stahlmarkt 3.2018

Indien: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die indische Stahlindustrie soll in den kommenden Jahren mit Riesenschritten wachsen. Branchenkenner sind jedoch überzeugt, dass die Prognosen der Regierung viel zu optimistisch sind und die Ziele auf jeden Fall verfehlt werden.

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Den vollständigen Artikel finden Sie in »stahlmarkt« 3.2018 auf S. 10 ff.

Indien

Premierminister Narendra Modi hat jüngst das Tempo vorgegeben: Die Rohstahlerzeugungskapazität in Indien soll bis zum Jahr 2030/31 auf 300 Mill. t steigen. Gegenwärtig sind es 125 Mill. t. Die Bevölkerung Indiens werde dann 225 Mill. t Fertigstahl einsetzen. Weitere 20 Mill. t sind für den Export bestimmt.

Wunsch

Den Prognosen liegen nach Angaben von Dr. A. S. Firoz, Wirtschaftswissenschaftler im Planungsstab des indischen Stahlministeriums, drei Beobachtungen zugrunde.

  1. Liegt der Pro-Kopf-Stahleinsatz in Indien aktuell mit 63 kg signifikant unter dem weltweiten Durchschnitt von 208 kg.
  2. Ist Indien ein sehr großes und bevölkerungsreiches Land, das eine sehr stahlintensive Infrastruktur für den Transport, den Wohnungsbau, die Energieerzeugung und -verteilung sowie das Leben in großen Städten benötigt.
  3. Hat die industrielle Erzeugung einen sehr geringen Anteil am Bruttoinlandsprodukt.

Wirklichkeit

Bis zum Jahr 2001/02 ist der Stahleinsatz in Indien jahrzehntelang in sehr kleinen Schritten gestiegen. Erst danach ging es infolge der Globalisierung etwas stärker aufwärts. Seit dem Jahr 2012/13 schwächte sich das Wachstum wieder ab und hat bis heute nicht an Fahrt aufgenommen. Das Stahlangebot nahm eine ähnliche Entwicklung.

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