Thyssenkrupp investiert in zukunftsgerechten Betrieb

Grundsätzlich bemühen sich derzeit europäische Stahlkonzerne, zukunftsgerecht zu meistern – oft geht es dabei auch um die Herausforderungen durch Klimaschutz. Investitionen scheinen dabei unerlässlich, wie thyssenkrupp Steel Europe in jüngster Vergangenheit mehrfach unterstrich.

Dass es nichts nützt, an alten Strukturen festzuhalten, bewies die Stahlsparte von thyssenkrupp kürzlich durch die Modernisierung einer in die Jahre gekommenen Tandemstraße, die mittlerweile seit 48 Jahren im Werk Rasselstein in Betrieb ist. An dem Standort produziert der Konzern nach eigenen Angaben als einziger deutscher Hersteller Weißbleche als Verpackungsmaterial. Mit der Maßnahme beauftragt ist die SMS group, die sowohl die mechanischen Einrichtungen als auch Elektrik und Automation liefert. Realisiert wird das Projekt in zwei Baustufen, eine finale Inbetriebnahme ist für 2021 geplant.

Neue Feuerverzinkung in Dortmund

Investitionen in neue, nachhaltige Technologien sind auch für die Automobilbranche unabdingbar, die derzeit unter hohem Innovationsdruck steht (siehe auch: „Düsteres Stimmungsbild in der Automobilbranche“ auf Seite 73). Feuerverzinkte Produkte gewinnen in der Branche gerade zunehmend an Bedeutung. Um dieser Nachfrage entgegenzukommen, errichtet thyssenkrupp derzeit eine moderne Feuerverzinkungsanlage FBA10 am Standort Dortmund. „In der Automobilindustrie findet ein substantieller Wechsel von elektrolytisch verzinkten Stählen statt. Mit der neuen Feuerbeschichtungsanlage begleiten wir diesen Trend und nutzen das entsprechende Marktpotential“, sagte Premal Desai, Sprecher des Vorstands von thyssenkrupp Steel Europe. Die FBA10 wird demnach Stähle für Innenteile und Außenhautanwendungen von Fahrzeugen fertigen und auch Zink-Magnesium-Produkte anbieten, die durch eine geringe Auflagenstärke „material-, kostensparend und nachhaltig zugleich“ seien, heißt es seitens des Unternehmens. Wie in einer Pressemeldung verkündet wird, nehme die nunmehr zehnte Anlage dieser Art allmählich Form an und könne voraussichtlich 2021 in Betrieb genommen werden.

Um einen weiteren Teil des 17-Tonnen-Filters der neuen Tuchfilteranlage bei thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg in Position zu bringen, standen zwei Kräne à 80 und 220 Tonnen zur Verfügung. Quelle: thyssenkrupp Steel Europe

Dritter Tuchfilter in Duisburg

Um seine Position für den Umweltschutz zu verankern, hat thyssenkrupp Steel Europe am Standort Duisburg insgesamt rund 100 Millionen Euro in ein Tuchfilterprojekt investiert. Dadurch soll die Abluft der Sinteranlage gereinigt werden, die im Duisburger Norden aus drei Bändern besteht. Ein Tuchfilter für das kleinste Band ist bereits seit 2011 in Betrieb, 2017 wurde die Filteranlage am größten der drei Bänder in Betrieb genommen. Beim Bau der nun dritten Anlage wurde jetzt ein weiterer Teil des Filters in Position gebracht, für dessen 17 Tonnen Gewicht zwei große 80- und 220-Tonnen Krane bereitstanden. „Die Investitionen zahlen sich aus, denn die Tuchfilteranlagen bedeuten insgesamt einen großen Schritt bei der Verbesserung der Luftqualität“, so Andreas Theuer, Leiter des Bereichs Umwelt- und Klimaschutz bei thyssenkrupp Steel. Der betont weiter: „Damit reinigen wir die Luft zu 99,9 Prozent von Feinstaub“. Schon im Frühjahr 2020 soll sie in den Betrieb gehen, wie das Unternehmen bekanntgab. (thyssenkrupp Steel Europe)

www.thyssenkrupp-steel.com

Der für Sie kostenfrei zur Verfügung gestellte Artikel sowie weitere spannende und wissenswerte Inhalte rund um den Werkstoff Stahl finden Sie in der Ausgabe 11/2019 von stahl und eisen.

Abonnenten mit Digitalzugang finden die aktuelle Ausgabe hier.

Sollten Sie noch kein (Digital-)Abonnent sein, finden Sie weiterführende Informationen im Abo-Bereich.

Eine Einzelausgabe können Sie unkompliziert über E-Mail bestellen.

(niklas.reiprich@stahlundeisen.de)