Digitalisierung bei Knauf Interfer

Im Stahlmarkt-Barometer 2017 äußert sich dazu Robert Adam, Leiter Digitalisierung, Knauf Interfer SE.

Robert Adam, Leiter Digitalisierung Knauf Interfer SE, Foto: Knauf Interfer SERobert Adam, Leiter Digitalisierung, Knauf Interfer SE, Foto: Knauf Interfer SE

Wir haben gefragt:

Wie schätzen die Unternehmen aus der Stahlbranche die Lage ein? Dazu Robert Adam, Leiter Digitalisierung, Knauf Interfer SE:

Wir beobachten derzeit, wie schnell sich Geschäftsmodelle verändern oder ganz verschwinden.

Wie stehen Sie zur Digitalisierung in der Stahlbranche? Chance oder Bedrohung? Wie dringlich? In welchen Bereichen?

Wir sehen sowohl Chancen als auch Risiken. Wenn die neuen technologischen Möglichkeiten dazu genutzt werden, direkt wertschöpfende und unterstützende Prozesse miteinander zu verschmelzen, dann kann die Digitalisierung die Effizienz verbessern helfen und noch dazu mit einer höheren Zufriedenheit bei allen Geschäftspartnern ein wichtiges Differenzierungsmerkmal schaffen. Risiken bestehen jedoch für diejenigen, die sich nicht rechtzeitig auf die Erwartungen und Anforderungen ihrer Kunden und Lieferanten einstellen. Wir beobachten derzeit, wie schnell sich Geschäftsmodelle verändern oder ganz verschwinden. Parallel sehen wir eine rasante Digitalisierung unserer Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten im privaten Bereich. Daher müssen jetzt zügig die technologischen Voraussetzungen für eine effektive und agile Digitalisierung in unserem Unternehmen geschaffen werden. Dabei sollten sich alle Entwicklungen an den Erwartungen der Geschäftspartner und den internen Anforderungen orientieren.

Was erwarten Sie diesbezüglich für die Zukunft speziell für Ihr Unternehmen/Ihre Sparte? Wie reagieren Sie?

Wir erwarten eine Segmentierung der Stahlbranche. Wer sich nicht auf der digitalen Ebene mit seinen Geschäftspartnern verbinden kann, wird es in Zukunft schwer haben. Unternehmen, die digital nicht konkurrenzfähig sind, werden durchaus kurzfristig gezwungen sein, z. B. über Großhandelsplattformen zu handeln, was die Margen belastet. Mit Blick auf die zukünftigen Anforderungen unserer Kunden und Lieferanten schaffen wir zurzeit eine technologische Plattform als Basis für die Unterstützung von Logistik, Produktion und Vertrieb durch integrierte Anwendungssoftware, Cloud-Dienste, IoT und digitale Prozess-Optimierung. Nicht zuletzt zielt unsere Digitalisierungsstrategie darauf, das tägliche Arbeitsleben und unsere Beziehungen zu Geschäftspartnern zu verbessern. Wir wollen es mit anwenderfreundlichen IT-Lösungen und digitalen Prozessen allen Beteiligten ermöglichen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Sämtliche Leserstimmen finden Sie in »stahlmarkt« Ausgabe 12.2017, ab S. 8.

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