Messerbau: Einschneidende Erfindung

Maschinenmesser-Hersteller Jäkel und thyssenkrupp haben einen patentierten Sonderstahl entwickelt

Ohne richtige Messer funktionieren weder Aufsitzmäher noch Rasenmäher für den heimischen Garten. Häcksler, Futtermischwagen und Pressen, wie sie in der modernen Landtechnik zum Einsatz kommen, müssen ebenso mit ausgefeilten Schnittwerkzeugen versehen sein. Für die Produktion der unterschiedlichen Schneidegeräte werden bei Messerbauer Jäkel sämtliche Werkzeuge im eigenen Werkzeugbau entwickelt und hergestellt. 6.000 t Stahl verarbeitet das Unternehmen pro Jahr und fertigt daraus rd. 2,8 Mill. Teile.

 »Wir wollten einen Hybridwerkstoff, der die Qualitäten der Feder- und der Borstähle verbindet«

Frank Jäkel, Geschäftsführer

Vormaterial von thyssenkrupp: 6.000 t Stahl pro Jahr verarbeitet das Unternehmen Jäkel, einer der führenden Hersteller für Qualitätsmaschinenmesser, und fertigt daraus rd. 2,8 Mill. Teile.Vormaterial von thyssenkrupp: 6.000 t Stahl pro Jahr verarbeitet das Unternehmen Jäkel, einer der führenden Hersteller für Qualitätsmaschinenmesser, und fertigt daraus rd. 2,8 Mill. Teile; Foto: thyssenkrupp

Sämtliche Werkzeuge für die Produktion der unterschiedlichen Schneidegeräte werden beim Mittelständler im nordhessischen Diemelstadt im eigenen Werkzeugbau entwickelt und hergestellt.Sämtliche Werkzeuge für die Produktion der unterschiedlichen Schneidegeräte werden beim Mittelständler im nordhessischen Diemelstadt im eigenen Werkzeugbau entwickelt und hergestellt. Foto; thyssenkrupp

Bislang bestanden die Stähle überwiegend aus verschleißfestem, aber bruchanfälligem Federstahl oder sehr zähen, aber auch etwas weniger schneidhaltigen Borstählen. Zuletzt hat nun eine wichtige Innovation die Bewährungsprobe auf den Wiesen und Feldern im In und Ausland bestanden. Gemeinsam mit dem Stahlbereich von thyssenkrupp, dem langjährigen Hauptlieferanten, hat das Familienunternehmen den Sonderstahl JADU-H1 entwickelt. Einen Stahl, der möglichst lange scharf bleibt, aber nicht brechen darf, sobald er auf einen Stein trifft. »Das war eine große Herausforderung, die wir zusammen gemeistert haben«, sagt Christian Sohrab, Leiter Verkauf Sonderprodukte im Industriebereich von thyssenkrupp Steel Europe. Zunächst wurde ein Grundkonzept entworfen, wie so ein Stahl von der Analyse her aussehen kann.

Nach zahlreichen Probeläufen in der Dortmunder Versuchsanlage kamen die Mittelbandspezialisten bei thyssenkrupp in Hohenlimburg ins Spiel: Sie lieferten die erforderlichen 30 t Stahl für die erste Produktion. »Wir haben solange justiert, bis auch unser Partner thyssenkrupp Stahlkontor in Krefeld die Bleche auf seiner Warmbandanlage anarbeiten konnte«, so Sohrab. Denn: »Das Querteilen war für uns recht anspruchsvoll«, sagt der zuständige Leiter Andreas Beil. »Die neue Stahlsorte, die besonders hart und zugleich verschleißfest ist, erforderte immer wieder die Anpassung der Fertigungsparameter. « Nur so ließ sich eine gleichbleibende Qualität erreichen und ein für die Serienproduktion tauglicher Stahl.

Der vollständige Artikel ist in »stahlmarkt« Ausgabe 7.2017, S. 20 ff. erschienen.

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