Stahlhandel in den Alpenländern entwickelt sich positiv

Österreich

Der österreichische Stahlhandel blickt auf ein gutes Jahr 2016 zurück – Absatzmengen und Preise haben sich besser als erwartet entwickelt und man konnte insbesondere in angrenzenden Nachbarländern Zuwächse generieren. Für das Jahr 2017 – so die Zahlen nach dem ersten Quartal – scheinen die Vorzeichen auf eine weitere positive Entwicklung zu stehen.

Das berichtet die Arbeitsgemeinschaft Stahl- und Metalldistribution ARGE SMD. Betrachtet man rückblickend das Jahr 2016, so waren am Jahresanfang die Erwartungen sehr zurückhaltend, da Ende 2015 die Preise in nahezu allen Produktbereichen einen fast historischen Tiefpunkt erreicht hatten.

Antidumpingmaßnahmen in der ersten Jahreshälfte sorgten aber zur Jahresmitte für eine Preiserholung. Getragen war diese durch einen kontinuierlichen Anstieg des Bedarfes auf der Verbraucherseite. Über die Sommermonate gaben die Preise saisonal bedingt leicht nach, um dann im Herbst 2016 nach immer konkreter werdenden Antidumpingmaßnahmen rasant zu steigen. Dies führte bei den lagerhaltenden Händlern zu teilweise panikartigen und über den Bedarf hinausgehenden Einkäufen, und seit 2008 waren erstmals die Lagerbestände zum Jahreswechsel bei den Händlern wieder angestiegen. Die Aussicht auf zunehmende Absatzmengen bei gleichzeitig höheren Preisen ließ den Stahlhandel positiv in das Jahr 2017 blicken.

Über die ARGE SMD

Die Arbeitsgemeinschaft Stahl- und Metalldistribution – kurz ARGE SMD – besteht nunmehr seit 2013. Auch die ARGE SMD ist – wie deren Vorgänger  organisation »Netzwerk Stahlhandel« – in der Wirtschaftskammer Ober österreich angesiedelt und vertritt die Interessen aller österreichischen Stahlhandelsmitglieder. Insgesamt sind 33 österreichische Stahlhandels betriebe Mitglied der ARGE. Seit 2015 ist der Vorsitzende der ARGE SMD, Mag. Norbert Thumfart, auch Mitglied im Präsidium der EUROMETAL und damit hat die ARGE SMD auch auf internationaler Ebene die Möglichkeit, österreichische Belange zu vertreten.

Schweiz

Es ist beeindruckend, wie die Schweizer Wirtschaft mit der Frankenaufwertung umgegangen ist. Die Unternehmen zeigten sich sehr widerstandsfähig und zum großen Teil fit für die Herausforderung. Positiv wirkte sich auch die Erholung in Europa aus. Zudem zeichnete sich bei wichtigen politischen Themen in der Schweiz eine Beruhigung ab.

So ist zwar die zukünftige Zusammenarbeit mit der EU noch immer nicht geregelt, aber es zeigt sich ein pragmatischer Weg bei der Begrenzung der Zuwanderung nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative. Allerdings wurde das internationale Umfeld deutlich unsicherer. Dies berichtet Andreas Steffes, Geschäftsführer, SSHV – Schweizerischer Stahl- und Haustechnikhandelsverband in Basel. Der zunehmende Protektionismus, der den Stahlmarkt beherrscht, hat direkte Auswirkungen auf die Schweiz: Während der Import von Stahl aus der EU in die Schweiz weiterhin problemlos möglich ist, ist die Schweiz den Schutzmaßnahmen der EU bei Stahlexporten voll unterworfen.

Der Frankenschock hat massiv Geld gekostet. Die Preissituation hatte sich zwar mittlerweile entschärft, doch es gelang dem Schweizer Handel schlecht, Preiserhöhungen auf der Beschaffungsseite am Markt durchzusetzen. Dies traf auch auf der Kundenseite in der Schweiz zu, die große Mühe hatte, im Wettbewerb mit dem Euroraum Schritt zu halten.

Die Schweizer Stahlkonjunktur hat aber im zweiten Jahr nach Freigabe des Wechselkurses ihren Boden gefunden. Der Bausektor zeigte sich 2016 sehr robust. Zu erwarten ist, dass auch 2017 von diesem Kundensegment kräftige Impulse erfolgen.

Hoffnung macht auch die Metall verarbeitende Industrie.

Über den SSHV

Der Schweizerische Stahl- und Haustechnikhandelsverband SSHV vereinigt als Branchenverband lagerhaltende Unternehmen in der Schweiz, die sich dem Handel mit Stahl, Metall und Haustechnik widmen. Die Mitglieder des SSHV sind wichtige Partner der Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie sowie der Bauwirtschaft. Die Stahl und Haustechnikhändler beraten ihre Kunden bei der Wahl der passenden Werkstoffe und Produkte. Sie übernehmen Beschaffung, Veredelung, Lagerhaltung und Transport – von der innovativen Haus technik bis zu maßgefertigten Stahlprodukten.

Erschienen in »stahlmarkt« Ausgabe 6.2017, S. 24 ff.

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