Digitalisierung aus Sicht der Bepro GmbH

Im Stahlmarkt-Barometer 2017 äußert sich dazu Geschäftsführer Sören Filipczak.

Sören Filipczak, Geschäftsführer, Bepro GmbH & Co. KGSören Filipczak, Geschäftsführer, Bepro GmbH & Co. KG

In unserem traditionellen Stahlmarkt-Stimmungsbarometer haben wir dieses Mal die digitale Transformation als Thema gewählt. Wie schätzen die Unternehmen aus der Stahlbranche die Lage ein? Dazu Sören Filipczak, Geschäftsführer BEPRO GmbH & Co. KG.

Die Digitalisierung wird für den Stahlhandel die Vertriebskanäle erweitern und neue Chancen bieten.

Wie stehen Sie zur Digitalisierung in der Stahlbranche? Chance oder Bedrohung? Wie dringlich? In welchen Bereichen?

Die Digitalisierung wird für den Stahlhandel die Vertriebskanäle erweitern und neue Chancen bieten. An die Industrie angelehnt bestehen schon heute Lösungen, die in Teilbereichen auch umgesetzt sind hinsichtlich der Vernetzung und Harmonisierung der Systeme. Die individuellen Online-Shops halte ich zukünftig nur in einer gebündelten Plattform mit Zugriff auf alle erstklassigen Anbieter für sinnvoll. Der Kunde möchte dauerhaft nicht einseitig auf einer Plattform eines Herstellers ohne Preisvergleich seine Materialorder abgeben. Positive Entwicklungen sehe ich insbesondere bei den heutigen Langzeitlieferverträgen, Rahmenabschlüssen, etc. wenn diese mit den Warenwirtschaftssystemen (Dokumentenverwaltung) abgestimmt sind – bis hin zur Finanzbuchhaltung. Neben den eigenen Aktivitäten des Stahlhandels, das maximale Absatzpotenzial zu erreichen, ist wesentlich auch die Einkaufsseite zu betrachten. Hier besteht auf Seiten der Stahlwerke Handlungsbedarf, Lösungen anzubieten, die über den Versand von Rechnungen und Zeugnissen als PDF-Dokument hinausgehen.

Was erwarten Sie diesbezüglich für die Zukunft speziell für Ihr Unternehmen/Ihre Sparte? Wie reagieren Sie?

Bepro hat bereits im Jahr 2008, als das wirtschaftliche Umfeld schwieriger wurde, unter Einbindung von Fachberatern eine Arbeitsgruppe installiert, die noch heute ihrer Arbeit nachgeht. Wir haben uns jedoch ausschließlich an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiert und nicht einseitig von uns aus den Kunden Lösungen oktroyiert. Unsere Kunden dürfen online bestellen, wenn sie es möchten. Aber auch auf herkömmliche Weise sind Bestellungen per E-Mail, Telefon und – wer es noch kennt – Telefax gerne gesehen. Ein wesentliches Augenmerk liegt für den lagerhaltenden Stahlhandel jedoch auf der Lagerhaltung und Logistik, da dort deutlich höhere Fixkosten zzgl. der Investitionsrücklagen zu erwirtschaften sind. Wir stellen uns dieser Aufgabe mit der Erkenntnis, dass wir es kontinuierlich umsetzen, aber den Zieleinlauf nicht fix terminiert haben, da sich die Wegstrecke weiterhin verändern wird.

Lesen Sie unser traditionelles Stahlmarkt-Stimmungsbarometer, Dezember-Ausgabe, mit allen Teilnehmern in »stahlmarkt« Ausgabe 12.2017, ab S. 8.

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