Digitalisierung aus Vallourec-Perspektive

Im Stahlmarkt-Barometer 2017 äußert sich dazu Barthélémy Longueville, Group Vice President IT & Digital, Vallourec.

Barthélémy Longueville, Group Vice President IT & Digital, Vallourec, Foto: VallourecBarthélémy Longueville, Group Vice President IT & Digital, Vallourec, Foto: Vallourec

Wir haben gefragt:

Wie schätzen die Unternehmen aus der Stahlbranche die Lage in puncto Digitalisierung ein? Dazu Barthélémy Longueville, Group Vice President IT & Digital, Vallourec.

Einer der zentralen Trends, die wir in unseren Märkten beobachten, ist die Fokussierung unserer Kunden auf optimierte Geschäftsprozesse.

Wie stehen Sie zur Digitalisierung in der Stahlbranche? Chance oder Bedrohung? Wie dringlich? In welchen Bereichen?

Vallourec ist ein führender Anbieter von nahtlosen Stahlrohren und Services für den Energiesektor und den Stahl- und Maschinenbau. Einer der zentralen Trends, die wir in unseren Märkten beobachten, ist die Fokussierung unserer Kunden auf optimierte Geschäftsprozesse. Sie suchen nach innovativen Lösungen, um an ihren Standorten besser, günstiger und effizienter produzieren zu können. Das gilt vor allem für den Öl- und Gasmarkt. Der aktuelle Ölpreis zwingt alle Akteure dazu, verstärkt digitale Lösungen einzusetzen, um Abläufe zu überwachen, die Produktion zu automatisieren und die Lebensdauer von Anlagen zu verlängern. Vor diesem Hintergrund bietet die digitale Transformation für Vallourec eine echte Chance, neue Services für unsere Kunden zu entwickeln. Zudem ist die Digitalisierung ein starker Hebel, unsere eigenen industriellen Abläufe und den Arbeitsalltag unserer Mitarbeiter zu verbessern.

Was erwarten Sie diesbezüglich für die Zukunft speziell für Ihr Unternehmen/Ihre Sparte? Wie reagieren Sie?

Unsere neuen Produkte und Services enthalten immer häufiger auch eine digitale Komponente. Um das zu ermöglichen und die Integration innovativer Technologien zu beschleunigen, öffnen wir unseren Entwicklungsprozess für die Digitalisierung. So haben wir zum Beispiel im Herbst einen Open-Innovation-Wettbewerb gestartet, um Stahlrohre digital verknüpfbar zu machen. Integrierte Sensoren sollen unseren Kunden in Zukunft ermöglichen, ihre Betriebsabläufe fortlaufend zu überwachen. Wir planen außerdem unsere Werke im Sinne von Industrie 4.0 voll zu vernetzen und Daten zu erheben um Datenwissenschaften und Künstliche Intelligenz zu nutzen. Der digitale Wandel wird auch unsere Teams bereichern: Neue Tools werden unsere Arbeitskultur durch den besseren Zugang zu Informationen und mehr Austausch entscheidend weiterentwickeln.

Sämtliche Leserstimmen finden Sie in »stahlmarkt« Ausgabe 12.2017, ab S. 8.

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