fehlstellen mitzuliefern, und ermöglicht es den Kunden somit, beschädigte Bleche oder Coilabschnitte bereits am Anfang ihres Produktionsprozesses auszusortieren. Die dafür erforderlichen Geräte zum Aufbringen der Barcodemarkierungen auf die Stahlbänder wurden im Auslauf von Kaltwalzwerken installiert.

Radialventilatoren mit 12 300 kW Antriebsleistung sorgen für konstanten Saugdruck

Tobias Möldner, Pressebüro Gebhardt-Seele, München.

Im größten Stahlwerk Chinas, in Shanghai, muss zum Sintern von Eisenerz ausreichend Prozessluft durch das 600 m² große Sinterband gezogen werden. Dies ist notwendig, damit die Rohstoffmischung gleichmäßig durchgebrannt wird und die Qualität des Sinters für den Hochofen stimmt. Die alten Saugzüge waren jedoch zu klein, um den für die neu konzipierte Anlage erforderlichen Unterdruck für das Sinterbett zu erzeugen. Baoshan Iron & Steel Co., Ltd. vergab deshalb den Auftrag für das Engineering und die Fertigung von zwei entsprechend dimensionierten Saugzügen. Die Radialventilatoren, die im Dezember 2016 geliefert wurden, gehören mit einer Antriebsleistung von 12300 kW zu den größten weltweit, was einige konstruktive Herausforderungen mit sich brachte.

Leichte Hoch-Mangan-Stähle: Fortschritt durch atomistisches Verständnis

Michael Herbig, Christian Liebscher, Christina Scheu, Tilmann Hickel, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Am Max-Planck-Institut für Eisenforschung arbeiten Experten der Werkstoffsimulation und Charakterisierung, um bis zur atomaren Ebene die Grenzen unseres Wissens zu verschieben. Auf diese Weise gelang es, die Verstärkung von Hoch-Mangan-Stählen durch κ-Karbide zu entschlüsseln.

Unternehmen + Märkte

Internationale Konferenz „Steels in Cars and Trucks SCT 2017“ in Amsterdam: Die Zukunft gemeinsam gestalten

Die „5th International Conference on Steels in Cars and Trucks − SCT 2017” findet vom 18. bis 22. Juni 2017 in Amsterdam-Schiphol statt. Das vielfältige Vortragsprogramm mit Themen aus der Automotive- und Zulieferindustrie informiert die Besucher über aktuelle Trends und Forschungsschwerpunkte bei neuen Stahlwerkstoffen und präsentiert Anwendungsbeispiele für höherfeste Stahlsorten.

Tata Steel Europe anlässlich der SCT 2017: Stahl für die Mobilität der Zukunft

Henrik Adam, Tata Steel Europe.

Das steigende Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit stellt die Automobilindustrie vor die größte Herausforderung ihrer Geschichte: den Wandel vom herkömmlichen Verbrennungsmotor zu vollständig elektrischen Systemen. Tata Steel rechnet damit, dass neue Stahltechnologien dabei eine noch größere Rolle spielen werden als heute.

ESTAD und ECCC 2017 in Wien: Ein Ticket – zwei hochkarätige Fachtagungen

Vom 26. bis 29 Juni lädt der österreichische Verband ASMET (Austrian Society for Metallurgy and Materials) zur „ESTAD − European Steel Technology Application Days 2017“ und zur „ECCC − European Continuous Casting Conference 2017“ in Wien ein.

Tags: ArcelorMittal Hamburg GmbH, Hamburg; Drever International S.A., Angleur, Liège, Belgien; EMG Automation GmbH, Wenden; Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Hamburg; Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf; Pressebüro Gebhardt-Seele, München; Primetals Technologies Germany GmbH, Erlangen; Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich; SMS group GmbH, Düsseldorf; SSAB Europe, Raahe, Finland; SW-Development Ltd., Tampere, Finland; Tata Steel Europe; Tata Steel IJmuiden, Niederlande; Tata Steel Segal S.A., Ivoz-Ramet, Belgien; thyssenkrupp Steel Europe, Duisburg; RWTH Aachen University, Aachen. 

stahl und eisen 5/2017

Metallurgie

Bestimmung des Fluorgehalts von Schlacken mit Combustion-Ionenchromatografie

Dominik Hahn; Peter Quirmbach, Universität Koblenz-Landau, Koblenz; Lars Füchtjohann, HuK Umweltlabor GmbH, Wenden-Hünsborn.

Eine sachgemäße Handhabung von Eisenhüttenschlacken ist besonders im Hinblick auf potenziell umweltgefährdende Bestandteile wie Fluor zwingend erforderlich. Die Adaption der herkömmlich zur Untersuchung organischer Substanzen verwendeten Combustion-Ionenchromatografie auf anorganisch-oxidische Matrices beschreibt einen neuen Ansatz zur unkomplizierten und leistungsstarken Bestimmung des Gesamtfluorgehaltes von Schlacken.

Anlagentechnik

Digitalisierung in der Eisen- und Stahlindustrie

Markus Ringhofer; Gerald Wimmer; Jan Friedemann Plaul; Eva Tatschl-Unterberger; Kurt Herzog, Primetals Technologies, Linz, Österreich.

Die Prozessführung in der Eisen- und Stahlindustrie hat bereits einen sehr hohen Optimierungsgrad hinsichtlich Energieverbrauch und der CO2-Bilanz nahe dem theoretischen Minimum erreicht. Weitere Verbesserungen werden daher vermehrt in verbesserter Automatisierung, Integration von Prozessen und Daten zu finden sein. Diese Bestrebungen lassen sich mit dem Bild eines Orchesters beschreiben, wo es erstklassige Einzelspieler und auch einen erstklassigen Dirigenten braucht, um harmonisch zusammenzuspielen.

Dynamische Prozessmodellierung und Simulation des Elektrolichtbogenofens und
dessen Entstaubungsanlage (In englischer Sprache)

Thomas Meier; Atefeh Hassannia Kolagar; Thomas Echterhof; Herbert Pfeifer, RWTH Aachen University, Aachen.

Dynamische Prozessmodelle und Simulationen sind in der Lage, das Verständnis der Energie- und Massentransporte während des Schmelzprozesses im Elektrolichtbogenofen (ELBO) zu verbessern. Aufgrund des Energieaustrags von ca. 20 – 30 % der gesamten Energiezufuhr bietet das ELBO-Abgas weiteres Optimierungspotenzial. Die folgende Veröffentlichung beschreibt die Weiterentwicklung eines umfassenden dynamischen ELBO-Prozesssimulationsmodells mithilfe von thermodynamischen und physikalischen Grundgleichungen in Kombination mit einem Berechnungsmodell der ELBO-Entstaubungsanlage.

Umformtechnik

Ursache von Kantenrissen an Vorblöcken beim Gießen rissempfindlicher Werkstoffe

Uwe Leuschke; Dieter Kirsch, ArcelorMittal Ruhrort, Duisburg; Uwe Grafe; Uwe Plociennik; Markus Reifferscheid, SMS group, Düsseldorf.

Zur Erhöhung des Ausbringens an der Vorblockstranggießanlage von ArcelorMittal Ruhrort wurde untersucht, wie es zur Entstehung von Kantenrissen an Vorblöcken aus rissempfindlichen Werkstoffen kommt. Hierzu wurden in einer Kooperation zwischen ArcelorMittal Ruhrort und der SMS group Betriebsmessungen, metallografische Untersuchungen, Heißzugversuche und Simulationen zur Temperaturführung des Stranggießprozesses und des Werkstoffverhaltens durchgeführt.

Innovation

Vollautomatische Sinterversuchsanlage trägt zur Rohstoffeinsparung bei

Annette Horneber, Siemens AG, Nürnberg.

Vor dem Hintergrund abnehmender Rohstoffqualität gewinnen Materialtests in vielen Fertigungsbereichen an Bedeutung. Höchstmöglichen Nutzen bringen sie, wenn die Ergebnisse unternehmensweit zeitnah zur Verfügung stehen. Bei thyssenkrupp in Duisburg wurde dafür eine vollautomatische Sinterversuchsanlage in Betrieb genommen.

Neues Lagermanagementsystem ermöglicht Realisierung von Industrie 4.0

Thorsten Tönjes, 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede.

Die Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) hat ein neues Lager- und Transportmanagement­system für Brammen bestellt. Mit dem neuen System schließt SZFG eine Lücke in der Materialverfolgung im Werk Salzgitter, sodass ein durchgängiges System von den Brennschneidanlagen bis zum fertig verpackten Coil existieren wird. Es optimiert alle Lager- und Transportvorgänge, unterstützt bei der Qualitätssicherung, gleichzeitig spart es Energie und verbessert die Arbeitssicherheit.

Entwicklung intermetallischer Eisenaluminid-Legierungen

Martin Palm, Frank Stein, Gerhard Dehm, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Die Gruppe „Intermetallische Materialien“ am Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) entwickelt neue Werkstoffe auf der Basis intermetallischer Phasen, insbesondere für den Einsatz bei hohen Temperaturen in korrosiven Umgebungen. Dazu gehören Eisenaluminid(Fe-Al)-Legierungen, die eine kostengünstige Alternative zu hochlegierten Stählen sein können.

Unternehmen + Märkte

Mensch bleibt Mensch – Führung entscheidet

Bernhard Kuntz, Darmstadt.

Bei der 21. Handelsblatt-Jahrestagung „Stahlmarkt 2017“ am 16. und 17. Februar 2017 in Düsseldorf wurden neben Themen und Diskussionsrunden zur aktuellen strukturellen und wirtschaftspolitischen Lage der Stahlindustrie auch innovative Lösungen mit Stahl vorgestellt. Ein Vortragsblock präsentierte aktuelle Projekte rund um den Hochleistungswerkstoff Stahl.

Tags: 3tn Industriesoftware GmbH, Holzwickede; ArcelorMittal Ruhrort, Duisburg; HuK Umweltlabor GmbH, Wenden-Hünsborn; Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf; Primetals Technologies, Linz, Österreich; RWTH Aachen University, Aachen; Siemens AG, Nürnberg; SMS group, Düsseldorf; Universität Koblenz-Landau, Koblenz;

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stahl und eisen 4/2017

Metallurgie

Bewertung der Behandlung von Stahlschmelzen mithilfe von Schallsensoren

Andreas Fischer, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr, Hamburg; Klaus Krüger, Max Aicher GmbH & Co. KG, Freilassing; Matthias Weinberg, Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg.

Für die sekundärmetallurgische Behandlung von Stahlschmelzen stellt der spezifische Spülgasdurchfluss eine bedeutende Größe zur Prozessbeschreibung dar. Eine direkte Messung der realen Spülgasmenge in der Spüldüse ist aufgrund der Umgebungsbedingungen schwer zuverlässig durchführbar, da mögliche Leckagen die tatsächliche Rührleistung stark verringern können. An einem Laborspülstand wird die Eignung der Spülfleckanalyse sowie deren Einflussfaktoren bewertet. Alternativ werden Möglichkeiten dargestellt, wie anhand der spektralen Analyse von Druck- und Schwingungsmessungen das Spülverhalten bewertet werden kann.

Anlagentechnik

Modernes Hochofendesign als modulare Konstruktion (in englischer Sprache)

Reinoud van Laar, Victor van Straaten, Danieli Corus BV, IJmuiden, The Netherlands.

Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse eines Vergleichs zweier moderner Hochofendesigns zusammen. Diese Entwürfe beinhalten ähnliche technische Lösungen für das Gestell, den oberen Schacht und den Schlagpanzer, unterscheiden sich aber bei der Auskleidungsauswahl für Rast, Kohlensack und Hochofenschacht. Der erste Entwurf umfasst Kupferplattenkühler, Grafit- und Siliciumcarbid, das zweite Design umfasst Kupferstaves-Kühlelemente. Die Ergebnisse einer partiellen Modulbauweise für die Neuzustellung sind für das erste Design beschrieben. Es verdeutlicht die Möglichkeit, die Stillstandszeit für eine partielle Reparatur von Rast, Kohlensack und Hochofenschacht auf 40 Tage zu verringern. Eine komplette Neuzustellung kann innerhalb von 70 Tagen realisiert werden. Dies ist vergleichbar mit der Abschaltdauer für die zweite Konstruktion mit Kupferstaves-Kühlelementen.

Industrie 4.0 – der Dillinger Weg

Michael Hecht, AG der Dillinger Hüttenwerke, Dillingen.

Die mit dem Begriff Industrie 4.0 verbundenen Aktivitäten und Technologien beginnen die industriellen Produktionsprozesse, auch im Bereich der Stahlindustrie, immer stärker zu durchdringen. Der Umsetzungsweg ist für die Fertigungsindustrie, aufgrund zahlreicher praktischer Beispiele in Publikationen und Medien, relativ klar vorgezeichnet. Für die Stahlindustrie (als Prozessindustrie) muss noch erarbeitet werden, welche Industrie-4.0-konformen Lösungen praktisch anwendbar sind und wie das Thema allgemein, systematisch in die Prozesse übertragen werden kann. Die AG der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) hat damit begonnen, die Transformation hin zu einem Industrie-4.0-Unternehmen gezielt und strukturiert voranzutreiben. In nachfolgendem Artikel werden die ersten Schritte und Erfahrungen vorgestellt.

Vallourec nutzt digitale Messtechnik zur Optimierung des Maßwalzwerks

Frank d’Hone, SMS group GmbH, Mönchengladbach.

Vallourec setzt das neue Inlinemesssystem CaliView der SMS group an seinem Standort in Düsseldorf-Rath ein. Nach einem erfolgreichen Test im Maßwalzwerk hat der Rohrhersteller das Messsystem in die Produktion der Stopfenstraße integriert. Es wird damit erstmals zu regelmäßigen Kontrollen von Walzwerk und Kalibern genutzt. Bei Vallourec tragen die Messungen und die dadurch vereinfachte Korrektur der Kaliber dazu bei, eine gleichbleibend hohe Qualität in der Rohrproduktion sicherzustellen. Gleichzeitig unterstützt das neue digitale System bei einer effizienten Wartung, weil Daten einfach ausgewertet werden können.

Energie und Umwelt

Ersatzbaustoffverordnung – quo vadis?

Gerhard Endemann, Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf; Christiane Kommallein, Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter; Johannes Firck, Clas Landwehrmann, Benteler Steel/Tube GmbH, Paderborn; Thomas Merkel, Thomas Reiche, FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V., Duisburg; Henning Schliephake, Georgsmarienhütte GmbH, Georgsmarienhütte; Dirk Theis, Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter; Jens Traupe, Salzgitter AG, Salzgitter.

Eisenhüttenschlacken sind als Nebenprodukte Beispiel für gelebte Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz. Nachhaltiger Umweltschutz erfordert jedoch einen Dreiklang aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten, um den insgesamt besten Nutzen zu erreichen. Eine Übergewichtung von Boden- und Gewässerschutz würde Materialströme signifikant verschieben, mit negativen Folgen für Ressourcen- und Flächenverbrauch sowie Natur- und Klimaschutz. Auf dieser Basis werden notwendige Korrekturen an der geplanten Ersatzbaustoffverordnung des Bundes aufgezeigt.

Innovation

Neue Chromstähle für Hochtemperaturanwendungen

Daniel Urban, Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, Freiburg

Als wichtigster Industriewerkstoff ist Stahl mit mehr als 2500 Sorten hoch spezialisiert für unterschiedliche Anwendungen. Kleinste Änderungen der Zusammensetzung können das Materialgefüge auf atomarer Skala ändern und das Materialverhalten „im Großen“ verbessern. Das Konsortium des EU-Projekts „Z-Ultra“ unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM entwickelte neue 12%-Chromstähle für Hochtemperaturanwendungen, die bis zu 30 % fester als herkömmliche 9%-Chromstähle sind und im Kraftwerk längere Zeit höhere Temperaturen und Drücke aushalten. Atomistische Simulationsmethoden unterstützten die Stahlentwickler dabei, die Legierungen zielgerichtet zu entwickeln.

Entwicklung schadenstoleranter Dualphasenstähle

Dirk Ponge, Martin Diehl, Fady Archie, Stefan Zaefferer, Franz Roters, Dierk Raabe, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Dualphasenstähle werden aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften im Automobilbau für sicherheitskritische Bauteile verwendet. Obwohl sie die ersten in großem Umfang eingesetzten hochfesten Stähle sind, ist ihr Potenzial nicht ausgeschöpft. Am Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) in Düsseldorf werden deshalb die Schädigungsmechanismen dieser Stähle untersucht.

Unternehmen + Märkte

21. Handelsblatt-Jahrestagung „Stahlmarkt 2017“: Stahlinnovationen prägen die Zukunft

Bei der 21. Handelsblatt-Jahrestagung „Stahlmarkt 2017“ am 16. und 17. Februar 2017 in Düsseldorf wurden neben Themen und Diskussionsrunden zur aktuellen strukturellen und wirtschaftspolitischen Lage der Stahlindustrie auch innovative Lösungen mit Stahl vorgestellt. Ein Vortragsblock präsentierte aktuelle Projekte rund um den Hochleistungswerkstoff Stahl.

Tags: Dillinger Hüttenwerke, Benteler Steel/Tube, Danieli Corus, FEhS – Institut für Baustoff-Forschung, Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, Georgsmarienhütte, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr, Hüttenwerke Krupp Mannesmann, Max Aicher, Max-Planck-Institut für Eisenforschung, SMS group, Wirtschaftsvereinigung Stahl, Salzgitter, Salzgitter Flachstahl.

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stahl und eisen 3/2017

Anlagentechnik

Prozessoptimierungssystem der neuen Generation für Direktreduktionsanlagen

Angelika Klinger, Alois Altendorfer, Dieter Bettinger, Primetals Technologies Austria GmbH, Linz, Österreich; Greg D. Hughes, Midrex Technologies, Inc., Pineville, NC, USA; Adil Abdulla Al-Husseini, Durgesh R. Gupta, Qatar Steel Company, Mesaieed, Katar.

DRIpax ist ein von Primetals Technologies und Midrex Technologies entwickeltes integriertes Prozessoptimierungssystem für Midrex-Direktreduktionsanlagen. In diesem Beitrag werden die modulare Systemarchitektur, das Prozessinformations-  und   Datenmanagementsystem  sowie die  in  das System eingebetteten Prozessmodelle beschrieben. Von beson- derer Bedeutung sind die neuen Prognosemodelle für die Produktqualität. Die Erstimplementierung dieses neuen Systems fand in Modul 2, einer Midrex-DR-Anlage bei Qatar Steel, statt und ist dort erfolgreich im Einsatz.

Umformtechnik

Nutzen durch Simulation der Gefügeeigenschaften beim Walzen von Draht und Stabstahl

Lotfi Chabbi, Swiss Steel AG, Emmenbrücke, Schweiz.

Die Swiss Steel AG hat in Zusammenarbeit mit der Georgs- marienhütte GmbH und anderen Partnern ein Programm entwickelt, das es gestattet, den Walzprozess vom Vorwärmofen bis  zum  fertigen  Langprodukt  mit  gutem  Erfolg  abzubilden. Dabei werden alle Walzparameter und die Entwicklung des Gefüges während des gesamten Herstellungsprozesses bis hin zum Endgefüge sowie die daraus resultierenden Produkteigenschaften über den gesamten Querschnitt berechnet. Die Leistungsmerkmale, die Besonderheiten und die betrieblichen Erfahrungen bei der Validierung der Software werden dargestellt. Das Potenzial des Programms zur effizienten Lösung praktischer betrieblicher Fragestellungen in verschiedenen Einsatzbereichen  und  die  dabei  erzielten  Vorteile  werden mithilfe konkreter Beispiele aufgezeigt und diskutiert.

Energie + Umwelt

Rethink, Reduce, Recycle, Reuse – die NoWaste- Strategie der Georgsmarienhütte

David Algermissen, FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V., Duisburg; Marija Cancarevic; Tim Rekersdrees; Henning Schliephake; Tobias Zehn, Georgsmarienhütte GmbH, Georgsmarienhütte.

Unter dem Leitfaden „NoWaste“ hat die Georgsmarienhütte in den letzten Jahren eine Vielzahl von Projekten initiiert, um im Bereich des Umweltschutzes und der Schlackennutzung eine Vorreiterrolle unter den europäischen Elektrostahlwerken einzunehmen. Neben vollständigen chemisch/mineralogischen Veränderungen der Schlacken zählen auch Methoden zum werksinternen Recycling von sekundärmetallurgischen Schlacken sowie zur Nutzung der thermischen Energie von Elektroofen- schlacken.

Innovation

Outokumpu präsentiert ultrahochfeste austenitische Mangan-Chrom-Stähle: Neue Hochleistungswerkstoffe für nachhaltige Mobilität der Zukunft

Der Edelstahlhersteller Outokumpu hat eine neue Werkstoff- gruppe vorgestellt, die für eine verbesserte Nachhaltigkeit, Sicherheit  und   Effizienz im Fahrzeugbau genutzt werden können und  großes Potenzial für  künftige Mobilitätslösungen wie der Elektromobilität besitzen. Die ultrahochfesten Mangan-Chrom-Austenite der Forta-H-Serie ermöglichen Gewichtseinsparungen und damit neue Leichtbaupotenziale bei gesteigerter Crashperformance.

IPH zeigt neues Herstellverfahren für Karosseriebauteile: Forschern gelingt Umformung von Hybridrohren aus Aluminium und Stahl

Susanne Reichert, IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH, Hannover.

Stahl und Aluminium lassen sich gemeinsam umformen, dies haben Forscher aus Hannover gezeigt. Mittels Laserlöten haben sie Rohre aus verschiedenen Werkstoffen gefügt und diese mit Innenhochdruck umgeformt, ohne dass die Verbindung gebrochen ist. Mit dieser Technologie lassen sich in Zukunft besonders leichte Bauteile für Fahrzeugkarosserien herstellen. Die Wissenschaftler stellten ihre Ergebnisse erstmals auf der Euro-Blech 2016 einer breiten Öffentlichkeit vor.

MPIE-Forschungsschwerpunkte (3): Selbstheilung zum Schutz metallischer Werkstoffe

Michael Rohwerder, Jochen M. Schneider, Blazej Grabowski, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Werkstoffe, die sich bei mechanischer Beschädigung selbst heilen können, bieten enormes Potenzial. Am Weitesten fortgeschritten  ist  hier  die  Forschung  und  Entwicklung  im Bereich der polymeren Materialien. Das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) arbeitet daran, Selbstheilung auch für die Anwendung metallischer Werkstoffe zu realisieren.

Unternehmen und Märkte

PwC-Studie vergleicht Entwicklungen bei Stahl und Aluminium: Stahl 2025 – quo vadis?

 Nils Naujok, PwC strategy& (Deutschland) GmbH, Berlin.

In ihrer diesjährigen Analyse „Steel and Aluminium – quo vadis?“ geht die Beratungsgesellschaft Strategy&, die Teil des PwC-Netzwerks ist, für 2025 von einem weltweiten Stahlbedarf von rd. 2,017 Mrd. t aus. Das sind 9 % weniger als in der Vorjahresprognose (2,23 Mrd. t) und entspricht einem durchschnittlichen globalen Wachstum von 2,2 % pro Jahr zwischen 2015 und 2025.

Industrie 4.0 – Zehn Goldene Regeln für die Mobile Factory: Apps am laufenden Band

Hubert Weid, mobivention GmbH, Köln.

Was damals die Dampfmaschine war, ist heute Industrie 4.0: Laut einer aktuellen Accenture-Studie ist die Vernetzung von Mitarbeitern in der Fertigung bei ganzen 94 % der befragten Industrieausrüster und Autohersteller sowie -zulieferer bereits fester Bestandteil der Geschäftsstrategie. Doch was genau bedeutet die digitale Revolution am Fließband und was muss beachtet werden, damit sie auch wirklich zur unternehmerischen Revolution und nicht zum kostenfressenden Rohrkrepierer wird? Also quasi zehn Goldene Regeln, mit denen die Vernetzung von Mensch, Maschine und Wissen zum Vorteil für Produktionskette, Unternehmen und Mitarbeiter wird.

Tags: FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.V, Georgsmarienhütte GmbH, IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Midrex Technologies, mobivention GmbH. Outokumpu, Primetals Technologies Austria, PwC strategy& (Deutschland), Qatar Steel Company, Swiss Steel

stahl und eisen 2/2017

Metallurgie

Flexibler Rohstoffeinsatz bei der Elektrostahlerzeugung

Jan Lückhoff (vormals Primetals Technologies Germany, Willstätt, Deutschland); Jens Apfel, Primetals Technologies Germany, Willstätt, Deutschland; Jörg Buttler, Primetals Technologies USA LLC, Canonsburg, Pennsylvania, USA.

Aufgrund der hohen Preisvolatilität und schwankenden Verfügbarkeit von Schrott und seiner Substitutionsstoffe, wie direktreduziertes Eisen (DRI, HBI), Roheisen und Flüssigroheisen, müssen moderne Elektrolichtbogenöfen bei ihrer Wahl der Einsatzstoffe sehr flexibel sein. Chemische Zusammensetzung und physikalische Eigenschaften dieser Stoffe sind sehr unterschiedlich, was bei der Auslegung eines Elektrolichtbogenofens berücksichtigt werden muss. Aus dem gleichen Grund muss der Schmelz- und Frischprozess je nach Material und Materialkombination erheblich modifiziert werden.

Automobile Schredderabfälle: Recyclingfähigkeit von Plastikmischungen als Kohlenstoffersatz im Elektrolichtbogenofen (Beitrag in englisch)

Alessandra Primavera, Davide Braga, Selena Tiburzio, Danieli  & C. S.p.A., Buttrio, Italy; Eros Faraci, Centro Sviluppo Materiali S.p.A., Rome, Italy.

Die Wiederverwendung von automobilen Schredderabfällen (ASR) ist eine Schlüsseltechnik für die Nutzer von Zerkleinerern und Stahlhersteller. Danieli entwickelte eine wettbewerbsfähige Erzeugungslinie, um ASR-Komponenten zu recyceln und zu verwerten. Um die Machbarkeit zu überprüfen und die mathematische Modellierung (Masse- und Energiebilanzen) für die Behandlung und das Recycling der wertvollen ASR-Komponenten zu beurteilen, wurden umfangreiche experimentelle Tests durchgeführt. Der interessante Heizwert der Kunststoff-Kautschuk-Komponenten ist bekannt und die Wiederverwertung im Elektrolichtbogenofen stellt den bequemeren Weg dar. Die Kunststoffmischungen können nach einer speziellen Vorbereitung (Brikettierung und Granulierung) als „synthetischer Kohlenstoff“ angesehen werden.

Anlagentechnik

Digitalisierung in der Stahlindustrie – Strategien, Konzepte und Lösungen

Markus Reifferscheid, SMS group GmbH, Düsseldorf.

Industrie 4.0, Digitalisierung, Internet der Dinge und Cloud Computing sind derzeit die beherrschenden Themen in der Wirtschaft. Die SMS group hat anhand ausgewählter Umsetzungsbeispiele Strategien für die voranschreitende Digitalisierung in der
Stahlindustrie entwickelt und stellt zukunftsweisende Konzepte und Lösungen vor, die derzeit entwickelt werden.

voestalpine Schienen setzt auf hochgenaue Messtechnik

Andreas Gerold, voestalpine Schienen GmbH, Leoben, Österreich; Christoph Böhm, Nextsense GmbH, Graz, Österreich.

Gesteigerte Gleisperformance bei reduzierten Lebenszykluskosten – um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden, benötigt man eine ausgezeichnete Qualitätskontrolle bei der Erzeugung von Eisenbahnschienen. Die voestalpine Schienen GmbH setzt für die komplexen Mess- und Prüfaufgaben für ihre qualitativ hochwertigen Produkte hochgenaue Anlagen zur Oberflächeninspektion und Ebenheitsmessung im Walzwerk ein. Die neueste Anlage ermöglicht sogar das Aufspüren von Fehlerstellen bei noch heißen Oberflächen.

Innovation        

Salzgitter Flachstahl setzt bei Anlagenüberwachung der Kontibeize auf CMS: Zustandsüberwachung ermöglicht Kostensenkung

Herwig Eichler, Hainzl Industriesysteme GmbH, Linz, Österreich; Andreas Schröder, Salzgitter Flachstahl GmbH, Salzgitter, Deutschland.

Die Produktionsbedingungen in der Stahlindustrie sind von einem ununterbrochenen Betrieb und rauen Umgebungsbedingungen geprägt. Umso mehr gilt es, vorhandenes Equipment zu schützen und Produktionsausfallkosten durch ungeplante Anlagenstillstände zu vermeiden. Salzgitter Flachstahl setzt bei der Überwachung der Kontibeize auf ein Condition Monitoring System (CMS). Mit speziellen Sensoren werden wichtige Komponenten der Anlage überwacht. Eventuelle Schäden an Motoren und Getrieben können so bereits im Frühstadium erkannt und Reparaturmaßnahmen optimal eingeplant werden.

Performanz, Skalierbarkeit und Flexibilität: Multiprozessor-System mit Profinet-Anbindung

Sebastian Kassner, Siemens AG, Nürnberg.

Neue Generationen von Profinet-fähigen Steuerungs- und Peripheriebaugruppen halten Einzug in die Automatisierung von komplexen Anlagentypen, zum Beispiel in Walzwerken. Zugleich steigen in diesen Anwendungen die Anforderungen hinsichtlich der erforderlichen Regelperformanz. Für effizientes Design unterschiedlicher Anlagenvarianten müssen die eingesetzten Automatisierungsplattformen gleichzeitig maßgeschneidert skalierbar sein. Eine Antwort auf diese Anforderungen bieten Multiprozessor-Regelsysteme mit Profinet-fähigen Prozessorbaugruppen.

MPIE-Forschungsschwerpunkte (2): Quantenmechanisch geführtes Design von TWIP-Stählen

Tilmann Hickel, Franz Roters, Dierk Raabe, Jörg Neugebauer, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Ab-initio-basierte Multiskalensimulationsmethoden ermöglichen die Vorhersage grundlegender Deformationsmechanismen in komplexen Materialien als Funktion der Legierungszusammensetzung und Prozessparameter. Für Hoch-Mn-Stähle, die Festigkeiten von über 1 GPa und bis zu 70 % Dehnung erzielen, wird die Leistungsfähigkeit dieser neuen Methoden gezeigt.

Unternehmen + Märkte              

Merics-Studie „Made in China 2025“: Chinas Sprung ins Zeitalter der intelligenten Fertigung

Jost Wübbeke, Jaqueline Ives, Mercator Institute for China Studies (Merics), Berlin.

Chinas Regierung hat große Pläne: Das Land soll nicht länger die verlängerte Werkbank internationaler Konzerne sein, sondern selbst Spitzentechnologie entwickeln, herstellen und vermarkten. 2015 startete Beijing mit der industriepolitischen Strategie „Made in China 2025“ eine groß angelegte Initiative: In den nächsten Jahrzehnten soll China zu einer „Industrie-Supermacht“ aufsteigen. Zentraler Baustein der Strategie ist die Modernisierung der Fertigung durch die „Industrie 4.0“. Ausländische Unternehmen müssen sich bald auf harte Konkurrenz aus China einstellen, auch wenn diese Initiative wahrscheinlich nicht alle gesteckten Ziele erreicht.

IBA AG Interview: „Kundennähe geht direkt in die Qualität und Funktionalität unserer Produkte ein“

Michaela Wassenberg, Wassenberg Public Relations für Industrie & Technologie GmbH, Nürnberg.

Bei Produktionsumgebungen in der Stahlbranche sind typischerweise viele unterschiedliche Konfigurationen mit Automatisierungssystemen verschiedener Hersteller und Geräte-generationen vorhanden. Um die Prozesse dieser komplexen Anlagen konsequent überwachen und analysieren zu können, bedarf es eines Messsystems wie das der iba AG. Durch seine breite Konnektivität und modulare Bauweise ist es an vielfältige Aufgabenstellungen anpassbar und in der Größe jederzeit skalierbar. Anwendungsspezifische Lösungen werden über die Kombination perfekt aufeinander abgestimmter Hard- und Softwarekomponenten ermöglicht. Dieser Facettenreichtum und die Flexibilität des Systems sind im Laufe der Jahre durch unmittelbare Kundennähe und Kundenorientierung entstanden. Der Vorstandsvorsitzende der iba AG, Dr. Ulrich Lettau, beschreibt in einem Interview, wie die iba AG Kunden bei der Definition neuer Produkteigenschaften einbindet und welche Bedeutung dies für die Funktionalität der iba-Produkte hat.

Tags: Danieli, iba, Hainzl, Max-Planck-Institut für Eisenforschung , Merics, Nextsense, Primetals Technologies, Salzgitter Flachstahl, Siemens, SMS group, voestalpine Schienen

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stahl und eisen 1/2017

Metallurgie

Stetige Qualitätsverbesserung durch Fortschritte bei der Prozesskontrolle

Dipl.-Ing. Chris Lindner, Leitung Stahlerzeugung; Dr. rer. nat. Frank Raschewski, Leitung Qualitäts- und Auftragssteuerung; Dr.-Ing. Matthias Weinberg, Leitung Verfahrenstechnik, Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg.

Kunden benötigen zunehmend ein integriertes Prozess- und Qualitätskontrollsystem, von der Stahlerzeugung bis hin zum gewalzten oder fertigen High-End-Produkt. Erst die genaue Kenntnis der Wechselwirkung von Stahlherstellungs- und Umformprozess kann das gesamte Potenzial des Werkstoffes ausschöpfen. Hochmoderne Messtechnik schafft optimale Voraussetzungen für die präzise Einstellung dieser Prozesse auf die Erfordernisse der Produkte. Beispielhaft werden die neuesten Werkzeuge wie „Silenos“ und „Themis“ zur Bewertung von Reinheitsgrad und Kernzone vorgestellt.

Anlagentechnik

Grobblech/Steckel-Walzwerke ermöglichen höhere Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit

Enrico Zambon, Product Manager; Matteo Remy Bulfone, Vice President, Danieli Wean United, Danieli & C. S.p.A., Buttrio, Italien.

Flexibilität und Produktionsdiversifizierung sind unvermeidliche Forderungen des heutigen Markts und werden inzwischen auch vonseiten der Stahlproduzenten gefordert. Viele Langstahlproduzenten decken durch die Differenzierung ihres Produktportfolios gute Geschäftsmöglichkeiten in ihrem lokalen Markt ab. Ähnlich große Anlagenkomplexe im Flachstahlbereich weisen Überkapazitäten in der Flüssigphase auf. Danieli hat das bereits etablierte Konzept des Steckel-Walzwerks untersucht und innovative Entwicklungen sowohl im Bereich der Walztechnologie als auch hinsichtlich des Layouts umgesetzt. Das Ergebnis dieser neuen Entwicklung ist eine bezüglich Capex pro Tonne führende Anlage mit einer Kapazität von 500000 bis 800000 t/a, die hervorragende Verarbeitungskosten aufweist.

Vision eines vollautomatisierten Elektrostahlwerks

Jan Lückhoff (vormals Primetals Technologies Germany, Willstätt, Deutschland); Jens Apfel, Primetals Technologies Germany, Willstätt, Deutschland; Jörg Buttler, Primetals Technologies USA LLC, Canonsburg, Pennsylvania, USA.

Lösungen zur Automatisierung von nahezu jedem Prozessschritt in Elektrostahlwerken stehen seit vielen Jahren zur Verfügung oder werden entwickelt. Dabei hat sich gezeigt, dass diese Automatisierungen die Produktivität, Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen verbessern. Der nächste Schritt ist jetzt die Kombination der einzelnen Komponenten zu einem vollautomatisierten Elektrostahlwerk.

Hicon/H2-Blankglühtechnik für hochlegierte Stahlbänder im Vergleich

Sascha Eppensteiner, Senior Product Manager, Ebner Industrieofenbau GmbH, Leonding, Österreich.

In diesem Beitrag wird das kontinuierliche Glühen von hochlegierten Stahlbändern unter Schutzgasatmosphäre betrachtet. Diese Werkstoffe sind nur mit sehr hoher Wasserstoffkonzentration und tiefstem Taupunkt blankzuglühen. Hicon/H2-Blankglühanlagen werden mit 100 % H2-Atmosphäre und niedrigsten Taupunkten betrieben, um die bestmögliche Materialqualität, Oberfläche und Bandform sicherzustellen. Die horizontalen und die vertikalen Konzepte werden vorgestellt und herkömmlichen Ofenkonzepten hinsichtlich Technologie und Betriebskosten gegenübergestellt.

Innovation

Remote-Serviceportal im Einsatz bei der SMS group: Immer ein heißes Eisen im Feuer

Katharina Lantzke, Head of Business Administration, Symmedia GmbH, Bielefeld.

Seit 15 Jahren setzen Unternehmen der SMS group als Systemanbieter von Anlagen für die metallurgische Wertschöpfungskette auf das Serviceportal Symmedia SP/1. Mit Erfolg: Bis heute profitieren das Unternehmen und seine Kunden bei der Inbetriebnahme und im Fall einer Störung von einer höchst sicheren Remote-Servicelösung, einer optimierten Ausnutzung von knappen Personalressourcen sowie einem schnellen Störfallmanagement. Das spart im Ernstfall Zeit und somit Kosten. Die Akzeptanz des Serviceportals steigt bei den Nutzern weltweit kontinuierlich: Heute verzeichnet die SMS group eine Nutzungszeit von über 30 000 Onlinestunden pro Jahr. So können bis zu 85 % aller Störungen bereits über das Remote-Serviceportal identifiziert und behoben werden, ohne dass ein SMS-Experte vor Ort sein muss.

Business-Intelligence-Lösung im Einsatz bei Stahl Judenburg: Entschleunigte Mitarbeiter, beschleunigte Daten, eine gemeinsame Wahrheit

Alexander Klaus, QlikTech GmbH, Düsseldorf.

Bei Stahl Judenburg in Österreich wurde eine Softwarelösung für die Analyse und Visualisierung von Daten aus unterschiedlichen Datenquellen gesucht. Informationen aus den Geschäftsbereichen Einkauf, Produktion, Vertrieb oder Finanzen sollten schneller und übersichtlicher für das Berichtswesen sowie als Entscheidungsgrundlage verfügbar gemacht werden. Durch den Einsatz der Business-Intelligence-Software QlikView werden diese Ziele nun erreicht. Den Fachabteilungen stehen nun innerhalb von Sekunden aussagekräftige Berichte zur Verfügung. Das schafft mehr Zeit für Kernaufgaben und neue Einblicke in den eigenen Datenschatz.

MPIE präsentiert Forschungsschwerpunkte (1): Kombinatorische Stahlentwicklung

Hauke Springer, Dierk Raabe, Max-Planck-Institut für Eisenforschung GmbH, Düsseldorf.

Um die effiziente Weiterentwicklung von komplexen Stahlwerkstoffen zu ermöglichen werden am Max-Planck-Institut für Eisenforschung in der Gruppe „Kombinatorische Metallurgie und Prozesstechnik“ metallurgische Hochdurchsatzmethoden entwickelt und eingesetzt, beispielsweise für hochmoderne Leichtbaustähle.

Unternehmen + Märkte

Euler Hermes zu möglichen Folgen des EU-Austritts von Großbritannien: Brexit – die Ruhe vor dem (Insolvenz-)Sturm

Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe, Paris, Frankreich.

Die britische Wirtschaft zeigt sich nach dem EU-Referendum derzeit noch recht stabil und täuscht so über die langfristigen Konsequenzen des EU-Austritts hinweg, die das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) hemmen. Die Profitabilität der Unternehmen gerät zunehmend unter Druck. Zudem verschlechtert sich die Zahlungsmoral zunehmend und bei den Insolvenzen zeichnet sich eine Trendwende ab. Zu diesem Schluss kommt der weltweit führende Kreditversicherer Euler Hermes in einer aktuellen Marktanalyse

Tags: Danieli & C. S.p.A., Ebner Industrieofenbau,  Euler Hermes, Hüttenwerke Krupp Mannesmann, Max-Planck-Institut für Eisenforschung, Primetals Technologies, QlikTech, SMS group, Stahl Judenburg, Symmedia

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stahl und eisen 12/2016

Sonderteil STAHL 2016


ERÖFFNUNG

  • Hans Jürgen Kerkhoff
    Die Stahlindustrie braucht klare Regeln für fairen Wettbewerb
  • Jörg Wuttke
    „Die Bedeutung Chinas ist ­offensichtlich“
  • Michael Ziesemer
    Herausforderungen für starke Wertschöpfungsnetzwerke in Deutschland und Europa
  • Young Academics‘ Steel Award
    Stahlinstitut VDEh zeichnet Wissenschaftler aus

STAHLDIALOGE

  • Verwerfungen auf dem globalen Stahlmarkt: Handlungsoptionen für Politik und Wirtschaft
  • Industrie 4.0 – die Digitalisierung als Impulsgeber für Wachstum und Wandel
  • Grenzen und Wege der Flexibilität bei der Eisen- und Stahlerzeugung
  • Werkstoffliche Leichtbaulösungen mit Stahl
  • Technische Aspekte der Digitalisierung in der Stahlindustrie
  • Kursbestimmung nach Paris: Wege zu einer nachhaltigen Klimapolitik
  • Industrieakzeptanz – Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand
  • Innovation in der Prozessmodellierung ändert die Welt von Flachstahlprodukten – Virtualität wird Wirklichkeit

Foto: Dirk Heckmann

Foto: Dirk Heckmann

Metallurgie

Erzeugung von hochreinem Stahl für Spezialanwendungen aus Blockguss

Hans-Peter Jung, Deutsche Edelstahlwerke GmbH, Siegen; Jörg Schulz, Deutsche Edelstahlwerke GmbH, Witten.

Die Deutsche Edelstahlwerke GmbH hat mit den Produktionsanlagen in zwei Stahlwerken in Witten und Siegen die Möglichkeit zur Herstellung hochreiner Werkstoffe. Im Folgenden wird der Herstellprozess aus beiden Stahlwerken für Blockguss beschrieben.

Optimierte Feuerfestprodukte für die Stahlherstellung durch Modellierung und Simulation

Gernot Hackl, Sarah Köhler, Wolfgang Fellner, Ulrich Marschall, RHI AG, Leoben, Österreich; Roland Pungersek, Dr. Bernd Tummer, RHI AG, Wien, Österreich.

Die Nachfrage nach höherer Aggregatsverfügbarkeit und Prozessverbesserungen stellen unter anderem auch hohe spezifische Anforderungen an das Feuerfestmaterial. Die Minimierung von Mitlaufschlacke beim Transfer in das jeweilig nachgeschaltete Aggregat durch optimierte Abstichsysteme oder ein verbessertes Spülverhalten, beeinflusst durch das Spülersystem, sind Beispiele dafür. Mithilfe von numerischen Simulationsmethoden (CFD, FEM) und physikalischen Modellen (Wassermodellierung) wurden das Verhalten von ausgewählten Feuerfestprodukten untersucht und Verbesserungen abgeleitet.

Anlagentechnik

Optisches Dickenmesssystem bewährt sich beim Kaltwalzen von Band

Elke Roller, Friedrich Vollmer Feinmessgerätebau GmbH, Hagen; Stefan Schober, Philipp Boecker + Wender Stahl GmbH & Co. KG, Iserlohn.

Das neue Dickenmesssystem „VTLG“ von Vollmer hat die Feuerprobe bestanden: An einem 20-Rollen-Kaltwalzgerüst der Philipp Boecker + Wender Stahl GmbH & Co. KG (BWS) misst es die Banddicke in unmittelbarer Nähe des Walzspaltes unter extremen Bedingungen. Die Erfahrungen aus dem Betrieb bei BWS zeigen, dass das laseroptische System eine wirtschaftliche Alternative zu taktilen und radiometrischen Systemen ist. Trotz hoher Bandtemperaturen und dichten Ölnebels erzielt es eine Messgenauigkeit von ±1 µm.

Innovation

Neues Verfahren wappnet Stahl gegen höchste Belastungen

Guido Olschewski, Steeltec, Emmenbrücke, Schweiz.

Zäher, fester, robuster: Steeltec hat eine innovative Fertigungslinie aufgebaut, mit der Stahl so behandelt werden kann, dass er noch leistungsfähiger wird und dabei auch Tiefsttemperaturen bis −101 °C standhält. Die dynamische Belastbarkeit steigt um mindestens 10 %, was sich positiv auf die Lebensdauer beanspruchter Bauteile auswirkt. Anwendern ermöglicht dies, bestehende Bauteile widerstandsfähiger zu machen oder ohne Kräfteverlust zu redimensionieren. Wegbereiter ist die innovative „Xtreme Performance (XTP)Technology“, die eine gezielte Temperaturführung vor und nach der Hochumformung von Stabstahl ermöglicht. Dadurch entsteht ein extrem homogenes, feinkörniges Stahlgefüge mit Korngrößen von weniger als 5 µm – der Garant für exzellente Zähigkeit und dynamische Belastbarkeit.

Sicherheitskupplungen im Hobelwagen einer Großpresse für die Blechbearbeitung

Christopher Monka, R+W Antriebselemente GmbH, Klingenberg; Christian von Kalkstein, Europipe GmbH, Mülheim an der Ruhr.

Vorgestellt wird eine Sicherheitskupplung, die in einem Antrieb zwischen Motor und Getriebe eines Hobelwagens verbaut ist. Dieser Hobelwagen ist Teil einer Großpresse zur Blechbearbeitung, die Großrohre für eine Gaspipeline herstellt. Die eingesetzte Sicherheitskupplung übernimmt hierbei eine sehr wichtige Funktion: Sie überträgt das Drehmoment, schützt weitere Antriebsstrangkomponenten und gleicht zudem einen gewissen Wellenversatz aus.

Neue CBN-Schleifscheiben 
ermöglichen wirtschaftliche 
Bearbeitung von Walzen

Gebhard Melchior, Tyrolit − Schleifmittelwerke Swarovski K.G., Schwaz, Österreich.

Für die Walzen der Kaltwalzwerke hat Tyrolit eine neue Generation von Schleifscheiben mit CBN-Schleifbelägen auf innovativen Trägerkörpern entwickelt. Die neue Genis Roll Star ermöglicht erstmals eine wirtschaftliche Bearbeitung hochharter Walzen und erzielt dabei deutlich bessere Oberflächen ohne Komma.

Unternehmen + Märkte

Wie nichtrostender Edelstahl die Öl- und Gasindustrie sicherer und effizienter macht

Bernd Beckers, Outokumpu EMEA GmbH, Krefeld.

Bis fossile Brennstoffe den Endverbraucher erreichen, legen sie einen langen Weg zurück. Von den Offshoreanlagen über Pipelines in die Weiterverarbeitung bis hin zur Lagerung und Logistik auf dem Landweg – das Geschäft mit Öl und Gas ist aufwendig und komplex. In sämtlichen Schritten der Produktionskette kämpfen Ingenieure gegen den „Zahn der Zeit“. Korrosion nagt an Leitungen, Ventilen, Tanks und Konstruktionsteilen. Sie ist verantwortlich für ständige Wartungs- und Reparaturarbeiten. Für die Industrie entstehen enorme Kosten und Ausfallzeiten.

Tags: Deutsche Edelstahlwerke, Europipe, Friedrich Vollmer Feinmessgerätebau, Outokumpu EMEA, Philipp Boecker + Wender Stahl, RHI AG, R+W Antriebselemente, Steeltec, Tyrolit − Schleifmittelwerke Swarovski

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