Wissen und Erfahrung teilen

Der richtige Umgang mit der Ressource Wissen gewinnt an Bedeutung

  • Frische Kräfte: Im Gespräch mit Hartmut Böttche (Mitte), Michael Allexi (rechts) und Thomas Büssenschütt (links). Beide stehen für die Generation X im Hause rff Foto: rff/Carsten Heidmann.

    Frische Kräfte: Im Gespräch mit Hartmut Böttche (Mitte), Michael Allexi (rechts) und Thomas Büssenschütt (links). Beide stehen für die Generation X im Hause rff Foto: rff/Carsten Heidmann.

Bereits Benjamin Franklin brachte es im 18. Jahrhundert auf den Punkt: „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.“ Wie recht der US-Amerikanische Staatsmann mit dieser Aussage hatte, wird in der heutigen Zeit immer deutlicher. Auch wenn aktuell von digitaler Transformation, Big Data und Co. die Rede ist, ist der Faktor Wissen die einzige Ressource, die sich durch Gebrauch vermehrt.

Gerade der Transfer von Wissen, das auf keinen Fall verloren gehen darf, stellt sich in den kommenden Jahren als operatives Risiko dar, dem sich viele Unternehmen aufgrund der Altersstruktur ihrer Belegschaft stellen müssen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass mit der Generation Y frische Kräfte nachrücken, die für eine andere Art der Unternehmens- und Mitarbeiterführung stehen.

Langfristige Nachfolgeregelung

Besonders in der obersten Führungsebene gewinnen der Austausch von Erfahrungen und der damit verbundene Wissenstransfer an Bedeutung. Hier spielen die Faktoren Wissens- und Zeitmanagement zentrale Rollen, die für den dauerhaften Erfolg eines Unternehmens überlebenswichtig sind.

Am Beispiel der rff Rohr Flansch Fitting Handels GmbH (rff) – einem Handelshaus für Rohre und Rohrverbindungen – wird deutlich, wie solch ein langfristiger Wissenstransfer erfolgreich gemanagt werden kann. Im Zuge der Nachfolgeregelung wurden die Weichen frühzeitig gestellt. Hartmut Böttche (72), der das Unternehmen 1976 in Stuhr bei Bremen gründet hat, entschied sich im Jahr 2014 für die Einstellung von Michael Allexi. Der 45-jährige Kaufmann stieg im September 2014 ins Unternehmen ein und übernahm zunächst die Vertriebsleitung für das internationale Geschäft. Anfang dieses Jahres wurde mit der Ernennung von Allexi zum zusätzlichen Geschäftsführer ein weiterer Meilenstein gesetzt, wobei der Übergabeprozess damit noch nicht abgeschlossen ist.

„Es freut mich, dass ich vor gut zwei Jahren mit Michael Allexi einen im internationalen, lagerhaltenden Handel tätigen Manager für das Haus rff gewinnen konnte. Mit seiner Erfahrung und seinen Ideen wird er das Unternehmen auch in die Zukunft führen.“

Hartmut Böttche, Geschäftsführer rff, seinerzeit zu dieser richtungsweisenden Entscheidung.

Fließender Übergang und interne Netzwerke

Doch nicht nur auf Geschäftsleitungsebene galt es eine Position neu zu besetzen. Auch in der mittleren Führungsebene handelte das 350 Mitarbeiter starke Unternehmen weitsichtig. So wurden im Laufe des Jahres zwei Abteilungsleiter, die jahrzehntelang für die Geschicke des Unternehmens mitverantwortlich waren, durch Nachfolger ersetzt. Hier setzte rff auf einen langfristigen und fließenden Übergang, der problemlos – ja fast lautlos – über die Bühne ging.

Auch das Thema „internal Network“ wird in der heutigen Zeit, in der viele Zahnräder über Abteilungen und Hierarchien hinweg ineinander greifen müssen, immer wichtiger. Gerade wenn es um komplexe Aufgabenstellungen geht, stoßen viele Mitarbeiter schnell an ihre eigenen Grenzen. Dort, wo das ganze Know-how eines Unternehmens gefragt ist, freut sich jeder Mitarbeiter, wenn er auf ein gut funktionierendes „Netzwerk unter Kollegen“ zurückgreifen kann. Je nach Unternehmensgröße muss dieses umfangreiche Wissen IT-seitig gestützt werden. Erst dann kann sich ein Anbieter – wie unter anderem das Haus rff – erfolgreich am Markt behaupten und sein ganzes Leistungsspektrum optimal entfalten.

Wissen teilen: Das Gespräch zwischen Kollegen ist oftmals die effektivste Form Wissen und Erfahrung zu teilen Foto: rff/Christian Köster.Wissen teilen: Das Gespräch zwischen Kollegen ist oftmals die effektivste Form Wissen und Erfahrung zu teilen Foto: rff/Christian Köster.

Doch auch in Zeiten, in denen Know-how in Form von interaktiven Applikationen, Clouds und Mediatheken abgerufen werden kann, ist der persönliche Erfahrungsaustausch noch lange nicht „Old School“. So sind Seminare und Workshops, in denen Wissen und Erfahrung, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Teilnehmer, weitergegeben werden, nach wie vor gefragt.

Viele Unternehmen haben heute erkannt, dass sie davon profitieren, wenn sie im Bereich Wissensmanagement mit kompetenten Partnern zusammenarbeiten. „Shareconomy“ lautet hier das Stichwort. Denn gerade wenn bestimmte Kenntnisse in beiden Unternehmen gleichermaßen relevant sind, können Wissenslücken geschlossen und so die Zusammenarbeit optimiert werden. Mit zahlreichen Onlinetools, einer Mediathek und Seminaren zu EN- und ASME-Normen bietet das Haus rff genau diesen Service seinen Kunden. Benjamin Franklin hätte es bereits vor gut 250 Jahren gut gefunden.

Einen ausführlichen Text finden Sie in »stahlmarkt« Ausgabe 11.2017, S. 30 ff.

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