stahlmarkt 2.2018

Energiewende fordert Stahlerzeuger heraus

Klimawandel und Energiewende wirbeln angestammte Märkte durcheinander. Der zunehmende Wechsel von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Quellen bietet Stahlerzeugern Eintrittsmöglichkeiten in neue Märkte und den Ausgleich wegbrechender Geschäfte. Der Bedarf an innovativen Stahlerzeugnissen für Mikronetze und Energiespeichersysteme dürfte künftig weiter steigen.

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Die Experten des südkoreanischen Posco Research Institute empfehlen allen Stahlerzeugern, die Energiewende fest in den Blick zu nehmen. Um die in Paris vereinbarten Klimaziele zu erreichen, würden bereits viele Nationen den Einsatz von Kohle reduzieren. Außerdem fördern sie das Nutzen regenerativer Energien und den Kauf von Elektrofahrzeugen. Diese nicht mehr aufzuhaltende Entwicklung und der effizientere Einsatz von Energie dürften den Bedarf an fossilen Brennstoffen in den kommenden Jahren reduzieren.

Umdenken der Regierungen zahlt sich für die Umwelt aus

Seit dem Jahr 2014 sinken die globalen CO2-Emissionen. Was möglich ist, zeigen drei Rekorde:

  1.  So erzeugte Deutschland am 30. April 2017 für einige Stunden 85 % des Strombedarfes aus erneuerbaren Quellen.
  2. Am 21. April 2017 deckte Großbritannien den gesamten Stromeinsatz des Landes erstmals ohne die Verbrennung von Kohle.
  3. Die Dänen hatten in einer besonders windigen Nacht im Jahr 2015 nicht nur ihre gesamte Stromnachfrage mit Windenergie befriedigt, sondern den 40%igen Überschuss nach Deutschland, Norwegen und Schweden exportiert.

Da weltweit immer mehr Wind-, Wasser und Solarkraftwerke entstehen, sind erneuerbare Energien nach Einschätzung des Posco Research Institute nicht länger »alternative« Energieträger. Sie hätten sich längst in der Gesellschaft etabliert. Sinkende Kosten für die Erzeugung regenerativer Energien haben diese Entwicklung begünstigt. Die Preise für Photovoltaikanlagen sowie Windfarmen auf dem Land und im Wasser sind signifikant gefallen. Es besteht Netzparität, das heißt, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen genauso viel oder weniger kostet als Strom aus konventionellen Kraftwerken.

Ölpreise geben den Ausschlag

Die Entwicklung der Ölpreise spielt weiterhin eine wichtige Rolle für geplante Investitionen in die Suche, die Förderung, den Transport, die Lagerung und die Veredelung fossiler Brennstoffe. Außerdem wirken sich Preisschwankungen auf den Automobilmarkt und beispielsweise die Beliebtheit von Geländewagen aus. Aus diesem Grund sollten Stahlerzeuger die Volatilitäten ebenfalls beobachten.

Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) dürften künftig die Ausgaben für die Entwicklung, den Transport und die Speicherung erneuerbarer Energien kräftig steigen. Hier sehen die Südkoreaner Chancen für Stahlerzeuger. Die Industrie für regenerative Energien benötigt eine Reihe unterschiedlicher Stahlerzeugnisse. So bestehen Rohrtürme, die 65 % des Gewichtes von Windkraftanlagen ausmachen, vor allem aus Stahl. Zudem werden für die Herstellung von Solarpanelen nichtrostende Stahlfeinbleche und Stahlrahmen benötigt.

Die vielfachen Einsatzmöglichkeiten von Stahlerzeugnissen eröffnen den Stahlerzeugern zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten. Auch der Bereich Stromübertragung und -verteilung, inklusive der Hochspannungsmasten, ist traditionell sehr stahlintensiv.

Die vielfachen Einsatzmöglichkeiten von Stahlerzeugnissen eröffnen den Stahlproduzenten zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten. Auch der Bereich Stromübertragung und -verteilung, inklusive der Hochspannungsmasten, ist traditionell sehr stahlintensiv.

Erschienen in »stahlmarkt« Ausgabe 2.2018, S. 10.