Digitalisierung im Stahlgeschäft – ein Überblick

Von Prof. Dr. Lothar Grebe*

Wir erinnern nochmal an die Branchenstudie »Digitalisierung im Stahlgeschäft – ein Überblick«. Sie macht deutlich, dass Stahlproduzenten, -händler und -Service-Center vor neuen Herausforderungen stehen. Und es gibt bereits einige Lösungen.

Prof. Dr. Lothar GrebeProf. Dr. Lothar Grebe

Grebe, Lothar: Branchenstudie; Digitalisierung im Stahlgeschäft – ein Überblick

Stahlhandels-Institut, Meerbusch 2017, E-Book, A4 quer, ca. 165 S.

Zu beziehen über bookshop@stahleisen.de

Den im Stahlmarkt tätigen Unternehmen ist gemeinsam, dass die Märkte, auf denen sie agieren, nicht dynamisch wachsen. Sie sind einem intensiven Wettbewerbsdruck ausgesetzt und verfügen über weitgehend begrenzte Ressourcen.

In diesem Spannungsfeld kommt es darauf an, sich in den gegenwärtigen und zukünftigen Geschäftsfeldern so zu engagieren, dass die Verzinsung des im Unternehmen eingesetzten Kapitals die Zinslast aus den Kapitalkosten mehr als deckt.

Dies kann dadurch geschehen, dass die Unternehmen

  • im Markt weiter wachsen, z. B. durch eine engere Kundenbindung, durch den verstärkten Aufbau von Kernkompetenzen, durch Konzentration auf höhermargige Geschäftsmöglichkeiten und / oder durch eine Vertiefung der eigenen Wertschöpfung,
  • die Kapitalbindung optimieren, entweder durch Verbesserung des Cash-flow oder Aufgabe von Geschäftsaktivitäten, in denen die Kapitalkosten nicht erwirtschaftet werden,
  • ein stärkeres Preisbewusstsein auf der Basis eines durchgängigen Kostenmanagements entwickeln und die Kosteneffizienz der betrieblichen Prozesse steigern,
  • sich den Herausforderungen im Hinblick auf den Megatrend »Digitalisierung« stellen, der unser Leben wie kaum eine andere gesellschaftliche, technologische oder ökonomische Entwicklung prägt.

Die Implementierung neuer Technologien stellt dabei Geschäftsmodelle in Frage: Immer mehr vernetzte Produktionsprozesse, Produkte und Online-Plattformen übernehmen gedruckte Informationsmedien und durch das autonome Fahren wird deutlich, welche Brüche von der Digitalisierung ausgehen können. Im Ergebnis rechnen Experten mit einer komplett vernetzten Zukunft in der Industrie und ihren Zulieferern durch die Einbindung innovativer Internettechnologien in die Fertigung von Produkten und nachgeschalteten Bearbeitungsleistungen.

Empfehlungen

Vor diesem Hintergrund lautet die zukünftige Erfolgsstrategie im Stahlgeschäft, sich durch konsequente Markt- und Kundenorientierung vom reinen Produktanbieter zum kompetenten strategischen Partner der Stahlkunden zu entwickeln, wobei der Fokus auf die Diversifizierung wie auf die Spezialisierung gerichtet sein kann. Darüber hinaus sorgt die Digitalisierung der Industrieprozesse, wie Cloud- Lösungen und On- Demand-Produktion, für eine Verkürzung der Marktzyklen. In Zukunft wird es wichtig sein, die richtige Balance zwischen Produktportfolio, Bearbeitungskompetenz und Reaktionsfähigkeit innerhalb der Lieferkette unter konsequenter Ausschöpfung der Digitalisierungsvorteile zu erreichen.

* Prof. Dr. Lothar Grebe ist Gründer und Leiter des Stahlhandels-Instituts in Meerbusch:
www.stahlhandels-institut.de

Vollständiger Text erschienen in »stahlmarkt« Ausgabe 8.2017, S. 30 ff.

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