ecoMetals-Kampage erstmalig auch auf wire & Tube 2020

Mit der ecoMetals-Kampage beleuchtet die Messe Düsseldorf die Themen Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Energieeinsparung und CO2-Reduktion. Quelle: Shutterstock

Mit der „ecoMetals“-Kampagne will die Messe Düsseldorf ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Energieeinsparung und CO2-Reduktion setzen. Bewährt hat sich das Konzept bereits während des Messequartetts um GIFA, METEC, Thermprocess und Newcast im Rahmen der „Bright World of Metals“. Nun soll die Initiative erstmals zu den bevorstehenden Leitmessen wire & Tube aufgenommen werden.

Dafür gibt es zur Messelaufzeit vom 30. März bis 3. April geführte Touren – sogenannte EcoMetals-trails. Diese führen die Fachbesucher gezielt zu den Messeständen jener Aussteller, die nachhaltig, ressourcenschonend und emissionsreduziert produzieren.

Neue Wege der Wertschöpfung

Aufgegriffen werden etwa die Trends im Material-Recycling von Metall bis Plastik sowie Perspektiven zu alternativen Rohstoffen. Zum Themenkomplex Produktionsprozesse widmen sich die teilnehmenden Unternehmen besonders der Frage, wie eine bessere Energieeinsparung in Fertigung und Abläufen gestaltet werden kann. Zudem soll dargestellt werden, wie Emissionen reduziert und der klimaverträgliche Einsatz erneuerbarer Energien gesteuert werden kann. Abgerundet wird das Angebot durch die Präsentation neuer Technologien, Maschinen und Anlagen, die die Energie- und CO2-Bilanz verbessern soll.

Teilnehmer der ecoMetals-trails erhalten gegen eine Schutzgebühr von 900 Euro die Möglichkeit, an ihrem Messestand persönlich und ausführlich über Innovationen aus ihrem Unternehmen zu informieren. (nr)

Lesen Sie dazu auch unseren Überblick interessanter Messen und Fachkonferenzen im ersten Halbjahr 2020.

Noodle.ai und SMS digital: Künstliche Intelligenz für die Stahlindustrie

Mit Mechanical Properties Variability (MPV) haben Noodle.ai und SMS digital eine Applikation entwickelt, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz erhebliche Kostenersparnisse in der Stahlindustrie ermöglichen soll. Quelle: Shutterstock

Es war im Juni vergangenen Jahres, als Noodle.ai und SMS digital ihre Kooperation bekanntgegeben. Das gemeinsame Projekt umfasste derzeit die Entwicklung eines von künstlicher Intelligenz (KI) betriebener Applikation für die Stahlindustrie. Nun haben die Digitalisierungsspezialisten das System unter der Bezeichnung MPV (Mechanical Properties Variability) auf den Markt gebracht.

Angesichts ständig schrumpfender Margen in der Stahlindustrie gilt es als essenziell, moderne, hochfeste Stahlsorten herzustellen. Beispielsweise die Automobil- oder Elektroindustrie könne so profitabel wirtschaften, erklärt SMS digital in einer Pressemeldung. Das Problem: Die Herstellung dieser hochmodernen Stähle erfordere eine deutlich engere Prozessführung über den gesamten Produktionsprozess hinweg, der durch vielfältige Parameter in allen Bereichen der Prozesskette beeinflusst werde.

Um das Problem der Variabilität der mechanischen Werkstoffeigenschaften in den Griff zu bekommen, setzt die MPV-Applikation auf KI und Machine Learning. Der neue Ansatz der beiden Unternehmen setzt auf die Fähigkeit, mithilfe von KI Zusammenhänge zu „erspüren“.

Potenzielle Kostenersparnisse

In der Folge sollen daraus Vorhersagen und konkrete Empfehlungen abgeleitet werden. Dabei geht es vor allem um die Eigenschaften Dehngrenze, Zugfestigkeit und Dehnung. Die Applikation erspürt Muster innerhalb der erfassten Produktionsdaten und ist so in der Lage, Verursacher für Abweichungen von den geforderten mechanischen Werkstoffeigenschaften zu identifizieren. Sie kann vorhersagen, wann größere Schwankungen eintreten und gibt die Eingangsparameter und PDI-Einstellungen vor. Mit letzteren Prozesseingangsdaten (Process Data Input) können die spezifizierten Werte für die Werkstoffeigenschaften Dehngrenze, Zugfestigkeit und Dehnung eingestellt werden.

Im Ergebnis kann die MPV-Applikation Stahlherstellern helfen, auf verschiedenen Wegen Kosten einzusparen – etwa durch Reduzierung der Legierungskosten dank besserer Kontrolle über die Variabilität. „Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz bei unserer Stahlproduktion können wir engere Toleranzen einhalten“, sagt Denis Hennessy, Director of Product Development bei Big River Steel. Das nach eigenen Angaben umweltfreundlichste Stahlwerk Nordamerikas in Osceola, Arkansas, hat bereits erste Erfahrungen mit der neuen MPV-Applikation gesammelt. „Dies bringt uns nicht nur Einsparungen, sondern hat auch direkte positive Auswirkungen auf unsere Erträgnisstruktur“, so Hennessy weiter. (nr)

ArcelorMittal Europe: C02-Roadmap für den Green Deal

Dr. Uwe Braun, CEO von ArcelorMittal Hamburg, bei der Direktreduktionsanlage im hiesigen Werk. Dort soll eine neue Anlage für den Einsatz von Wasserstoff gebaut werden, um CO2-Emissionen deutlich zu senken. Quelle: ArcelorMittal

Als Reaktion zu dem kürzlich von der EU-Kommission präsentierten Green Deal hat ArcelorMittal Europe eine CO2-Roadmap vorgestellt. Damit möchte der Stahlkonzern seine Emissionen bis 2030 um 30 Prozent senken. Das Vorhaben steht somit im Einklang mit dem bereits im Mai dieses Jahres angekündigten Ziel, bis 2050 in Europa klimaneutral zu sein.

Um eine spürbare CO2-Senkung zu erreichen, plant der Konzern fortan Stahl mit „sauberer“ Energie herzustellen. Als Quelle dieser soll Wasserstoff dienen, der langfristig durch Elektrolyse gespeichert wird. Am Standort Hamburg wurden bereits 65 Millionen Euro investiert, um den Wasserstoff verstärkt für die direkte Reduktion von Eisenerz zu nutzen.

Alternativ könnte die Produktion auch mit zirkulärem Kohlenstoff erfolgen, so der Konzern. Dabei werden zirkuläre Energiequellen wie Abfall-Biomasse verwendet, um Kohlenstoff als fossilen Energieträger bei der Stahlerzeugung zu ersetzen. Mit „Carbalyst“ hat ArcelorMittal Europe bereits eine Initiative vorgestellt, die an den verschiedenen Standorten umgesetzt werden soll. Die Technologie fängt Abgase aus dem Hochofen auf und wandelt sie in biologisches Bioethanol um. Das 120 Millionen Euro schwere Projekt wurde im belgischen Gent gestartet und soll dieses Jahr abgeschlossen sein.

Fossile Brennstoffe ersetzen…

Auch „IGAR“ gehört zu diesen Technologien mit erheblichen Potenzial. Sie greift die CO2-Abfälle aus dem Hochofen ab und wandelt sie in synthetisches Gas um. In der Folge kann es anstelle von fossilen Brennstoffen zurück in den Hochofen geführt werden. Eine industrielle Pilotanlage wird derzeit im französischen Dünkirchen vorbereitet.

Ähnlich ambitioniert klingt das Projekt „Torero“, für das der Konzern 40 Millionen Euro in die Umwandlung von Altholz in Biokohle investiert hat. Die erste große Demonstrationsanlage in Gent soll voraussichtlich 2020 in Betrieb gehen.

…oder lieber speichern?

Auch die Abscheidung und Speicherung von fossilen Kohlenstoff-Energieträgern könnte eine zukunftsfähige Option sein. Bei dem Verfahren wird der Kohlenstof abgefangen, gespeichert und wiederverwendet, anstatt in die Atmosphäre abgegeben zu werden. Mit dieser Lösung könnte die derzeitige Methode der Stahlerzeugung grundsätzlich beibehalten werden. Ein entsprechendes Pilotprojekt will ArcelorMittal Europe kurzfristig in Dünkirchen starten. Das Ziel: Ab 2021 sollen 0,5 Tonnen CO2 pro Stunde von den Stahlherstellungsgasen abgeschieden werden. (nr)

Hintergrund

In einer abstrakteren Form haben wir den Green Deal sowie die Folgen für die europäische Industrie in der kommenden Ausgabe 1-2/2020 von stahl und eisen aufgegriffen. In der Rubrik „Technik + Trends“ finden Sie einen umfassenden Überblicksartikel, Maßnahmen der Industrie und jene Aktionspunkte, die die Europäische Union noch in diesem Jahr umsetzen will.

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Windenergie: Ausbau lahmt, Zertifikat für Prototypen

Für den Ausbau deutscher Onshore-Windenergieanlagen schlägt der VDI Alarm: Die Anzahl neuer Genehmigungen sei in den vergangenen drei Jahren um fast drei Viertel gesunken, im ersten Halbjahr 2019 habe es lediglich einen Nettozubau von 231 Megawatt gegeben, nötigen seien jedoch 4 Gigawatt gewesen.

Damit sei die Versorgungssicherheit in den Jahren 2022/23 gefährdet, so Prof. Dr.-Ing. Harald Bradke von der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt. Kritische Töne schlägt auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) an: Bei den regelmäßigen Ausschreibungen zur Vergabe von Fördermitteln für den Bau neuer Windenergieanlagen würde es in Europa oft an investitionswilligen Bewerbern mangeln. Setze die Europäische Kommission ihren Plan um, bei Auktionsverfahren nachträglich die geförderte Strommenge zu reduzieren, sei ein weiterer Rückgang wahrscheinlich.

Positive Nachrichten für die Windenergie kommen indes vom TÜV Nord. Im Auftrag von Siemens Gamesa Renewable Energy (SGRE) hat die Prüfgesellschaft den Prototypen einer der weltweit größten Offshore-Windenergieanlagen zertifiziert, der Durchmesser beträgt 193 Metern. Die neuen 10-MW-Turbinen, die 2022 marktreif sein sollen und deren größere Rotorblätter fast den Abmessungen eines Fußballfeldes entsprechen, sollen jährlich 30 % mehr Energie als ihr 8 MW starker Vorgänger produzieren. Der Prototyp soll in den kommenden Monaten im Windkraftanlagentestfeld Østerild (Dänemark) installiert werden.

Klimaschutz: Salzgitter AG tritt der „Stiftung 2°“ bei

Im Rahmen der Stiftung 2° setzen sich unterschiedliche Unternehmen dafür ein, die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken. Quelle: Shutterstock

Die Salzgitter AG ist der „Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz“ als Förderunternehmen beigetreten – nach eigenen Angaben als eines der ersten energieintensiven Unternehmen.

Die Stiftung sei branchenübergreifend aufgestellt und daher „sehr gut geeignet“, so der Konzern, die anstehenden Transformationsaufgaben in der Wirtschaft aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Auch könne sie gemeinsame Ansätze und Initiativen vorantreiben. Man freue sich, „in diesem wichtigen Netzwerk der Wirtschaft aktiv mitzuwirken“ und wolle Erfahrungen aus den „bisherigen Diskussionen zu den notwendigen politischen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ in die Arbeit der Stiftung einbringen, so Vorstandsvorsitzender Heinz Jörg Fuhrmann. Insbesondere mit dem Projekt „SALCOS – Salzgitter Low CO2 Steelmaking“ entwickelt das Unternehmen einen Ansatz für die CO2-arme Stahlproduktion.

In dem Kontext weist das Unternehmen zudem darauf hin, dass es weiterer Erfolgsfaktoren bedarf, damit Klimaschutz und Stahlherstellung harmonieren. Gemeint sind damit u.a. „die Verfügbarkeit international wettbewerbsfähiger Preise für regenerative Energien“ sowie „das Erzielen von Vorteilen für Kunden, die CO2-arm produzierten Stahl“ verwenden.

Über die Stiftung 2°

Die Stiftung 2° ist eine Initiative von Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern und Familienunternehmern. Ziel ist es, die Politik zur Etablierung effektiver marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz aufzufordern und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmen zu unterstützen. Benannt ist die Stiftung nach ihrem wichtigsten Ziel: die durchschnittliche globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken.

Danziger Hafen: SSAB-Stahlpfähle für stabiles Kai

Die Kombiwand des Kais besteht unter anderem aus Stahlpfählen von SSAB. Der Bau soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Foto: SSAB

Den Danziger Hafen soll 2020 ein neuer Kai mit einer Länge von 1 220 Metern schmücken. Als wesentlicer Bestandteil des Uferbauwerks gelten Stahlpfähle des schwedischen Stahlkonzerns SSAB. Diese seien „für die Stabilität des Kais unerlässlich“, sagt Tomasz Rybarcyk, Standortverwalter der Gruppe Keller Polska. Das Unternehmen ist für die Bodenverbesserung und den Bau der Kombiwand zuständig.

Die insgesamt 437 Pfähle wurden in sechs Teilliferungen von den Oulainen-Werken von SSAB in Finnland direkt an den Kai geliefert. Gleichzeitig wird der Kanal ausgebaggert und von derzeitigen drei bis fünf Metern auf 11,5 Meter vertieft. Dadurch sollen Frachtschiffe bis zu einer Länge von 250 Metern in den Hafen einfahren können.

Die Stahlpfähle seien „für die Stabilität des Kais unerlässlich“, sagt Tomas Rybarczyk, Standortverwalter des Bauunternehmens. Foto: SSAB

Sobald das Projekt seitens Keller Polska in zwei Monaten abgeschlossen ist, übernimmt das Generalunternehmen Budimex. Dann folgen die Stahl- und Betonarbeiten sowie die Errichtung von Kränen und anderer Hafenausrüstung.

Für das Jahr 2019 verzeichnet der Danziger Hafen, so die aktuellen Statistiken, rund 48 Millionen Tonnen Fracht. Das macht ihn derzeit zum viertgrößten an der Ostsee. (nr)

Erster Nachhaltigkeitsbericht von SHS, Saarstahl und Dillinger

Die SHS – Stahl-Holding-Saar, Saarstahl und Dillinger haben im Dezember ihren ersten gemeinsamen Nachhaltigkeitsbericht publiziert.

Mit dem freiwilligen Bericht, der sich an den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) orientiert, dokumentieren die Unternehmen der SHS-Gruppe ihre Verantwortung in den Bereichen Wirtschaft, Ökologie und Gesellschaft. Reduziert wurden von 2016 bis 2018 beispielsweise der Wasserverbrauch und die produzierte Abfallmenge. Auch die Emissionen an NOx und SO2 gingen zurück. Im Gegenzug erhöhte sich im gleichen Zeitraum Einsatz von Recyclingmaterial in der Produktion, ebenso stieg der Anteil lokaler Lieferanten (ohne Rohstoffe).

Über www.saarstahl.com > Konzern> Verantwortung finden sich der 37 Seiten starke Bericht und ein Faktenblatt mit 8 Seiten.

ISSI-Meeting: Langfristige Konferenzplanung

Die Teilnehmer des diesjährigen Gremiums der „International Society of Steel Institutes“ (ISSI) stammen aus insgesamt elf Ländern. Quelle: ISSI

Auf Einladung des italienischen Stahlinstituts Associazione Italiane di Metallurgia (AIM) fand das diesjährige Treffen des Gremiums „International Society of Steel Institutes“ (ISSI) in Mailand statt. An der Sitzung unter Leitung von Dr. Peter Dahlmann (VDEh) haben im vergangenen November 19 Vertreter aus insgesamt elf Ländern teilgenommen. Inhalt der regelmäßig stattfindenden ISSI-Meetings ist die Planung von großen europäischen und internationalen Konferenzen, die individuell alle Prozessstufen der Stahlherstellung, Umwelt- und Energiethemen sowie die Stahlwerkstoffe behandeln. Bei dem Treffen wurden entsprechende Veranstaltungen bis zum Jahr 2029 vorgeplant. Das nächste Treffen der ISSI-Mitglieder findet am 11. November 2020 auf Einladung des spanischen Stahlverbandes UNESID in Madrid statt. (ISSI)

www.issisteel.org

Steeltec: Dr. Florian Geiger wird neuer CEO

Dr. Florian Geiger wird ab dem 1. Januar 2020 als CEO die Geschicke des Blankstahlproduzenten Steeltec leiten. Quelle: Steeltec

Ab dem 1. Januar 2020 wird Dr. Florian Geiger als neuer CEO bei dem Blankstahlproduzenten Steeltec antreten. Damit übernimmt der promovierte Betriebswirt das Amt von Gerd Münch, der das Unternehmen der Schmolz + Bickenbach Gruppe verlässt. Bis 2013 war Geiger als Unternehmensberater im Bereich Effizienzsteigerung bei internationalen Unternehmen tätig. Er wechselte schließlich zur Schmolz + Bickenbach Gruppe, bei der er als Vice President Business Development für strategische Projekte und den Bereich Merger & Akquisitions verantwortlich war. (Steeltec)

www.steeltec-group.de

Pilotanlage von voestalpine nimmt Betrieb auf

Die weltgrößte Pilotanlage zur CO2-freien Herstellung von Wasserstoff, so voestalpine, hat in Linz den Betrieb aufgenommen. Mit dem EU-geförderten Projekt „H2Future“erforscht das Unternehmen unter Beteiligung diverser Partner die industrielle Produktion von „grünem“ Wasserstoff, der langfristig fossile Energieträger in der Herstellung von Stahl ablösen soll.

Der österreichische Technologiekonzern nahm die nach eigenen Angaben weltweit größte, modernste und wirkungsvollste Elektrolyseanlage zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff in Betrieb. Sie verfügt über sechs Megawatt Anschlussleistung und erzeugt mit dem Siemens Silyzer 300 als technologisches Kernstück der Anlage 1 200 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde. Damit wird nun getestet, ob die eingesetzte Technologie für eine großindustrielle Produktion geeignet ist. Außerdem wird mit dem EU-geförderten 18-Mio.-Euro-Projekt das Potenzial zum Bereitstellen von Netzdienstleistungen und dem möglichen Ausgleich von Schwankungen im Stromnetz erforscht.

Am Werksgelände der voestalpine in Linz hat die größte Elektroanalyse zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff ihren Betrieb aufgenommen. Quelle: voestalpine

Ein Drittel weniger CO2- Emissionen im Visier

„Wir haben uns klare Ziele zur weiteren Direktvermeidung von CO2- Emissionen in der Stahlherstellung für die kommenden Jahre gesetzt“, so Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender von voestalpine. Die neue Anlage sei ein wesentlicher Schritt, um diese Technologietransformation voranzutreiben. Vor dem Hintergrund der globalen Klimavorgaben prüfe der Konzern derzeit die Umsetzbarkeit einer Hybridtechnologie zwischen der bestehenden kohlebasierten Hochofenroute und der mit grünem Strom betriebenen Elektrolichtbogenöfen unter teilweisem Einsatz von grünem Wasserstoff. Die Option würde bei entsprechender Wirtschaftlichkeit zwischen 2030 und 2035 die CO2-Emissionen des Unternehmens um rund ein Drittel reduzieren, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. „Die wichtigste Voraussetzung für diese Szenarienplanung ist jedoch, dass erneuerbare Energie in ausreichender Menge und zu wirtschaftlich darstellbaren Preisen zur Verfügung steht. Nur so werden wir die zukünftigen Technologien auch tatsächlich wettbewerbsfähig betreiben können“, ergänzt Eibensteiner.

„Enormes Potenzial“

Für die Projektpartner von „H2Fu- tureE“ steht fest: Die Dekarbonisierung des Wirtschafts- und Energiesystems ist die zentrale Herausforderung in der Zukunft. Daher brauche auch die Industrie neue Verfahren und innovative Technologien, wie die Erzeugung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse aus erneuerbarer Energie, um die langfristigen Ziele zu erreichen. „Durch diesen Prozess schaffen wir ein enormes Potenzial zur Flexibilisierung und Dekarboniserung des Energie- und Wirtschaftssystems“, erklärt etwa Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender von Siemens Österreich. Darüber hinaus könne die Elektrolyse noch als netzdienliches Element genutzt werden, um bei Bedarf überschüssige Energie aus dem Netz zu nehmen, heißt es weiter. Zu den weiteren Partnern gehören der Netzbetreiber Austrian Power Grid, das Energieunternehmen Verbund, das metallurgische Kompetenzzentrum K1-MET sowie die niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO). Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt vom Gemeinschaftsunternehmen Fuel Cell Hydrogen (FCH JU), zu dem auch die Europäische Kommission gehört. Das FCH JU stellt bis zu 12 Mio. Euro für die Forschung und Entwicklung zur Verfügung. (voestalpine)

www.voestalpine.com

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