DK Recycling und Roheisen: Wiederverwerter der ersten Stunde

Von außen unscheinbar – und von innen zeitgemäßes Recyclingunternehmen.

Rolf Emunds erläutert Chefredakteur Torsten Paßmann den speziellen „DK-Prozess“

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo Ihre entsorgten Batterien landen? Die Antwort mag überraschen – denn sie werden zur Herstellung von Roheisen verwendet. Dem geht ein komplexer Prozess voraus, den die ehemalige Duisburger Kupferhütte, heute DK Recycling und Roheisen, entwickelt hat. Sie produziert damit nachhaltig und umweltgerecht Roheisen für die Gießereibranche. Den Grundstoff bilden im Kern eisenhaltige Stäube und Schlämme der Stahlindustrie. Alte Batterien sind der Bonus. 

Zurecht bezeichnet sich die DK als „Wiederverwerter der ersten Stunde“, denn die Anfänge des Recycling-Unternehmens gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück. 1876 gründeten zehn Chemieunternehmen des Ruhrgebiets das weltweit erste industrielle Unternehmen für Wertstoffverwertungen – die Duisburger Kupferhütte. Es folgte eine Neuorientierung der chemischen Industrie, die ihre Schwefelsäurenerzeugung von Pyrit auf Elementarschwefel umstellte. Daraufhin wurden Anfang der 1980er Jahre alle Nichteisenbetriebe geschlossen.

Neben den Initialen der Duisburger Kupferhütte (DK) sind heute noch zwei der ursprünglich vier Hochöfen zur Herstellung von Gießereiroheisen übrig. Verarbeitet werden seitdem eisenhaltige Rückstände der Stahlindustrie und chemischen Industrie, aus welchen Gießereiroheisen für die Automobilindustrie und den Maschinenbau produziert wird. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahrzehnt konnte die DK und Roheisen ihre Produktion von 200 000 Tonnen um weitere 100 000 steigern. Heute gilt das Unternehmen als einer der größten Recycler für eisenhaltige Reststoffe weltweit.

Abguss der Schlacke

Redakteur Niklas Reiprich hat auch die Fotos gemacht, neben ihm Chefredakteur Torsten Paßmann

Einzigartiges Verfahren

Mit dem „DK-Prozess“ hat der Duisburger Recycling-Spezialist eine Methode entwickelt, um aus den Filterstäuben der Stahlindustrie analysegenaues Roheisen herzustellen – nach Angaben des Unternehmens ein „weltweit einzigartiges Verfahren“, das mittlerweile „international bekannt und anerkannt“ ist. Indem jährlich rund 500 000 Tonnen eisenhaltige Rohstoffe in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden, möchte die DK mit dem Verfahren die Kreislaufwirtschaft und Abfallgesetze bedienen. Das Ergebnis belaufe sich auf etwa 300 000 Tonnen gewonnenem Roheisen, heißt es bei dem Unternehmen. Gearbeitet wird in dessen Rahmen auf Basis des klassischen Sinter- und Hochofenprozesses. (nr)

Die stahl-und-eisen-Redaktion war zu Gast bei der DK Recycling und Roheisen in Duisburg. Das Porträt in voller Länge finden Sie auf den Seiten 48 und 49 der Ausgabe 11/2019 von stahl und eisen. Dort erfahren Sie auch, was genau unter dem DK-Prozess zu verstehen ist.

Abonnenten mit Digitalzugang finden die aktuelle Ausgabe hier.

Sollten Sie noch kein (Digital-)Abonnent sein, finden Sie weiterführende Informationen im Abo-Bereich.

Eine Einzelausgabe können Sie unkompliziert über E-Mail bestellen.

(niklas.reiprich@stahlundeisen.de)