Deutschland und Frankreich prüfen CO2-Grenzausgleich

Um Verlagerungen von CO2-Emissionen zu verhindern, prüfen Deutschland und Frankreich beispielsweise einen CO2-Grenzausgleich, heißt es in einem gemeinsamen Regierungsdokument. Ein Grenzausgleich würde auf Importgüter aus Ländern erhoben, in denen u.a. mit geringeren Umweltstandards produziert werde. (de.reuters.com 19.09.19)

OECD prognostiziert schwächstes Wirtschaftswachstum seit Finanzkrise

Das globale Bruttoinlandsprodukt werde in Folge von Handelskonflikten und politischen Spannungen 2019 nur noch um 2,9 und 2020 um 3 % zulegen, so die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Wirtschaftsausblick. Die weltweite Wachstumsdynamik sei so schwach wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Allein durch die amerikanischen und chinesischen Strafzölle werde das Wachstum 2020 weltweit um 0,3 bis 0,4 Punkte zurückgehen. Ein harter Brexit, politische Unsicherheiten in der EU sowie eine stärkere Konjunkturabkühlung in China könnten eine noch stärkere Belastung der Weltwirtschaft zur Folge haben.
(PM OECD und de.reuters.com 19.09.19, FAZ, Börsen-Zeitung, HB und Tagesspiegel 20.09.19)

Studie zu den Auswirkungen einer CO2-Bepreisung auf DAX-Unternehmen

Die Fondsgesellschaft Union Investment hat in ihrer aktuellen Studie untersucht, welche Auswirkungen die mögliche Einführung einer umfassenden CO2-Bepreisung auf die Unternehmen im Deutschen Aktienindex (DAX) hätte. Demnach müssten die DAX-Unternehmen durch zusätzliche Bepreisung von CO2-Emissionen potenzielle Belastungen in Millionenhöhe schultern, wenn sie ihre Emissionen nicht reduzieren. Schon eine Steuer in Höhe von 30 € je t CO2 würde den gesamten DAX z.B. rund
5,2 Mrd. € pro Jahr kosten, so Union Investment. (PM Union Investment und de.reuters.com 18.09.19, Börsen-Zeitung und RP 19.09.19)

Leipzig wird Sitz der Agentur für Sprunginnovationen

Die Agentur für Sprunginnovationen der Bundesregierung wird als GmbH in Leipzig gegründet und dort ihre Zentrale haben. Ab 2020 soll sie bahnbrechenden Innovationen “made in Germany“ zum Durchbruch verhelfen. Bis 2022 verfüge die Agentur zunächst über einen Etat von 151 Mio. €. Zusätzlich habe die Bundesregierung über die nächsten zehn Jahre die Summe von 1 Mrd. € in Aussicht gestellt. (PM BMBF 18.09.19, FAZ und HB 19.09.19)  

Klimaschutz durch Innovationen

Durch technologischen Fortschritt, unternehmerische Erfindungsstärke und die Kräfte der Marktwirtschaft sei es möglich, sich von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu befreien, so Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie und Johannes Vogel, Generalsekretär der Freien Demokraten NRW in einem Gastkommentar. Dazu bedürfe es der Förderung technologisch entscheidender Neuerungen und Durchbrüche. U.a. müssten Wissenschaftler und Industrie zusammengebracht werden, um gemeinsam an einer CO2-armen Produktion zu arbeiten. Die Initiative IN4climate.NRW zeige, dass klimaneutrale Stahlerzeugung am bestehenden Hochofen Wirklichkeit werden könne.
(HB 18.09.19)

Industrie bleibt Treibkraft der deutschen Wirtschaft

2018 trugen 7,7 Mio. Erwerbstätige der deutschen Industrie so viel zur Wertschöpfung bei wie kein anderer Wirtschaftsbereich. Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland lag bei 22,7 % und damit 6,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt in der EU. Die deutsche Industrie belegt damit weltweit einen Spitzenplatz.
(PM DESTATIS 17.09.19 und FAZ 18.09.19)

EU rechnet mit neuen US-Zöllen

Nachdem die WTO die Finanzhilfen der EU für den Flugzeugbauer Airbus als widerrechtlich eingestuft hat, erwartet EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, dass die USA am 30.09. höhere Importzölle auf europäische Waren verhängen wird. Die EU hatte dem US-Präsidenten Trump angeboten, auf dem Verhandlungsweg eine Lösung zu finden, worauf er bisher nicht eingegangen sei. Sollten die höheren US-Importzölle kommen, werde die EU Vergeltungszölle auf US-Produkte erheben. Nach einem WTO-Urteil hätte die EU das Recht dazu, denn die USA hatten dem heimischen Flugzeugbauer Boing ebenfalls Finanzhilfen gewährt.
(de.reuters.com 16.09.19, FAZ und Börsen-Zeitung 17.09.19)

Klimatechnologien für CO2-arme Produktion gefragt

Unter dem Druck CO2-ärmer zu produzieren, entwickelt die Industrie Zukunftstechnologien für einen wachsenden Markt. Die Boston Consulting Group (BCG) erwartet, dass sich der weltweite Bedarf ausgewählter Klimatechnologien von rund 500 Mrd. € im Jahr 2015 auf rund 1,5 Brd. € im Jahr 2030 verdreifachen wird. Die größten Zuwächse seien in den Bereichen Technologien zur CO2-Rückgewinnung (8 900 %) sowie bei der E-Mobilität inklusive der benötigten Ladeinfrastruktur (2 431 %) zu erwarten. Die Unternehmensberatung Roland Berger geht sogar von einem Marktvolumen von knapp 6 Brd. € bis 2025 aus, wobei rund 740 Mrd. € allein auf Deutschland entfallen sollen. (HB 17.09.19)

 

Produktion von klimaneutralem Wasserstoff soll forciert werden

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will im Rahmen der „Nationalen Strategie Wasserstoff“ (NSW) so schnell wie möglich inländisch grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab produzieren. Der mit Strom aus erneuerbaren Quellen hergestellte klimaneutrale Wasserstoff könne z.B. in der Stahlindustrie oder für den Betrieb von Brennstoffzellen eingesetzt werden. (HB 16.09.19)

Wirtschaft unterstützt Klimaschutz-Maßnahmen

Neun von zehn deutschen Unternehmen seien grundsätzlich für zusätzliche Klimaschutz-Maßnahmen, um die Klimaziele bis 2030 und 2050 zu erreichen, so eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 2600 Mitgliedsfirmen. In den Beratungen des Klimakabinetts müssten nun die richtigen Weichenstellungen verabredet werden, so DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Gebraucht werde ein Gesamtpaket, mit dem die Klimaziele effizient und in wirtschaftlich vernünftiger Weise erreicht werden könnten. Den Unternehmen müsse Zeit für die Umstellung gewährt werden. Zentral bei einer CO2-Bepreisung sei, dass die Unternehmen unterm Strich nicht zusätzlich belastet würden. Zusammen mit den im internationalen Vergleich hohen Stromkosten würde dies sonst ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden. (RP 14.09.19)