Digitalisierung aus ArcelorMittal-Perspektive

Im Stahlmarkt-Barometer 2017 äußert sich dazu Franz Günter Kleine, Head of Germany Switzerland, ArcelorMittal.

Franz Günter Kleine, Head of Germany Switzerland ArcelorMittal, Foto: ArcelorMittal

Wir haben gefragt:

Wie schätzen die Unternehmen aus der Stahlbranche die Lage ein? Dazu Franz Günter Kleine, Head of Germany Switzerland ArcelorMittal:

Die Digitalisierung ist die Konsequenz der voranschreitenden Vernetzung der verschiedenen Prozesse – von der Herstellung bis zur Lieferung, inklusive Kundenbeziehung.

Wie stehen Sie zur Digitalisierung in der Stahlbranche? Chance oder Bedrohung? Wie dringlich? In welchen Bereichen?

Die Digitalisierung ist eng mit der vierten industriellen Revolution, bekannt unter dem Stichwort Industrie 4.0, verbunden. Sie ist die Konsequenz der  voranschreitenden Vernetzung der verschiedenen Prozesse – von der Herstellung bis zur Lieferung, inklusive Kundenbeziehung. Digitalisierung folgt damit den Veränderungen in unserer Industrie und trägt zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit bei. Sie verbindet die Stufen entlang der Wertschöpfungskette und gestaltet sie insgesamt transparenter. Es gibt bereits einen deutlichen Anstieg an digitalisierten Prozessen in verschiedenen Bereichen, die Hauptwahrnehmung liegt aber derzeit noch im Bereich neuer Vertriebs- und Beschaffungskanäle. In Stufen werden die digitalen Prozesse in Vertrieb, Lagerung und Anarbeitung und letztendlich Logistik Einzug halten. Die Herausforderung wird insbesondere auch darin liegen, Kunden und Lieferanten digitalisiert und effizient in die eigenen Prozesse ein- und anzubinden. Auch international sind Umsetzungslösungen immer mehr gefragt – deswegen sehen wir Digitalisierung als eine Chance für die Zukunft, deren Entwicklung wir aktiv mitgestalten wollen.

Was erwarten Sie diesbezüglich für die Zukunft speziell für Ihr Unternehmen/Ihre Sparte? Wie reagieren Sie?

Die Vorteile zeigen sich beispielsweise in der Optimierung interner und externer Prozesse. Das bedeutet eine weitere Verbesserung der Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten, die in mehr Effizienz und Transparenz zum Tragen kommt. Digitalisierung bedeutet auch, dass analoge Datenerfassungen und Prozesse kontinuierlich verringert werden, was Fehlerquellen weiter reduziert. Außerdem erwarten wir eine verstärkte Verknüpfung interner logistischer Prozesse zur Optimierung von Auslastungen und Lieferzeiten, was auch den Kundenservice weiter verbessert. Digitalisierung ermöglicht darüber hinaus neue Absatzwege und lässt Märkte entstehen. Nicht vergessen darf man, dass sich auch die Anforderungsprofile an Mitarbeiter verändern, dass sich herkömmliche Präsenzzeiten verändern, Arbeitsweisen neu ausgerichtet und den neuen Möglichkeiten angepasst werden.

Lesen Sie unser traditionelles Stahlmarkt-Stimmungsbarometer, Dezember-Ausgabe, mit allen Teilnehmern in »stahlmarkt« Ausgabe 12.2017, ab S. 8

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