Innovative Rohstofftrocknung bei thyssenkrupp Steel

Das Duisburger Werk von thyssenkrupp Steel gilt als einer der größten Stahlstandorte der Welt. Ein solches integriertes Hüttenwerk steht nie still. An 365 Tagen wird rund um die Uhr gearbeitet, tagtäglich werden im Hafen von thyssenkrupp Steel in Duisburg enorme Mengen Rohstoffe angeliefert – vor allem Eisenerz und Kohle für den Einsatz im Hochofen. Das Material bei Witterung trocken zu halten, ist keine leicht Aufgabe. 

Importierte Rohstoffe, hier in Form von Eisenerz, sind oft Witterungen ausgesetzt. Eine Lösung, sie trocken zu halten, hat nun ein Forschungsteam von thyssenkrupp Steel entwickelt. Quelle: thyssenkrupp Steel

Greifer heben die verschiedenen Stoffe aus den Schiffen, damit sie im Werk weiter transportiert werden können. Weil alles unter freiem Himmel stattfindet, macht Regen den Greifern hin und wieder einen Strich durch die Rechnung, denn manche Stoffe sind so fein, dass Nässe das Material in Schlamm verwandelt. Ein Verladen mit den Greifern wird in diesem Fallunmöglich. Weil das Trocknen des Materials lange dauert und der nächste Regen oft schneller ist, haben die Ingenieure von thyssenkrupp Steel nach Lösungen gesucht – und sind bei den Kleinsten fündig geworden.

Aus dem Alltag in den Betrieb

Her musste eine chemische Lösung, um die Erze schneller zu trocknen. Das war der Auftrag, mit dem sich der Chemiker Dr. Stefan Wienströer und sein Team der Sache annahmen. Gleich zu Beginn kam dem Vater von zwei Kindern eine Idee: Windeln. In denen wird üblicherweise Natriumpolyacrylat eingesetzt, um Flüssigkeit aufzunehmen. Der Stoff gehört zu den sogenannten Superabsorbern: Kunststoffe, die in der Lage sind, ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Flüssigkeiten aufzunehmen.

Arbeitsaufwand und Kosten reduziert

Deren Einsatz bewährte sich im Hafen des Unternehmens.In mehreren Versuchen bewies das Team gemeinsam mit dem Rohstoffeinkauf, dass die Technik nahtlos in die bestehenden Abläufe integriert werden konnte.Gleichzeitig, so thyssenkrupp Steel, verbesserten sich Logistik und Kosten des Hafenumschlags.

Statt Tage oder Wochen auf das Trocknen zu warten, nutzen wir jetzt bei Bedarf die Superabsorber. Ein Greifer mischt diese unter, danach sind die Rohstoffe binnen zwei Stunden transportfähig“, sagtStefan Wienströer. „Ein verlässlicher Produktionsfluss ist in einem integrierten Hüttenwerk der entscheidende Faktor. Wir können mit unserem Ansatz an einer wichtigen Stelle für mehr Prozessstabilität sorgen.“

Freuen dürfen er und das Team sich nicht nur über den operativen Erfolg ihrer Idee: Im vergangenen Dezember gewann das Team mit dem Projekt auch den Wettbewerb „steeltomorrow“, mit dem thyssenkrupp Steel jedes Jahr interne Innovationsprojekte auszeichnet. (nr)