EU-Kommission investiert weiterhin in Kohleforschung

Foto: Shutterstock

Eigentlich soll es in der Europäischen Union bald vorbei sein mit der Kohleenergie – spätestens ab 2025 soll es keinerlei Subventionen für die Industrie mehr geben. Dennoch fördert die EU-Kommission weiterhin die Kohleforschungsprojekte großer Energieunternehmen. Das geht aus Dokumenten im Besitz des European Environmental Bureau hervor.

So untersucht eins der rund 150 geförderten Projekte die Vergasung von Braunkohle und Wertstoffen, um den Prozess „effizienter und kostengünstiger“ zu machen. Über 1,7 Mio. Euro ist der EU-Kommission das Projekt wert, bei dem der Energieversorger RWE in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt 2015 eine Pilotanlage erbaute. Ebenfalls involviert ist neben internationalen Forschungsinstituten Medienberichten zufolge der deutsche Industriekonzern thyssenkrupp.

Ziel der Anlage sei es, die Vergasung von Kohle zusammen mit anderen Stoffen zu untersuchen. Beziehe man zum Beispiel Biomasse oder Kunststoffe mit ein, könne der Anteil der Kohle an diesem in der Industrie üblichen Prozess potenziell reduziert werden, erklärt ein Forscher der TU Darmstadt einem Nachrichtenportal. Für die Umweltorganisation European Environmental Bureau (EEB) sei diese Art der Förderung nicht akzeptabel: „Der Umweltbeschmutzer wird bezahlt“, äußert sich Christian Schaible, Policy Manager für industrielle Produktion bei EEB.

Hintergrund der Fördergelder ist der sogenannte „Recherchefonds für Kohle und Stahl“ der EU-Kommission. Daraus gingen jährlich rund 55 Mio. Euro in entsprechende Forschungsprojekte, heißt es in dem offiziellen Programm der Kommission. Unterstützt werden diese in der Regel mit 60 prozentigen Zuschüssen bei Personal, Anschaffungen und anderen Kostenpunkten. (nr)