USA: Trübe Stimmung im Stahlsektor

Trotz hoher Schutzzölle schaut die Stahlindustrie in den USA weniger optimistisch in die Zukunft als im Vorjahr. Ein Beispiel der Probleme der Branche bietet US Steel. Nach der Ankündigung der Stilllegung von Hochöfen in zwei Werken hat der integrierte Stahlproduzent nun die Schließung eines weiteren Werks bekanntgegeben.

Autorin: Brigitte Nacos

Elektrolichtbogenofen des Stahlherstellers Nucor im Einsatz; Quelle: Nucor Corporation

Als die Nucor Corporation zum Herbstbeginn die Pensionierung ihres Chefs John Ferriola bekannt gab, wurde der Unternehmenslenker von der Presse als Gesicht der Stahlprotektionisten charakterisiert. Sollte er dem Beispiel seines Vorgängers Dan DiMicco folgen, wird Ferriola seine Kampagne gegen chinesische und andere ausländische Unternehmen im Ruhestand fortsetzen, die er beschuldigt, Handelsspielregeln zu verletzten.  Hinter Ferriola und DiMicco stand eine Unternehmenskultur der Nucor Corporation, die stets in aller Öffentlichkeit für die eigenen Anliegen und die der Stahlindustrie eintrat.

Die Webseite des Unternehmens lässt keinen Zweifel an der politischen Position der Nucor Corporation in Fragen, die die Stahlindustrie und Stahlkunden betreffen. Nucor unterstützt das Prinzip „Buy American“ – also „kauft amerikanisch“ – sowie einen weitgehenden Infrastrukturplan für die USA und fordert, dass Steuergelder für öffentliche Projekte nur US- Unternehmen zugute kommen. Insbesondere DiMicco nutzte seinen Einfluss für eine zweigleisige Pro-Stahl-Kampagne mit dem Ziel, die amerikanische Handelspolitik zu beeinflussen. Seinen dahingehend größten Erfolg verbuchte der ehemalige Unternehmenschef von Nucor als Handelsberater im Wahlkampf des damaligen US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Auch Ferriola saß neben Trump, als der im vergangenen Jahr Zölle in Höhe von 25 Prozent gegen Stahlimporte aus China, der EU und anderen Ländern verhängte.

Trotz drastischer Schutzzölle war die Stimmung im Stahlsektor in diesem Herbst weniger optimistisch als im Jahr zuvor. Der Stahlproduzent US Steel ist ein anschauliches Beispiel für die weiterhin bestehenden Probleme der Branche. Nachdem das Unternehmen die „vorübergehende“ Stilllegung von Hochöfen in zwei Werken in Michigan und Indiana mit einer Belegschaft von insgesamt 200 Stahlarbeitern ankündigte, folgte im September eine weitere Hiobsbotschaft: Diesmal für die 300 Arbeiter im Weißblechwerk in East Chicago, die von der Schließung des Werks betroffen sind.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage in den USA erhalten Sie in der vollumfänglichen Fassung unser Autorin Brigitte Nacos in der aktuellen Ausgabe 10/2019 des stahlmarktes. Sie finden den Bericht auf S. 22 in der Rubrik „Steel International“.

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