thyssenkrupp Steel Europe setzt Wasserstoff im Hochofen ein

Die Stahlsparte von thyssenkrupp hat an ihrem Standort in Duisburg eine Versuchsreihe zum Einsatz von Wasserstoff im laufenden Hochofenbetrieb gestartet. Das Unternehmen will damit die bei der Stahlherstellung entstehenden CO2-Emissionen nachhaltig reduzieren. So sollen zugleich wichtige Fortschritte in der Strategie zur klimaneutralen Produktion bis 2050 erzielt werden. Die Gesellschaft hat sich zudem ein ambitioniertes Zwischenziel gesetzt: Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 30 Prozent reduziert werden.

Politik und Industrie beim FototerminEin Mitglied der Landesregierung, ein Mitglied des Gesamtvorstands, diverse Fernsehteams, eine hauseigene Live-Schaltung aus dem gut gefüllten Besucherzen-trum mitten ins Werk… Auflauf wie Aufwand machten eindeutig klar, welche Bedeutung das erstmalige Einblasen von Wasserstoff in den Hochofen im industriellen Maßstab für thyssenkrupp Steel Europe und die Stahlindustrie hat. Entsprechend bezeichnete der Konzern den Versuchsstart als „Meilenstein in der Transformation zur klimaneutralen Produktion“ und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, der das Signal zum Einblasen gab, betonte die großen Chancen durch Wasserstoff „gerade bei der Stahlherstellung“. Anders als beim klassischen Hochofenprozess, bei dem Kohlenstaubals zusätzliches Reduktionsmittel über sogenannte Blasformen eingeblasen wird, wurde in einem ersten Durchlauf am Hochofen 9 Wasserstoff injiziert. Zukünftig soll dessen Einsatz schrittweise erst auf alle 28 Blasformen dieses Hochofens und ab dem Jahr 2022 auf alle drei weiteren Öfen ausgeweitet werden. Somit können bereits an dieser Stelle, so thyssenkrupp Steel Europe, im Produktionsprozess bis zu 20 Prozent CO2 eingespart werden.

 

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