Neuer Sarkophag im ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl

Schutzmantel ermöglicht Solarpark-Bau

Für den neuen Schutzmantel des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl hat das Tata-Steel-Unternehmen Kalzip die Innen- und Außenverkleidung aus Edelstahl entwickelt und angebracht. Da damit kein radioaktives Material mehr austreten kann, gilt die Umgebung als sicher, sodass in der Nähe ein 1.000-MW-Solarpark gebaut werden soll.

Selbst extreme Temperaturen zwischen – 43 °C und + 45 °C können der Schutzhülle nichts anhaben.

Jörg Schwall, Geschäftsführer von Kalzip

Die Kalzip-Ingenieure brachten knapp 170.000 m² Edelstahl verkleidung an den Innen- und Außenflächen des 29.000 t schweren, stahlverkleideten Sarkophags an. Foto: Francis VigourouxDie Kalzip-Ingenieure brachten knapp 170.000 m² Edelstahl verkleidung an den Innen- und Außenflächen des 29.000 t schweren, stahlverkleideten Sarkophags an. Foto: Francis Vigouroux

Kalzip, ein in Koblenz ansässiger Hersteller von Gebäudehüllen, Stehfalzsystemen für Dachdeckungen und Fassadenbekleidungen aus Aluminium, hat den Auftrag für die speziell für das Kraftwerk entwickelte Innen- und Außenverkleidung aus Edelstahl erhalten. Hierfür brachte das Unternehmen seine Ingenieure und Anlagen in die Ukraine, damit die Umsetzung direkt in Tschernobyl stattfinden konnte. Nach jahrelanger Arbeit an einem international geförderten Projekt wurde der zerstörte Reaktorblock Ende 2016 mit einem 29.000 t schweren, stahlverkleideten Schutzmantel verschlossen. Dieser soll mindestens 100 Jahre lang verhindern, dass weiterhin potenziell radioaktives Material austritt.

Erschienen in »stahlmarkt« Ausgabe 7.2017, S. 58.

Das Ziel des Schutzmantel-Baus um das ehemalige Kernkraftwerk war, den Standort Tschernobyl zu einem für die Umwelt unbedenklichen Ort zu machen. Foto: Francis VigourouxDas Ziel des Schutzmantel-Baus um das ehemalige Kernkraftwerk war, den Standort Tschernobyl zu einem für die Umwelt unbedenklichen Ort zu machen. Foto: Francis Vigouroux

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