Dicke Brennteile online

In nur vier Schritten zum passenden Brennschneidteil

Das Unternehmen Rosenberger hat sich über 35 Jahre hinweg einen Namen als zuverlässiger Brennschneidbetrieb im deutsch sprachigen Raum gemacht. Zugleich ist er ein gut sortierter Stahlhandel. Mit seiner neu entwickelten Stahl-Shop-App können Kunden jetzt noch schneller an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr und an fast jedem beliebigen Ort Brennschneidteile bestellen.

» Es gibt schon einige sehr gute Apps im Brennschneidbereich, jedoch nur für dünne Materialien. Wir möchten dick.

Daniel Rosenberger, Geschäftsführer, Rosenberger GmbH, Neuss

Rosenberger verfügt in Neuss über ein umfangreiches Lager (22.000 Quadratmeter unter Kran, 12.500 Quadratmeter Freifläche), das derzeit rd. 35.000 t an Grobblechen und Brammen beherbergt. Sie sind in Dicken zwischen 10 und 500 mm (Grobbleche oder Brammen) bzw. bis 750 mm (Brammen) und in Stückgewichten bis über 40.000 kg vorrätig – beispielsweise auch als Gegengewichtsbrammen. Im Zentrum befindet sich der vollautomatische Zweiträger- Portallaufkran mit bis zu 50.000 t Tragfähigkeit. Zum Programm zählen unlegierte Baustähle, hochfeste Feinkornstähle, Vergütungsstähle, Druckbehälterstähle und unlegierte warmfeste Stähle.

Die Kunden stammen aus dem Maschinen und Kranbau, dem Aufzugs- und Werkzeugbau, aus Schlossereien, dem Baumaschinen- und Schienenfahrzeugsektor und aus dem Schwerlastverkehr. Auf Wunsch bietet Rosenberger auch Dienstleistungen wie Normalisieren, Spannungsarmglühen, Schweißarbeiten und Richten sowie zerstörende und zerstörungsfreie Materialprüfungen an. Auch Materialdokumentationen, u. a. Abnahmeprüfzeugnisse 3.1 und 3.2 sind dank zertifizierter Mitarbeiter oder als Fremdabnahmen möglich. Denn lückenlose Rückverfolgbarkeit ist bei Rosenberger von hoher Bedeutung.

Die Maschinenkapazitäten umfassen zehn autogene Brennschneidmaschinen und eine Plasmaschneidanlage. Vom einfachen Brennschneidteil (Rechteck, Quadrat, Ring, Ronde) bis hin zur Komponentenfertigung ist alles erhältlich. Besondere Stärke des Unternehmens sind auch komplexe Brennzuschnitte, die in mehreren Ebenen bearbeitet werden. Intelligent schneiden, sprich wenig Abfall zu erzeugen, ist darüber hinaus ein wichtiges Ziel für die Mitarbeiter.
Die Teile können sandgestrahlt (zwei Durchlaufstrahlanlagen), per Richtpresse gerichtet, mechanisch bearbeitet, gefräst, geschweißt oder wärmebehandelt werden. Zudem sind Spachteln und Lackieren bei Komponenten häufig gefragt. Jährlich fallen rd. 40.000 Brennschneidstunden, 5.000 Plasmaschneidstunden, 6.000 Strahlstunden und 6.000 Richtstunden an, heißt es aus dem Unternehmen.

Bester Preis, schnellstmögliche Lieferung

Am Markt herrscht großer Wettbewerb. Stahlpreis und Lieferzeiten sind von hoher Bedeutung. Aus diesem Grund hat Rosenberger seine neue Stahl-Shop-App entwickelt. Typische Kunden z. B. aus der mechanischen Anarbeitung oder der Instandhaltung können jetzt unabhängig von den Öffnungszeiten Brennschneidteile bestellen. Die App ist webbasiert und eine Eigenentwicklung im Eigentum der Rosenberger GmbH. Dankbar angenommen wird die Lösung vor allem von kleinen und mittelständischen Unternehmen, besonders solchen, die wenig bestellen, aber nicht lange warten können. Ein Beispiel sind die Instandhalter, die schnell vor Ort und ggf. direkt auf der Baustelle noch ein Bauteil bestellen wollen. Für solche Anwendungen muss die App einfach, schnell und selbsterklärend sein.

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Die Stahl-Shop-App: in vier Schritten zum passenden Brennteil , Foto: Rosenberger GmbH Abgebildete Preise sind fiktiv.
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Die Stahl-Shop-App: in vier Schritten zum passenden Brennteil , Foto: Rosenberger GmbH

Abgebildete Preise sind fiktiv.

» Branchen, die sehr auf eine hohe Liefergeschwindigkeit angewiesen sind, profitieren von unserer App.

Urs Boeswald, Geschäftsleitung, Lanz und Frey AG, Altendorf/Schweiz

Intelligent Brennschneiden heißt Platz sparen und Reste vermeiden. Foto: Wiebke SandersIntelligent Brennschneiden heißt Platz sparen und Reste vermeiden. Foto: Wiebke Sanders

Vier Schritte bis zum Kauf

Aktuell erhalten die Kunden noch ein Tablet einschließlich SIM-Karte von Rosenberger. Darauf ist die App vorinstalliert. Später soll es möglich sein, die Anwendung auch auf jedem beliebigen Endgerät mit unterschiedlichen Betriebssystemen einzusetzen.

In vier Stufen kommt der Kunde zum Produkt:

  1. Er sucht sich Stahlsorte bzw. Güte aus,
  2. er wählt die Testierung und/oder Dienstleistungen zum Produkt (z. B. Werkszeugnisse, oder Sandstrahlen etc.),
  3. er bestimmt die Geometrien und
  4. er gibt Menge und Abmessungen vor.

Der Kunde wählt darüber hinaus die Lieferzeit. Das ausgewählte Produkt landet zuletzt im Warenkorb, man erhält Angaben zu Preis und Transportkosten (je später der Liefertermin, desto günstiger der Preis). Vor der Produktion werden alle Bestellungen bei Rosenberger nochmals von einem Mitarbeiter durchgesehen, betont das Unternehmen.

Erprobung und Entwicklung

Das Besondere der Applikation ist die Möglichkeit, dass sie in die ERP-Systeme der Kunden integrierbar ist. Einerseits muss die App einfach und unkompliziert sein, andererseits soll der Kunde auch finden, was er benötigt. So sind spezielle Geometrien über Makros realisierbar. Vor allem bei häufig wiederkehrenden Bauteilen dürfte sich dies bewähren. Während Brennteile wie Rechtecke, Quadrate, Ringe oder Ronden leicht abzubilden sind, gestaltet sich dies bei Zeichnungsteilen, Formteilen bzw. Konturzuschnitten komplexer. In diesen Fällen wird es aufwendiger, die Parameter zu programmieren. Rosenberger wird die App stetig fortentwickeln. Für erste Tests und Erfahrungen hat sich der Vorteil des Unternehmensverbunds rund um Rosenberger bewährt, denn die zur Gruppe gehörigen Unternehmen Stako GmbH, Gelsenkirchen, Cadan GmbH, Hachenburg, und Lanz und Frei AG, Altendorf/Schweiz, haben die App zunächst getestet und für gut befunden.
Zugute kommt die Applikation letztlich auch den Mitarbeitern: Die Anfragen mit besonderen Spezifikationen werden immer komplexer und kosten den Verkäufer viel Zeit, heißt es. Wenn dann die einfachen Geometrien über die App abgewickelt werden, hat der Mitarbeiter mehr Zeit, sich mit komplexeren Spezifikationen zu befassen und dort die höheren Anforderungen der Kunden zu erfüllen.
»Wir sind stolz auf diese App«, heißt es bei Rosenberger. Schließlich stecke eine Menge »Kopf-« und Programmierarbeit darin.

Erschienen in »stahlmarkt« Ausgabe 2.2018, S. 34 ff.

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