Koalitionsausschuss für modifizierten Emissionshandel

Im Zusammenhang mit dem geplanten Klimaschutzpaket der Bundesregierung werde ein abgewandelter Emissionshandel für den Gebäude- und Verkehrsbereich präferiert, so Koalitionskreise. Dabei sollen die Zertifikate einen Maximalpreis erhalten und nicht von den Energieverbrauchern, sondern von den Anbietern, z.B. den Mineralölkonzernen, erworben werden. Die CO2-Bepreisung solle bis zum Jahr 2023 von einem Förderprogramm der Bundesregierung in Höhe von rund 40 Mrd. € begleitet werden. Die Fördermaßnahmen würden u.a. höhere Kaufprämien für Elektroautos, Zuschüsse zur Gebäudesanierung und Mittel für die Wasserstoff-Forschung umfassen. Der Koalitionsausschuss plane, am Donnerstagabend noch einmal zusammen zu kommen, um offene Fragen vor der wichtigen Sitzung des Klimakabinetts am Freitag zu klären. (FAS 15.09.19)

Wirtschaft unterstützt Klimaschutz-Maßnahmen

Neun von zehn deutschen Unternehmen seien grundsätzlich für zusätzliche Klimaschutz-Maßnahmen, um die Klimaziele bis 2030 und 2050 zu erreichen, so eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 2600 Mitgliedsfirmen. In den Beratungen des Klimakabinetts müssten nun die richtigen Weichenstellungen verabredet werden, so DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Gebraucht werde ein Gesamtpaket, mit dem die Klimaziele effizient und in wirtschaftlich vernünftiger Weise erreicht werden könnten. Den Unternehmen müsse Zeit für die Umstellung gewährt werden. Zentral bei einer CO2-Bepreisung sei, dass die Unternehmen unterm Strich nicht zusätzlich belastet würden. Zusammen mit den im internationalen Vergleich hohen Stromkosten würde dies sonst ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden. (RP 14.09.19)

Produktion von klimaneutralem Wasserstoff soll forciert werden

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will im Rahmen der „Nationalen Strategie Wasserstoff“ (NSW) so schnell wie möglich inländisch grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab produzieren. Der mit Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellte klimaneutrale Wasserstoff könne z.B. in der Stahlindustrie oder für den Betrieb von Brennstoffzellen eingesetzt werden. (HB 16.09.19)

USA sollen Übergangs-Deal mit China erwägen

Die Berater des US-Präsidenten sollen über ein vorläufiges Abkommen mit China nachdenken, so Quellen. Neue Strafzölle auf chinesische Produkte könnten zeitlich verschoben oder rückgängig gemacht werden, wenn China seinerseits zu Zugeständnissen bereit sei. So könnte der Handelskonflikt mit China erst einmal ausgesetzt werden. (de.reuters.com und Börsen-Zeitung 13.09.19)

Exportabhängigkeit von China: Ökonomen fordern Umorientierung der deutschen Wirtschaft

Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China sei enorm und wachse noch weiter. Der Warenwert der Exporte nach China habe im vergangenen Jahr rund 93 Mrd. € betragen. Vor 10 Jahren habe das Volumen noch bei etwas über 37 Mrd. € gelegen. Aufgrund der politischen Spannungen und der unfairen Handelspraktiken Chinas fordern Ökonomen die Unternehmen dazu auf, sich umzuorientieren. Peking habe zuletzt die bürgerlichen und unternehmerischen Freiheiten immer weiter eingeschränkt. Die Unternehmen müssten mehr Konflikte mit China austragen, „wenn sie in ihrer normativen Fundierung in der sozialen Marktwirtschaft glaubwürdig bleiben wollen“, so Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). (Die Welt 13.09.19)

Neue Publikation zur Stahlanwendung im Bauwesen

Die WV Stahl hat die neue Dokumentation „Lösungen in Stahl-Leichtbauweise“ (D551) veröffentlicht. Als Alternative zu massiven Bauweisen bietet sich der Stahl-Leichtbau auf Basis tragender dünnwandiger Stahlprofile als sehr materialeffiziente und schnell zu realisierende Lösung für den Neubau, aber auch für Aufstockungen, An- oder Einbauten sowie den Einsatz im Fassadenbereich an. Die Publikation zeigt Planern sowie öffentlichen und privaten Bauherren die vielfältigen Vorteile des Stahl-Leichtbaus auf und veranschaulicht anhand ausgewählter Objektbeispiele die große Bandbreite möglicher Anwendungsbereiche. (Publikation)

E-Mobilität: neue Chancen für Stahl

Leichtbau ist antriebsübergreifend für Autohersteller und Zulieferer ein sehr wichtiges Thema, so Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Um beim Leichtbau Fortschritte zu erzielen, kooperieren Hersteller, Zulieferer und Rohstoffhersteller immer enger. Für ihre E-Autos würden Hersteller zunehmend eigene Plattformen entwickeln, um u.a. mit neuen Materialien zu testen, wie die E-Mobile leichter werden und dabei Sicherheitsvorgaben erfüllen. Bratzel sieht dabei „eine Renaissance der ultraleichten Stähle“. (HB 12.09.19)

Handelsstreit: US-Zölle auf chinesische Produkte verschoben

US-Präsident Donald Trump hat als Zeichen des guten Willens die angekündigte Zollerhöhung von 25 auf 30 % für chinesische Waren im Wert von 250 Mrd. USD vom 01. auf den 15.10.19 verschoben. Der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He habe ihn darum gebeten. Am 01.10. begehe die Volksrepublik den 70. Jahrestag ihrer Gründung. Außerdem hatte China gestern ab dem 17.09. Ausnahmen bei zusätzlichen Vergeltungszöllen auf US-Importe angekündigt. Dies betreffe 16 Produkttypen aus den USA. (de.reuters.com und spiegel.de 12.09.19)

Ökonomen fordern Investitionsprogramm zur Unterstützung der Wirtschaft

Ökonomen der Institute DIW, IfW und RWI erwarten, dass die deutsche Wirtschaft auch im 3. Quartal schrumpft, nachdem das Bruttoinlandsprodukt bereits im 2. Quartal um 0,1 % zurückgegangen ist. Die Unsicherheiten durch die Handelskonflikte und den Brexit seien dafür die wichtigsten Auslöser. Die Ökonomen fordern ein langfristig angelegtes Investitions- und Innovationsprogramm, um der wirtschaftlichen Schwäche entgegen zu wirken. (HB, FAZ, Börsen-Zeitung und Tagesspiegel 12.09.19)

EU soll Hüterin des Multilateralismus sein

Bei der Vorstellung ihres Teams und der neuen Struktur der nächsten EU-Kommission sprach sich die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen u.a. für eine Ausbau der Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten aus. Außerdem sollen die Beziehungen zu einem selbstbewussteren China definiert werden. Sie wünsche sich, dass die EU die Hüterin des Multilateralismus ist. „Denn wir wissen, dass wir stärker sind, wenn wir das, was wir allein nicht schaffen können, gemeinsam tun, so von der Leyen. (PM EU-Kommission 10.09.19 und german.cri.cn 11.09.19)