Kunden verstehen – Stärken ausspielen

Die Salzgitter Flachstahl GmbH kennt ihre Schlüsselmerkmale und setzt sie ein

Für den Stahlhersteller Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) hat der intensive Austausch mit Kunden und Partnern oberste Priorität. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern ist auch Voraussetzung für die von Kunden so geschätzte Verlässlichkeit. Im Rahmen der auf der Messe Blechexpo präsentierten Initiative Automotive erläuterte Dr. Sebastian Bross, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, die Besonderheiten des Unternehmens.

Als vergleichsweise mittelgroßer und damit mittelständisch geprägter Stahlerzeuger steht Salzgitter Flachstahl im Wettbewerb mit manch anderem großen und global aufgestellten Stahlproduzenten. »Da muss man sich genau fokussieren, wissen was man kann und was nicht, das nennen wir Deep Salzgitter Understanding (DSU). Und vor allem müssen wir wissen, was der Kunde braucht«, sagt Bross. Bodenständigkeit, Kommunikationsstärke, Zuverlässigkeit und kurze Entscheidungswege – das seien typische Salzgitter-Merkmale, die den Kunden enormen Nutzen bringen.

Initiative Automotive

Zuletzt hat sich der Salzgitter-Konzern besonders im Rahmen seiner Initiative Automotive präsentiert. Daran beteiligt waren die Tochtergesellschaften Salzgitter Flachstahl, Salzgitter Mannesmann Stahlservice, Salzgitter Europlatinen und Salzgitter Mannesmann Stahlhandel. An einem »Showcar« wurden verschiedene Produkte und deren Anwendungen im Bereich der Karosserieaußenhaut, des Getriebes und des Fahrwerks dargestellt.

Präsentationsobjekt für Werkstofflösungen. Foto: Salzgitter AGPräsentationsobjekt für Werkstofflösungen am Fahrwerk, Getriebe und Bauteile der Karosserieaußenhaut. Foto: Salzgitter AG

Außenhaut

Dazu gehört StronSal® MC, ein innovativer Überzug für die Außenhaut, der dem Korrosionsschutz dient. Einsatz findet diese Beschichtung z. B. bei Dach, Kotflügel oder Heckklappe. Neben Zink enthält StronSal 1 bis 2 % Magnesium und Aluminium und verfügt trotz reduzierter Schichtdicke über hervorragende Korrosionsschutzeigenschaften. Erreicht wird außerdem eine exzellente Oberflächenanmutung. Produktivität und Prozessstabilität im Presswerk werden deutlich verbessert. Die Kosten in der Bauteilfertigung lassen sich erheblich senken, weil die Reibwerte signifikant reduziert werden und die tribologischen Eigenschaften auch eine einfache Realisierung komplexer Bauteilgeometrien ermöglichen. Der Zinkabrieb ist bis zu 70 % geringer. Durch die niedrigere Zink-Schichtdicke entstehen entsprechende Gewichtseinsparungen. StronSal wird im Übrigen auch in der Variante Pretex® focar® (PREcision TEXturing) angeboten, einer innovativen Oberflächenstruktur für unbeschichtetes und oberflächenveredeltes Feinblech, wie es in Innen- und Außenhautteilen mit höchsten Ansprüchen an Umformverhalten und Lackierbarkeit Anwendung findet.

Dr. Sebastian Bross, Salzgitter Flachstahl GmbH

»Wir setzen uns intensiv mit unserem Management der Kundenbeziehungen auseinander. Dabei unterstützen uns auch verschiedene analytische Modelle, um systematisch Kundenzufriedenheit zu erreichen.«

Dr. Sebastian Bross

Fahrwerk

Weiteres Highlight war das MQB-Fahrwerk (MQB – Modularer Querbaukasten) des VW Golf 7 GTI aus dem Werkstoff SZBS800. Dieser bainitische Stahl ist gekennzeichnet durch die sehr hohe Streckgrenze und Zugfestigkeit von über 800 MPa und dennoch ausreichende Dehnung für Kaltumformprozesse. Die sehr hohe Festigkeit und damit verbundene Gewichtseinsparung machen den Werkstoff prädestiniert für Anwendungen im Automobilbau. Für den VW Golf 7 GTI liefert Salzgitter Flachstahl exklusiv den Werkstoff für den Quer- (3,8 mm Blechdicke), Längs- (3,5 mm) und Federlenker (2,0 mm).

Studie

Beeindruckend war auch die Potenzialstudie zu einem Achsquerträger aus Tailor Welded Blanks (TWB) mit RobuSal® 800 und SZBS800. RobuSal ist ein lufthärtender Stahl, der Leichtbauweise ermöglicht und dabei eine gute Betriebsfestigkeit und hervorragendes Crashverhalten gewährleistet. Durch den Einsatz von Tailor Welded Blanks in Verbindung mit den Markenwerkstoffen von SZFG konnte das Gewicht um 18 % gegenüber der Serienvariante gesenkt werden.

Datenbank zur gezielten Werkstoffauswahl

Zurzeit finden über 60 % der Stahlprodukte der Salzgitter Flachstahl ihren Weg in automobile Anwendungen. Auch Haushaltsgerätehersteller sind anspruchsvolle Kunden mit ähnlich hohen Anforderungen wie in der Automobilindustrie. Seit Herbst 2017 hat Salzgitter Flachstahl nun auch die Werkstoffdatenbank COMDaS (CustomerOnline Material Data System) online gestellt. Sie unterstützt die Kunden bei der Werkstoffauswahl. Die Datenbank ist nicht nur ein online verfügbares Lieferprogramm mit Angaben über die chemische Zusammensetzung, mechanischtechnologische Kennwerte und Lieferformen. Sie geht über diese Basisinformationen weit hinaus. Salzgitter Flachstahl und die Salzgitter Mannesmann Forschung haben diese Datenbank gemeinsam entwickelt und noch umfassendere Materialkennwerte bereitgestellt.

» Wir sind schnell beim Kunden, haben die richtigen Mitarbeiter vor Ort und reagieren flexibel. Unsere Kunden profitieren von den vergleichsweise kurzen Entscheidungswegen.«

Dr. Sebastian Bross

Nachhaltige Stahlproduktion

Viele Kunden – besonders in Europa verlangen heute auch von ihren Lieferanten einen Nachweis, wie Nachhaltigkeitskriterien erfüllt werden. Dazu zählen nicht nur der Umgang mit Ressourcen wie beispielsweise Energie, sondern auch Themen aus dem Bereich Human Ressources, wie Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheitsmanagement. »Wir dokumentieren dies für viele Kunden, sonst dürften wir nicht liefern «, erklärt Bross. »Und da zählen wir zu den Besten!«

Den CO2-Ausstoß verringern

Zu den brennendsten Themen der Stahlindustrie gehören hierzulande allerdings das Einsparen, Umwandeln oder Vermeiden von CO2-Emissionen. Einige der großen Stahlhersteller haben inzwischen ihre – durchaus unterschiedlichen – Konzepte vorgestellt. Salzgitter setzt auf die Vermeidung von CO2 und arbeitet intensiv am Projekt SALCOS®. Mehr dazu wird in einer der nächsten Ausgaben des »stahlmarkt« zu lesen sein.

Der vollständige Artikel ist in »stahlmarkt« Ausgabe 2.2018, S. 16 ff., erschienen.

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